Sodbrennen-Welt.de - Alles über Sodbrennen!
Hilfe | Sitemap | Impressum | Newsletter
Sodbrennen-Welt - Wissen übers Sodbrennen!
        +++        Jahreszeitliche Sodbrennen-Schwankungen, feuchte Luft hilft        +++        Wer berät besser: Apotheker oder Stiftung Warentest?        +++        Sodbrennen: Säureblocker hochwirksam, Placebos nicht        +++        Selbstbehandlung von Sodbrennen ja, aber nicht immer

Arzneitherapie
Welche Mittel lösen am häufigsten Sodbrennen aus?


Pillen satt - viele machen Sodbrennen

Sodbrennen ist die häufigste Gesundheitsbeschwerde bei uns. Viele Betroffene leben seit Jahren und Jahrzehnten damit - ohne jemals deshalb einen Arzt aufgesucht zu haben. Besonders wenn das Sodbrennen mal wieder sehr stark wird, oder länger als gewöhnlich anhält, fragen sich Betroffene, ob auch Medikamente hinter den Beschwerden stecken könnten. Und tatsächlich: Eine Nebenwirkung zahlloser Mittel kann Sodbrennen sein, im folgenden werden nur die häufigsten genannt.

Wirkstoff

Gruppe/med. Anwendungsgebiet

Aceclofenac

systemisches Antirheumatikum

Acemetazin

systemisches Antirheumatikum

Alendronat

Knochenstruktur und Mineralisation beeinflussende Mittel

Anionenaustauscherharze

z. B. bei Hypercholesterinämie u. a.

Aprepitant

Antiemetika/Antivertiginosa

Atorvastatin (bis 2%)

Lipidsenker

Butazone

M. Bechterew, Gicht

Carbocistein

Expektoranzien und Mukolytika

Cholesterinsynthese (CSE)-Hemmer (bis 2%)

Senkung erhöhter Cholesterinwerte

Clozapin

Neuroleptika

Colestipol-HCl

Lipidsenker

Colestyramin

Lipidsenker

Daclizumab (8%)

Immunsuppressiva

Dexketoprofen

rezeptpflichtiges Schmerzmittel

Dihydroergocryptinmesilat (1-10%)

dopaminerges Parkinsonmittel

Doxycyclin

Tetrazyklin-Antibiotikum

Enoxacin

Gyrasehemmer-Antibiotikum

Ethosuximid

Antiepileptikum

Etoricoxib

systemisches Antirheumatikum

Flupirtin

rezeptpflichtiges Schmerzmittel

Flupirtinmaleat

rezeptpflichtiges Schmerzmittel

Fluvastatin (bis 2%)

Lipidsenker

Hydromorphon-HCl

Opioide als Schmerzmittel oder zur Substitution

Ibuprofen (bis 9%)

systemisches Antirheumatikum, rezeptfreie oder rezeptpflichtige Schmerzmittel

Indinavir (5-10%)

antivirales Mittel

Indometazin

systemisches Antirheumatikum

Interferon alfa-2a

Zytokin/Immunmodulator

Irbesartan (2%)

Angiotensin-II-Antagonist

Ketoprofen

systemisches Antirheumatikum

Losartan-Kalium (1,5%)

Angiotensin-II-Antagonist

Lovastatin (1%)

Lipidsenker

Megestrolazetat

zytostatisches Gestagen

Mesuximid

Antiepileptikum

Mexiletin-HCl (39%)

Antiarrhythmikum (Sodbrennen kommt sehr häufig vor)

Mofebutazon

systemisches Antirheumatikum

Naproxen (bis 9%)

systemisches Antirheumatikum, rezeptfreies Schmerzmittel

Orciprenalinsulfat (bis 4%)

systemisches Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen

p-Aminosalizylsäure

Tuberkulostatikum

Phenylbutazon

systemisches Antirheumatikum

Pravastatin-Natrium (3%)

Lipidsenker

Proglumetazindimaleat

systemisches Antirheumatikum

Rivastigmin

ZNS-wirksames Präparat

Ropinirol

dopaminerges Parkinsonmittel

Rosuvastatin (bis 2%)

Lipidsenker, bei uns noch nicht im Handel

Salbutamol (bis 5%)

systemisches Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen

Salmeterol-Inhalat (bis 4%)

zur Inhalation bei obstruktiven Atemwegserkrankungen

Simvastatin (bis 2%)

Lipidsenker

Terbutalinsulfat

systemisches Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen

Tibolon

Sexualhormon

Quelle: atd - Arzneimitteldatenbank September 2005 (www. arzneitelegramm.de), 2-wöchentlich aktualisiert.

Neben den oben aufgeführten Wirkstoffen (schauen Sie auf dem Beipackzettel Ihres Präparates nach dem „Wirkstoff“, nicht nach dem Handelsnamen/Produktnamen) gibt es zahlreiche weitere Arzneimittel, die als Einzelmittel oder in verschiedensten Kombinationen Sodbrennen auslösen oder verstärken können. Die Ursachen für Sodbrennen und Refluxprobleme als unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) sind vielfältig und nur teilweise erforscht. Ein Beispiel: Asthmamittel mit dem Wirkstoff „Beta-2-Sympathomimetikum“ entspannen glatte Muskulatur wie sie im Bereich der Atemwege vorkommen, aber eben auch im Bereich des Verschlussmuskels zwischen Speiseröhre und Magen („Asthma-Spray kann Sodbrennen verursachen“). Folge: Saurer Mageninhalt kann - als Folge einer Asthmatherapie mit solchen Wirkstoffen - vermehrt in die Speiseröhre zurückfließen und dort Sodbrennen auslösen.

Egal aber, wie es bei der Arzneitherapie im einzelnen zur UAW Sodbrennen kommt - Sie sollten mit Ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen. Und nach Alternativen suchen. Dabei sind drei grundsätzliche Optionen denkbar: 1. Auf das sodbrennen-auslösende Medikament kann vollständig verzichtet werden, z. B. weil die Therapie beendet ist. 2. das Mittel mit der UAW Sodbrennen kann gegen ein anderes Arzneimittel ausgetauscht werden, das die gleiche therapeutische Wirkung, aber nicht diese Nebenwirkung hat. 3. Veränderungen und Ergänzungen der aktuellen Arzneitherapie, also z. B. Dosisveränderungen, Einnahme von säurebindenden Medikamenten, sog. „konservative“ Maßnahmen (Ernährungsumstellung, weniger Rauchen, Kopfende vom Betthöher stellen usw. - siehe „Hausmittel gegen Sodbrennen?“).


Autor

© multiMEDvision GbR, Berlin, 1992-2010. Texte und Abbildungen unterliegen deutschem und internationalem Urheberschutzrecht: Insbesondere der Nachdruck oder die Übernahme in digitale Medien ist nur nach Genehmigung möglich.