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Antazida in der Selbstmedikation
Magenerkrankungen - Differentialdiagnostik im Beratungsgespräch

Die klinischen Indikationen für aluminium- und magnesiumhaltige Antazida wie Maaloxan reichen von Sodbrennen und Refluxösophagitis über Ulcus ventriculi et duodeni und peptische Magenbeschwerden bis hin zur Stressulkusprophylaxe bei Intensivpatienten. Eine Selbstbehandlung dieser Erkrankungen ist teilweise in Abhängigkeit von der Dauer und Ausprägung der Beschwerden möglich. Im Beratungsgespräch erlauben es nur die von den Kunden geschilderten Symptome, die möglichen Ursachen des Beschwerdebildes und die evtl. medizinische Behandlungsbedürftigkeit zu erfassen. Im Interesse der Patienten ist wegen der fehlenden differentialdiagnostischen Möglichkeiten größte Sorgfalt geboten.

Unter Berücksichtigung einiger Vorsichtsregeln (v.a. beschränkte Selbstbehandlungsdauer, Arztüberweisung bei ausbleibender Beschwerdelinderung durch Antazida) können die bei der Beratung geschilderten Beschwerdebilder dennoch oftmals wertvolle Hinweise auf die Causa und die Behandlungsnotwendigkeiten bei Störungen und Erkrankungen im oberen Gastrointestinaltrakt geben. Über das Vorkommen der verschiedenen Symptome bei Dyspepsie, Gastritiden und Ulzera gibt die Übersicht (s.u.) Auskunft. Einige zusätzliche Hinweise zu den verschiedenen gastrointestinalen Symptomen können die prima vista-Differentialdiagnose und die Beratung erleichtern:

Sodbrennen, saures Aufstoßen. Gelegentliches, moderates Sodbrennen, z. B. nach schwerem Essen oder exzessivem Alkoholverbrauch ist zumeist durch Ernährungsumstellung, Hochstellen des Bett-Kopfteiles und evtl. Antazidagabe beherrschbar. Auch Sodbrennen während der Schwangerschaft ist "normal" (intraabdominelle Druckerhöhung, Stress). Die Behandlung sollte allerdings dem betreuenden Geburtshelfer/Gynäkologen überlassen bleiben. Bei schwerem und anhaltendem Sodbrennen, bei dem auch Schmerzsensationen bis in Rücken und Arme ausstrahlen können, sowie gleichzeitig auftretenden weiteren gastrointestinalen Beschwerden, ist ein Arzt hinzuzuziehen. Die probatorische Selbstbehandlung von anhaltendem Sodbrennen sollte sich nicht über mehr als drei bis vier Wochen erstrecken. Ursache für Sodbrennen ist in den meisten Fällen eine Refluxproblematik, die durch Antazida nur in leichteren Fällen beherrscht werden kann. Ein ausbleibender Therapieerfolg weist deswegen nicht unbedingt auf eine schwere Erkrankung hin, sondern macht die Notwendigkeit deutlich, mit potenten Säuresekretionshemmern den Beschwerden entgegenzuwirken.

Schluckbeschwerden (Dysphagie), Nahrungsrückfluss (Regurgitation). Narbige Veränderungen bei einer Ösophagitis, Strikturen bei Ösophaguskarzinom und andere Ursachen können für eine teilweise oder komplette Obstruktion der Speiseröhre verantwortlich sein und Dysphagie und Regurgitation auslösen. Ein Arztbesuch ist bei diesen ernsten Symptomen immer dringend anzuraten. Psychisch ausgelöste Schluckbeschwerden (z. B. das "Globusgefühl" im Hals) können, genauso wie Schluckprobleme durch Größenzunahme der Schilddrüse, Symptome einer Refluxösophagitis imitieren. Auch hierbei bleibt die Selbstbehandlung natürlich erfolglos und sollte unterlassen werden.

Blähungen, Völlegefühl. Diese äußerst unspezifischen Beschwerden können auch bei peptischen Erkrankungen auftreten. Besonders bei jenen Patienten, die versuchen, ihr Sodbrennen mithilfe vermehrten (Luft-)Schluckens zu beherrschen (Aerophagie). Anhaltendes Völlegefühl zusammen mit raschem Sättigungsgefühl beim Essen kann Symptom maligner Obstruktionen im oberen Verdauungstrakt sein und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Magenschmerzen, epigastrische Schmerzen. Peptische Erkrankungen imponieren oft mit auf die Magengegend oder das Epigastrium projizierten Schmerzen. Die Schmerzmodalitäten lassen bei jedem zweiten Patienten zwischen der Lokalisation von Ulzera unterscheiden: Schmerzen unmittelbar beim Essen deuten auf die Speiseröhre hin; Schmerzverschlimmerung nach Nahrungsaufnahme ist für ein Ulkus ventrikuli typisch; nächtliche Schmerzen und Schmerzerleichterung durch Essen sind typisch für ein Ulkus duodeni (Schmerzrückkehr etwa 2-3 Stunden später). In den Rücken oder die Arme ausstrahlende epigastrische Schmerzen können einen Herzinfarktverdacht wecken. In diesem Fall ist, genauso wie bei andauernden heftigen epigastrischen Bauchschmerzen oder fehlender Schmerzlinderung durch Antazida, ein sofortiger Arztbesuch zu empfehlen.

Abwehrspannung der Bauchdecke, intensive abdominelle Druckschmerzempfindlichkeit. Diese Notfallsymptome machen, besonders wenn sie zusammen mit Fieber, Bewusstseinsstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen oder anderen Beschwerden auftreten, eine notärztliche Betreuung dringend empfehlenswert! Hier kann der Durchbruch eines Ulkus mit lebensbedrohlicher Peritonitis vorliegen. Bei Kindern ist zu bedenken, dass sie eine Vielzahl von Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen auf das Abdomen projizieren und so die richtige Diagnosestellung erschweren.

Appetitverlust. Ausgeprägter allgemeiner Appetitverlust bei Magendarmbeschwerden, vor allem ohne Völlegefühl, aber zusammen mit Gewichtsabnahme, ist ein starkes Warnsignal. Das Symptom weist, sofern keine psychischen Ursachen vorliegen, generell auf eine ernsthafte Einschränkung vegetativer Regelkreise in Folge schwerer Krankheiten hin und sollte grundsätzlich Ernst genommen werden.

Gewichtsverlust, körperliche Auszehrung (Kachexie). Unerklärlicher Gewichtsverlust ist ein ebenso ernstes Symptom, besonders wenn dabei die körperliche Leistungsfähigkeit ebenfalls abnimmt. Wegen der Gefahr maligner Erkrankungen ist immer ein Arzt aufzusuchen.

Übelkeit und Erbrechen. Übelkeit und Erbrechen kann bei einer Fülle von Erkrankungen (akut und chronisch auftreten). Liegt die Ursache im Ösophagus (Obstruktion), fehlt die Übelkeit. Übelkeit und Erbrechen beim Ulkus ventrikuli zeigt sich zumeist bald nach der Nahrungsaufnahme. Erbrechen die Patienten erst 3-8 Stunden später, muss an eine Obstruktion im Bereich des Magenausgangs gedacht werden. Übelkeit und Erbrechen ist häufig Ausdruck psychovegetativer Störungen. Allein anamnestisch ist dies aber nicht zu differenzieren. Wenn also nicht eindeutig eine vorübergehende Verdauungsstörung ("verdorbener Magen") vorliegt, ist immer ein Arztbesuch zu empfehlen.

Blut im Stuhl, blutiges Erbrechen. Kaum ein Symptom ist - zu Recht - so beunruhigend wie das Auftreten von Blut. Patienten mit peptischen Läsionen, vor allem Ulkus, entwickeln trotz moderner Therapien in 10% der Fälle Magenblutungen. Eine sofortige ärztliche Untersuchung ist anzuraten, antazide Selbstbehandlung ist weder empfehlenswert noch ausreichend.

Verdauungsbeschwerden. Die breite Palette der Verdauungsstörungen inkl. Flatulenz, Diarrhoe oder Obstipation kann auch im Rahmen von peptischen Erkrankungen auftreten. Sei es als Folge der Medikation, sei es als weiterer Ausdruck des kausalen Stressgeschehens oder aus anderen Gründen. Differentialdiagnostisch sind infektiöse und chronische Darmerkrankungen abzugrenzen - eine Aufgabe, die selbst im ärztlichen Bereich Probleme bereiten kann. Polytherapie im Bereich der Selbstmedikation ("etwas gegen das Sodbrennen, etwas gegen die Verstopfung, etc.") sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Grenzen der Selbstmedikation

Die Grenzen der Selbstmedikation bei peptischen Beschwerden des oberen Gastrointestinaltraktes werden neben Dauer und Ausprägung der Symptome im Wesentlichen durch die maximale Dauer der Selbstmedikation ohne ärztliche Konsultation sowie die Wirkungen der eingeleiteten Allgemeinmaßnahmen und der eingenommenen Medikamente gezogen. Die Selbstmedikationsdauer sollte niemals den Zeitraum überschreiten, der ärztlicherseits für eine probatorische Therapie bei gleicher Symptomatik empfohlen wird - also maximal vier bis sechs Wochen. In dieser Zeit sollten Patienten mit einfachen peptischen Läsionen unter Einfluss einer wirksamen Behandlung, z. B. mit aluminium- und magnesiumhydroxidhaltigen Antazida weitgehend beschwerdefrei werden. Bei stärker ausgeprägter Symptomatik, einem Patientenalter über 45 oder einem ausbleibendem Therapieeffekt ist umgehend eine aussagekräftige Diagnostik mit anschließender rationaler Therapie einzuleiten. Der wirksamen Antazidatherapie sollten immer Allgemeinmaßnahmen zur Seite gestellt werden, die die Heilung beschleunigen und die Rückfallhäufigkeit senken können. Im Wesentlichen gehören hierzu:

In Hinsicht auf die beiden letzten Punkte ist zu betonen, dass die medikamentöse Behandlung peptischer Läsionen immer nur eine symptomatische Therapie ist und zusätzlich bestenfalls - wie die aluminiumhaltigen Antazida - die Selbstheilungskräfte der Mukosa unterstützt. Wenn auf die kausale Therapie peptischer Erkrankungen wegen Vorhandensein wirksamer symptomatischer Therapieprinzipien ärztlicherseits weitgehend verzichtet wird, heißt dies nicht, dass den ursächlichen Einflüssen überhaupt keine Beachtung geschenkt werden braucht. Viele Patienten sind dankbar für den Hinweis, dass dyspeptische Beschwerden und Erkrankungen in einer Vielzahl von Fällen durch einen - z. B. durch starken Stress - gestörten Leib-Seele-Zusammenhang entstehen, also psychosomatische Erkrankungen sind.

Symptome Reizmagen,
Dyspepsie,
Gastritis
Refluxöso-
phagitis
Ulkus
ventrikuli
Ulkus duodeni Andere Erkrankungen
Sodbrennen,
saures
Aufstoßen
* - ** *** * (*) Ösophagus-
karzinom
Schluckbe-
schwerden bei
der Nahrungs-
aufnahme
möglich
(eher psychisch
bedingt)
** - - Zahnerkrankungen,
Ösophagus-
divertikel, Magenkarzinom,
Stress ("Globus-
gefühl" im Hals)
Blähungen,
Völlegefühl
*** **
(oft in Verbindung
mit häufigem
Luftschlucken)
(*) (*) Leber-, Gallen-
blasen- und Bauchspeichel-
drüsenerkrankungen,
Unverträglichkeits-
reaktionen (z. B. Milch),
"verdorbener Magen"
Magen-
schmerzen,
Oberbauch-
schmerzen
*
(eher konstant)
** *** ** Erkrankungen von
Leber, Galle,
Pankreas u.v.a.m.,
Dauerschmerzen
bei Magenkarzinom
Gespannte
Bauchdecke,
intensive
Druckschmerz-
haftigkeit
*
(zumeist psychisch bedingt)
- bei lebens-
gefährlichem Ulkus-
Durchbruch!
bei lebens-
gefährlichem Ulkus-
Durchbruch!
Magenkarzinom,
Peritonitis,
zahlreiche internistische
Erkrankungen -
zumeist akut-infektiös, Ileus
Appetitverlust (*) (*) (*) (*) Innere Erkrankungen,
Medikamente,
psychische Ursachen
(Depression!),
Malignome
Gewichts-
verlust
*
(immer wieder
psychisch bedingt,
z. B. bei Magersucht u. a.)
(*) ** ** maligne Erkrankungen
des Verdauungs-
traktes und anderer
Organe, infektiöse
Darmerkrankungen,
chronische Diarrhoe
Übelkeit und
Erbrechen
* * ** * Gravidität,
Medikamente,
Systemerkrankungen,
ZNS-Schäden,
Alkoholabusus,
Magenkarzinom,
Infektion,
Lebensmittelver-
giftung, Stress
Blut im Stuhl,
blutiges Erbrechen
("kaffeesatzartig"),
Anämie
(*) ** **** *** Varizen z. B. im
Ösophagus,
Lebererkrankungen, chron. entzündliche Darmerkrankungen
Verdauungs-
beschwerden
** (*) * * Erkrankungen
von Leber, Gallenblase
und Bauchspeichel-
drüse, akute und vor
allem chronische Darm-
erkrankungen, Nahrungsmittel-
unverträglichkeiten,
Malnutrition


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