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Antazida in der Selbstmedikation
Antazida bedeutende Basistherapeutika bei Magenerkrankungen

Antazida werden schon lange zur Behandlung von Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltraktes eingesetzt. Ihr Säure neutralisierendes Prinzip wurde zuletzt durch die Einführung von H2-Blockern und Protonenpumpeninhibitoren bestätigt. Bei den wichtigsten Syndromen des oberen Gastrointestinaltrakt sind sie bis heute die am meisten verwendeten Arzneimittel. Ihre Beliebtheit resultiert nach Ansicht führender Gastroenterologen nicht nur aus dem Beharrungsvermögen vieler Ärzte und Patienten, sondern auch aus der hervorragenden Wirkungs-Nebenwirkungsrelation besonders der aluminium- und magnesiumhydroxidhaltigen Antazida, die eine sichere und weitgehend nebenwirkungsfreie Therapie erlauben. Hinzu kommen neue Wirkaspekte dieser Medikamente (Zytoprotektion, Aktivierung der Prostaglandinsynthese, u. a.), die über das ursprüngliche Säurehemmungsprinzip weit hinausgehen.

Sodbrennen - ein Fall für Antazida

Sodbrennen - ein Fall für Antazida

Das Vorhandensein von gastroösophagealem Reflux deutet auf eine Insuffizenz des unteren Ösophagussphinkters hin. Bedingt z. B. durch verminderten Druck des inneren Sphinkters, durch Bewegungen des Zwerchfells oder einen Zwerchfellhochstand, z. B. bei Schwangerschaft. Weitere Faktoren, die mit der Entstehung einer Ösophagitis bei Reflux ("Refluxerkrankung") einhergehen, sind der Säuregehalt der Refluxflüssigkeit, die Unfähigkeit diese aus dem Ösophagus zu entfernen, die Menge des Mageninhalts und lokale Schutzfaktoren der Ösophagusmukosa.

Hauptsymptom der Refluxerkrankung ist Sodbrennen mit oder ohne Regurgitation von Mageninhalt bis in den Mund. Das brennende Gefühl neigt dazu, retrosternal aufwärts zu wandern. Oft bleibt der Schmerz auf die untere retrosternale Region beschränkt. Er kann sich aber auch bis zur Kehle ausdehnen und von einem sauren Geschmack im Mund begleitet sein. Die Differentialdiagnose refluxbedingten Sodbrennens wird vor allem durch die Erkennung von Symptommodalitäten erleichtert. Saures Aufstoßen verschlimmert sich beispielsweise oftmals, wenn die Betroffenen sich bücken oder hinlegen. Zudem kommt es bei Übergewichtigen häufiger zu Sodbrennen und saurem Aufstoßen als bei normalgewichtigen Menschen. Auch eine rasche Zunahme des Körpergewichts (z. B. bei 50% aller Schwangeren) kann Refluxbeschwerden auslösen oder verschlimmern. Sodbrennen ist auch eher nach sehr großen als nach kleinen Mahlzeiten zu erwarten.

Komplikationen nicht aus den Augen verlieren

Bei der Beratung selbst von banal erscheinendem Sodbrennen ist immer auch an die möglichen Komplikationen eines gastroösophagealen Refluxes zu denken. Im Vordergrund stehen Ösophagitis, peptische ösophageale Strikturen oder Ösophagusulzerationen. Eine peptische Ösophagitis kann Schluckschmerzen und möglicherweise massive, aber zumeist begrenzte Blutungen verursachen. Die peptische Striktur, bedingt durch narbige Veränderungen, hat eine langsam zunehmende Dysphagie für feste Nahrung zur Folge. Peptische Ösophagusgeschwüre verursachen denselben Schmerztyp wie Magen- oder Duodenalgeschwüre; die Schmerzen sind aber normalerweise am Xyphoid oder höher gelegen, substernal, lokalisiert. Sie heilen langsam, neigen zum Wiederauftreten und hinterlassen gewöhnlich nach dem Abheilen eine Striktur.

Akuter Schmerz: Verdacht auf Myokardinfarkt

Tritt der brennende Schmerz sehr plötzlich und stark auf und dehnt sich sogar auf Rücken und Arme aus, sollte differentialdiagnostisch immer an einen akuten Myokardinfarkt gedacht werden. Zahlreiche Untersuchungen haben - glücklicherweise - zeigen können, dass bei "Herzinfarkt"-Patienten nach Notfalleinweisung in etlichen Fällen eine Ösophagitis mit stark ausgeprägten Beschwerden Ursache der Schmerzen war, nicht aber ein Myokardinfarkt. Die als Komplikationen erwähnten Schluckbeschwerden sind ebenfalls immer ernst zu nehmen. Sie werden entweder als unangenehmes Gefühl beim Schlucken von Nahrung oder Getränken beschrieben (Dysphagie) oder als Gefühl, dass Essen oder Trinken in der Speiseröhre stecken bleiben. Treten Dysphagie und andere Schluckbeschwerden zum wiederholten Male auf, besteht der Verdacht auf eine Ösophagusstenose, bedingt z. B. durch einen Tumor. Eine nicht nur akzidentelle Regurgitation kann auch durch mechanische Blockaden des unteren Ösophagus bedingt sein, sei es durch Tumoren oder - häufiger - durch peptische Strikturen.

Beschränkte Behandlungsdauer bei Selbstmedikation

Bei der Beratung sind alle derzeit eingenommenen Medikamente von Bedeutung. Z. B. können anticholinerge bzw. anticholinerg wirkende Pharmaka wie trizyklische Antidepressiva oder Phenothiazine, Kalziumantagonisten, Nitrate, Theophyllin oder Aminophyllin Sodbrennen und saures Aufstoßen ebenso auslösen oder verstärken wie Koffein. Fehlende Beschwerdelinderung unter Antazidaeinnahme oder bis in die Arme ausstrahlende Schmerzen sind Hinweise, dass die Beschwerden wahrscheinlich nicht durch Säurereflux verursacht sind. Andere Ursachen wie eine koronare Herzkrankheit oder Gallenblasenerkrankungen sollten dann in Erwägung gezogen werden. Grundsätzlich gilt aus diesem Grund eine Beschränkung der Behandlungsdauer: Wenn unter der Einnahme von Antazida innerhalb 1 -2 Wochen keine Besserung des Sodbrennens eintritt, ist eine ärztliche Konsultation indiziert.

Anwendungshinweise bei Einnahme von Antazida wegen Refluxbeschwerden

Reichen Allgemeinmaßnahmen (siehe Tabelle) nicht zur Linderung von Beschwerden aus, verwenden Patienten mit unkompliziertem gastroösophagealen Reflux - auch im Bereich der Selbstmedikation - in der Mehrzahl der Fälle wirksame aluminium- und magnesiumhaltige Antazida wie z. B. Maaloxan. Bis zu einer bestimmten Beschwerdeausprägung reicht dies zumeist als Therapie aus. Besonders wichtig sind ergänzende Allgemeinmaßnahmen zu Unterstützung des Heilungsprozesses aber, wenn die Beschwerden chronisch oder rezidivierend auftreten. Solche Maßnahmen senken auch die Zahl der Rezidive von Sodbrennen, saurem Aufstoßen und der Refluxkrankheit. Wesentlich sind:

Allgemeinmaßnahmen

Komplikationen der Refluxerkrankung schließen grundsätzlich eine Selbstmedikation aus.

Dyspepsie - eine funktionelle Magenerkrankung

Ein häufiger Beschwerdekomplex in Arztpraxis und Apotheke sind "Verdauungsstörungen" oder "Magenbeschwerden". Ihre Symptome sind zumeist nicht auf ein einzelnes Organ oder einen Krankheitsprozess zu beziehen und können viele Ätiologien haben. Die Korrelation der Symptome einer Verdauungsstörung mit pathophysiologischen Veränderungen ist zumeist schwierig. Selbst in Einzelfällen endoskopisch und röntgenologisch nachgewiesene organische Veränderungen beweisen zudem nicht zwangsläufig eine ursächliche Verbindung zwischen Symptomen und pathophysiologischen Veränderungen. So wird z. B. der histologische Nachweis einer entzündlichen Gastritis bei 15-50% aller asymptomatischen gesunden freiwilligen Probanden gefunden werden. Hinzu kommt, dass dyspeptische Beschwerden oftmals psychogenen Einflüssen unterliegen. Die Bezeichnung Non-Ulcer-Dyspepsia (NUD) weist auf das Vorliegen dyspeptischer Beschwerden ohne endoskopisch gesicherte Ulzerationen der Magenmukosa hin. Psychosomatisch wird die Dyspepsie als eine psychoreaktive Funktionsstörung aufgefasst, die - neben den subjektiven Beschwerden - auch Auswirkungen auf "objektive" Parameter wie Säuresekretion und Motilität des Magens haben kann (funktionelle Dyspepsie). Als Gastritis oder Ösophagitis sollten, so fordern es Gastroenterologen, nur Erkrankungen mit endoskopisch gesicherten entzündlichen Veränderungen bezeichnet werden.

Bei Magenbeschwerden psychische Aspekte beachten

No Smoking!

Die wichtigste Allgemeinmaßnahme bei Beschwerden des oberen Verdauungstraktes ist der Rauchverzicht!

Hauptbeschwerden der Dyspepsie sind neben epigastrischen oder substernalen Schmerzen oftmals Aufstoßen, abdominelles Spannungsgefühl (Blähung und Völlegefühl) und Bauchknurren. Nahrungszufuhr kann die Schmerzen verschlechtern oder erleichtern. Andere im engen Zusammenhang hiermit entstehende Symptome sind Appetitlosigkeit, Übelkeit und Veränderungen des Stuhlgangs. Entsprechend der Pathogenese finden sich oftmals auch seelische Verstimmungen, wie Angst oder Depressionen.

Dyspepsien sind im Allgemeinen bei bis zu 50% der Patienten gutartige Verdauungsstörungen ohne pathologische Ursachen. Dyspeptische Symptome können jedoch auch bei Patienten mit einer Angina Pectoris (Schmerzverschlimmerung durch physische Anstrengung), bei gastroösophagealer Refluxerkrankung, bei peptischem Ulkus (s.u) sowie Cholezystitis oder Choledocholithiasis (intermittierende Schmerzen im rechten Oberbauch, Erbrechen nach den Mahlzeiten, Fieber, Ikterus) auftreten. Psychologisch sind Angst mit oder ohne Aerophagie, Konversionsneurose sowie somatisierte Depression und Hypochondrie abzugrenzen. Eine Laktoseintoleranz kann dyspeptische Beschwerden vortäuschen. Wichtig ist auch, nach den Stuhlganggewohnheiten zu fragen: Ein Wechsel zwischen Obstipation und Diarrhoe lässt eine generalisierte Motilitätsstörung genauso wie ein Colon irritabile (Reizdarm) als Ursache vermuten. Anhaltende Oberbauchschmerzen, besonders wenn sie mit Appetitlosigkeit und zunehmendem Gewichtsverlust einhergehen, können ein zu Grunde liegendes Krebsgeschehen in Magen oder Pankreas andeuten. Wichtig: Rauchen prädisponiert zu Magenbeschwerden und Ulzera; ja, es kann diese sogar verursachen. Auch zahlreiche Medikamente verursachen gastrointestinale Nebenwirkungen (vor allem Ulkus) - am häufigsten nicht-steroidale Antirrheumatika (z. B. Ibuprofen, Indomethacin u. a.) und Analgetika (z. B. ASS).

Chronisch-rezidivierende Magenbeschwerden: Endoskopische Diagnostik notwendig

Liegt der Verdacht einer der genannten Erkrankung vor, sollten Rat suchende Kunden immer zu einem Arztbesuch motiviert werden. Und: Da Magenbeschwerden bei Kindern sehr selten sind, ist bei ihnen eine pädiatrische Konsultation immer unumgänglich. Bei erstmaligen Magenverstimmungen älterer Patienten (über dem 50. Lebensjahr) ist ebenfalls Vorsicht geboten. Magenkrebs, der bei jungen Patienten selten ist, tritt gehäuft bei über 50ig-jährigen auf und kann sich mit den Beschwerden einer akuten Magenverstimmung äußern. Schließlich sollten Patienten mit chronischen oder immer rezidivierenden Magenbeschwerden ebenfalls ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Eine endoskopische Untersuchung ist dringend angeraten. Dies gilt auch für Patienten, die wegen dyspeptischer Beschwerden bereits Antazida ohne initiale Besserung der Beschwerden eingenommen haben oder sogar über eine Verschlechterung initial gebesserter Beschwerden berichten. Und: Tritt innerhalb von fünf Einnahmetagen keine Schmerzlinderung oder keine Verbesserung anderer Dyspepsiebeschwerden, ist der Versuch der Selbstmedikation abzubrechen. Dies ist noch wichtiger bei älteren multimorbiden Patienten unter - evtl. sog inkompatibler - Polytherapie. Zudem sind besonders in dieser Patientengruppe Interaktionen von Antazida mit anderen Pharmaka zu beachten; vor allem mit zahlreichen Antibiotika, Eisenpräparaten und magensaftresistenten Arzneimittelzubereitungen. Wenn nicht anders möglich, sollte zwischen Einnahme von Antazida und anderen Medikamenten wenigstens eine Stunde vergangen sein, da so unerwünschte Arzneimittelinteraktionen zu verringern sind.

Aluminium- und magnesiumhydroxidhaltige Antazida Mittel der Wahl

Sind schwere oder ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen, ist die Behandlung der Dyspepsie mit einem wirksamen und sicheren Antazidum wie z. B. Maaloxan empfehlenswert. In den meisten Fällen kann hierdurch die Linderung der Beschwerden oder auch ihr völliges Verschwinden erreicht werden. Allerdings ist immer auch der Ratschlag mitzugeben, das Rauchen einzuschränken, auf Alkohol zu verzichten und fettreiche Mahlzeiten zu vermeiden. Bei der Einnahme des gewählten Antazidums ist der Gebrauchsinformation zu folgen. Obwohl die Auswahl eines Antazidums letztlich durch die Patienten erfolgt, können hierbei einige sinnvolle Hinweise gegeben werden: Natriumbikarbonathaltige Antazida haben nur eine kurze Wirkdauer. Sie werden absorbiert, können den Säure-Basenhaushalt stören und Nierenschäden hervorrufen. Für kalziumkarbonathaltige Antazida gilt im Wesentlichen Ähnliches: Ihre Wirkung tritt zwar sehr rasch ein; hohe Dosen dieses Antazidums können jedoch Nebenwirkungen, besonders das Milchalkalisyndrom, hervorrufen (Anstieg des Serumkalziums, Veränderungen des Säure-Basenhaushaltes, Niereninsuffizienz). Eine Langzeitbehandlung ist deswegen obsolet. Empfehlenswert - sowohl für die kurz- wie die langzeitige Anwendung - sind aluminium- und magnesiumhaltige Antazida, die auch im ärztlichen Bereich überwiegend verordnet werden. Da die säurehemmenden Metallsalze dieser Antazida nur in geringsten Mengen absorbiert werden, resp. schnellstens wieder über die Niere ausgeschieden werden, treten keine systemischen Nebenwirkungen auf. Einzige Ausnahmen sind die Aufnahme exzessiver Antazidamengen sowie schwer nierenkranke Patienten. Bei letzteren sollte aber grundsätzlich keine Form der Selbstmedikation unterstützt werden.

Ulkus ventrikuli et duodeni - kein Fall für die Selbstbehandlung

Ein Ulkus ist als umschriebene, bis in die Lamina muscularis mucosae penetrierende Ulzeration definiert, die jene Bezirke der Schleimhaut betrifft, die der Einwirkung des Salzsäure-Pepsin-haltigen Sekrets ausgesetzt sind. Ein peptisches Ulkus entwickelt sich nur, wenn der Magen Säure sezerniert ("Ohne Säure kein Ulkus"). Ein Ulkus durchdringt die Mucosa muscularis, wenn nicht handelt es sich um eine Erosion. Das Gleichgewicht zwischen Faktoren, die die Bildung von Ulzera begünstigen (z. B. die Sekretion von Säure oder Pepsin in den Magen) oder protektiv auf den Aufbau der Schleimhaut wirken (z. B. Schleimproduktion, Membranbarrieren für die Permeabilität, Ersatz von abgeschilferten oder geschädigten Schleimhautzellen), kann durch viele Einflüsse gestört werden. Die unmittelbare Ursache des peptischen Ulkus ist nach wie vor ungeklärt. Es sind jedoch eine Reihe prädisponierender Faktoren bekannt, z. B. Medikamenteneinnahme (NSAR, Corticoide) aber auch genetische Belastungen. Aufgrund der möglichen Komplikationen eines Ulkus ist von einer Selbstbehandlung abzuraten.

Typische Ulkusschmerzen erleichtern die Diagnose

Das gewöhnliche peptische Ulkus verläuft chronisch-rezidivierend. Die Symptome ändern sich entsprechend der Lokalisation und dem Alter des Patienten. Die Beschwerden können bei Kindern atypisch und bei älteren Personen nur gering ausgeprägt sein. Einige Ulkuspatienten haben überhaupt keine Symptome, andere wiederum bemerken sie erst, wenn sich eine Komplikation entwickelt. Nur ungefähr die Hälfte der Patienten zeigt ein charakteristisches Symptomenbild. Der typische Schmerz wird als Brennen, Nagen oder Stechen beschrieben, es kommen aber auch Sodbrennen und Leeregefühl vor. Der typische Schmerz ist anhaltend, schwach bis mäßig stark ausgeprägt, sitzt in einem genau lokalisierbaren Areal, meist im Epigastrium und wird durch Antazida oder Milch erleichtert. Bei Patienten mit einem Duodenalulkus kann ein besonders typisches Schmerzmuster beobachtet werden: Die Schmerzen fehlen beim Aufwachen und erscheinen erst im Laufe des Morgens. Sie werden durch Essen erleichtert, kehren aber 2-3 Stunden nach der Mahlzeit wieder. Ein Schmerz, der den Patienten um 1 Uhr oder 2 Uhr nachts aufwachen lässt, ist hoch verdächtig auf ein Ulkus. Häufig tritt der Schmerz einmal oder mehrmals am Tag für eine bis mehrere Wochen lang auf und kann dann ohne Behandlung wieder verschwinden. Die Wiederkehr ist häufig, oft innerhalb der ersten 2 Jahre, gelegentlich auch nach mehreren Jahren. Die Symptomatik des Ulkus ventrikuli unterscheidet sich hiervon: Essen kann den Schmerz eher verstärken als erleichtern; besonders wenn das Ulkus im Pyloruskanal lokalisiert ist. Wegen des bestehenden Ödems und der Narbenbildung bieten die pylorischen Ulzera meist eine zusätzliche Obstruktionssymptomatik (Völlegefühl nach dem Essen, Übelkeit, Erbrechen). Die Schmerzen beim postbulbären Ulkus zeigen keine Beziehung zu den Mahlzeiten. Beim Ösophagusulkus oder der Ösophagitis tritt der Schmerz auf, wenn der Patient schluckt (heiße Speisen und Getränke!) oder liegt.

Die Diagnose kann oftmals anhand der geschilderten Symptome vermutet werden. Cave: Auch ein Magenkarzinom kann ähnliche Beschwerden verursachen. Grundsätzlich gilt, dass die Diagnose eines Ulkus nur endoskopisch erfolgen sollte. Hauptkomplikationen eines Ulkus sind Penetration und Perforation, Blutungen des Magengeschwürs sowie Obstruktionen. Die differentialdiagnostischen Probleme ohne Einsatz der Endoskopie lassen es angeraten erscheinen, Patienten mit möglichem Ulkus und Wunsch nach Selbstmedikation ärztliche Betreuung zu empfehlen.

Behandlung: Rauchverzicht wichtige Allgemeinmaßnahme

Obwohl die Acidität des Magens bei Patienten mit einem Magenulkus oft normal ist, wird die Behandlung eines Magen- und Duodenalgeschwürs darauf abgestimmt, die Magensäure zu neutralisieren oder zu reduzieren (im Vordergrund steht derzeit die Ersttherapie mit Protonenpumpeninhibitoren). Klingen die Symptome nicht innerhalb weniger Tage unter einer derartigen Therapie ab, kann eine Fehldiagnose vorliegen; der Patient kann eine Komplikation haben - z. B. eine Ulkusperforation. Weitere Ursachen: Das Behandlungsschema entspricht nicht der individuellen Situation oder der Patient hat eine schlechte Compliance.

Auch Antazida bringen eine Erleichterung der Ulkusbeschwerden, fördern die Heilung und verringern die Rezidivhäufigkeit. Wegen der möglichen Risiken sind absorbierbare Antazida in der Ulkustherapie zu vermeiden. Nicht-absorbierbare Antazida werden wegen ihrer geringeren Nebenwirkungen bevorzugt. Sie verbinden sich mit der Salzsäure unter Bildung nicht oder wenig resorbierbarer Salze, wodurch der pH-Wert des Magens ansteigt. Die läsionsfördernde Pepsinaktivität verringert sich unter dem pH-Anstieg > 4. Zudem kann Pepsin auch durch einige Antazida gebunden werden, z. B. aluminiumhydroxidhaltiges Maaloxan.

Ulkuspatienten haben eine chronisch rezidivierende Erkrankung. Die Suche nach einer effektiven Ulkusdiät oder wirksamen Allgemeinmaßnahmen ist bis heute weitgehend erfolglos verlaufen. In manchen Fällen können zwar - z. B. Änderung der Stressverarbeitung - Erfolge erzielt werden, eine Heilung bewirken sie jedoch nicht. Allein für den Tabakkonsum ist belegt, dass Rauchen die Rückbildung eines Ulkus verzögert oder verhindert und zudem Rezidive rascher auftreten lässt. Ulkuspatienten sind deswegen dringend davon zu überzeugen, das Rauchen im Interesse ihrer Gesundheit aufzugeben.

Literatur


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