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Kunststoffnetz gegen Sodbrennen?

An der chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg soll ein neuartiges, minimal invasives Operationsverfahren gegen die chronische Refluxkrankheit geprüft werden. Dabei wird die Speiseröhre so weit wie möglich in den Bauchraum heruntergezogen und die Lücke zwischen Speiseröhre und Zwerchfell mit einem feinen Kunststoffnetz (engl. „mesh“) abgedeckt. So kann der Mageneingang unterhalb des Zwerchfelles festwachsen und die Speiseröhre kann nicht mehr in den Brustraum hochrutschen. Bei der Heidelberger Studie wird das Operationsverfahren mit der klassischen „Fundoplicatio“, verglichen, also dem Anlegen einer Muskelmanschette um den undichten Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen.

Beide Verfahren werden mittels „Schlüsselloch-Chirurgie“ durchgeführt („Laparoskopie“). Um internationalen Wissenschaftsstandards zu genügen, erfahren die Patienten nicht, mit welcher Methode sie operiert werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik. Die klinische Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Klinischen Studienzentrum Chirurgie (KSC), Heidelberg, durchgeführt.

„Ziel der Fundoplicatio ist es, den Schließmuskel der unteren Speiseröhre zu verstärken und damit das Zurückfließen von Magensaft in die Speiseröhre zu verhindern“, erklärt Professor Dr. Carsten Gutt, Leiter der Sektion „Minimal Invasive Chirurgie“ an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Manchmal hat diese Operation jedoch unerwünschte Folgen: Die Patienten sind nicht mehr in der Lage, aufzustoßen oder zu erbrechen. Dies kann zu Magenschmerzen, Blähungen, Durchfall und vermehrtem Windabgang führen. Deshalb wird jetzt das neuartige Operationsverfahren als Alternative auf den Prüfstand gestellt.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de Auch wenn „minimal-invasiv“ oft nach „besonders einfach durchzuführen“ klingt, ist im chirurgischen Alltag das Gegenteil der Fall. Besonders bei dem anspruchsvollen Operationsareal Speiseröhre - Zwerchfell - Magen. Und: Die „Mesh-augmentierte Hiatoplastik“ wie der Eingriff auf Medizinerdeutsch heisst, dient nur in zweiter Linie der Beherrschung der chronischen Refluxkrankheit, in erster Linie aber dem operativen Verschluß großer Zwerchfell-Durchbrüche in der Umgebung der Speiseröhre („paraösophageale Hiatus-Hernien“). Man kann den von der Arbeitsgruppe operierten Sodbrennen-Patienten nur wünschen, nicht als Versuchsperson „innovativer“ Technik, sondern als Patienten behandelt zu werden, die von ihren chronischen und oft quälenden Beschwerden geheilt werden möchten (nicht zuletzt, weil sich die in der Klinik zuvor erprobte Roboter-assistierte Fundoplicatio als - für Patienten - sinnlos herausgestellt hat).




Quellen:

Informationen bei Sodbrennen-Welt.de

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