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Der Magen in der Gegenwartskunst
„Peptikos Solinas“ von Andres Savva

Körperwelten

© Institut für Plastination, Heidelberg

Exhibitionistisch-sensationelle, entwürdigende und die Totenruhe verletzende Blicke auf den Menschen - wie zum Beispiel bei Gunther von Hagens - mögen dem ewig gierigen Blick vieler bilderübersättigter moderner Fernsehkonsumenten gefallen. Doch weder seine Verkleidung als einer der größten deutschen Nachkriegs-Künstler noch der kommerzielle Erfolg seiner anatomisch-circensischen Wander-Darbietungen können darüber hinweg täuschen: Es handelt sich bei den von Hagensschen Plastinaten nicht um Kunst, hier finden keine künstlerischen Grenzgänge vom materiell Erfahrbaren hin zum Wesenhaften des Menschen statt, es werden nicht einmal die Bildungseffekte öffentlicher Sektionen der Renaissance erzielt. Um so interessanter wird es, wenn sich tatsächliche Künstler und echte Könner mit dem Objekt „physischer Mensch“ beschäftigen.

Andreas Savva

Einer von ihnen ist Andreas Savva (* 1970 in Kyrenia/Girne, Zypern; lebt heute in Athen), der seine bemerkenswerten Plastiken und raumfüllenden Installationen bei vielen großen Ausstellungen in Europa präsentiert.

Eine Serie seiner Installationen trägt seit 1993 den Namen „Opportunist“ aus immer neu entstehenden Objekten. Deren Bezeichnung „ tug of war“ - also Tauziehen - deutet das dabei von Savva verwendete Hauptmaterial an, nämlich Seile. Diese werden - je nach Ausstellungskontext - in verschiedensten Variationen und Größen zu beeindruckenden Objekten aufgespannt. Das vorgestellte Objekt - „Peptikos Solinas“ (Verdauungstrakt) - wurde beispielsweise bei der 1. Internationalen Biennale der Gegenwartskunst in Sevilla (BIACS I, 2004) zwischen den seltsamen Brennöfen im ehemaligen Karthäuser-Kloster und heutigen Ausstellungszentrum Monasterio de la Cartuja aufgespannt. Fast zeitgleich war Savva auch bei einer vom europäischen Patentamt in München ausgerichteten Ausstellung zur griechischen Gegenwartskunst zu sehen. Von der Kuratorin der Ausstellung, Françoise Heitsch, stammt die Abbildung „Peptikos Solinas“.

Andreas Savva, Peptikos Solinas

Andreas Savva: „Peptikos Solinas“ (Verdauungstrakt)

Auch wenn der Term „Tauziehen“ vor allem die reale Schaffenstätigkeit des Künstlers bei einem Objekt wie „Peptikos Solinas“ andeutet, weist das Ergebnis in mehrfacher Hinsicht auf den assoziierten Term „Verstrickungen“ hin. Sei es in politischer (derzeit besonders die wieder aktuelle Zypernproblematik) oder auch in thematischer Hinsicht (der Verdauungstrakt als heiß umkämpfte Grenzfläche zwischen äußerer und innerer Welt). Lächelnd merkt Savva zudem an, dass sein Werk Verdauungstrakt - ganz anders als gesunde Mägen - schon nach wenigen Wochen erste Spuren des natürlichen Vergehens zeigt. Aus medizinischer Sicht bietet das Werk „Verdauungstrakt“ von Savva zahlreiche Analogien zur natürlichen biologischen Vorlage. Folgen Sie einfach unserer kleinen medizinisch orientierten Interpretation.

Permeabilität

Die Wände des Verdauungstraktes erscheinen auf den ersten Blick undurchdringbar (haben sie sichtbare Löcher wie bei einem durchgebrochenen Magengeschwür, ist dies potentiell lebensbedrohlich). Funktionell sind sie jedoch gleichzeitig - wie viele Grenzen dieser Welt - durchlässig, sogar in beide Richtungen. Das Netzmuster der miteinander verstrickten Seile von „Peptikos Solinas“ zeigt dies deutlich. Hinweis: Die Darmwand ist nicht nur „chemisch“ durchlässig (entlang eines Konzentrationsgefälles). Sondern besitzt auch aktive Transportmechanismen, um gewünschte Stoffe nach Bedarf durch die Darmwand zu schleusen.

Grenzfläche

Trotz ihrer Durchlässigkeit markieren die Wände des Verdauungstraktes mindestens zwei unterschiedliche Kompartimente - das Äußere und das Innere. Beide Räume sind bei „Peptikos Solinas“ klar zu erkennen. Biologisch interessant: Der bei Savva von außen abgetrennte Innen-Raum des Objektes ist beim Menschen in Wirklichkeit ein Außen-Raum. Also ein Bereich, der über Mund und Anus in direkter Verbindung mit der Außenwelt steht. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass ihr Darm-Inneres biologisch gesehen Teil der Außenwelt ist (was auch die massive Besiedlung durch Bakterien erklärt - drei Kilogramm im Dickdarm).

Öffnungen

Selbstverständlich erscheint, dass der Verdauungstrakt getrennte Ein- und Ausgänge hat. Dies zeigt das Objekt von Savva auch deutlich. Doch ist dies eine späte Erfindung der Evolution. Eine Vielzahl früh entstandener Tiere besitzen nicht diese Fähigkeit, die Außenwelt vollständig durch sich hindurch fließen zu lassen (z. B. die Weichtiere).

Schwerkraft

Der starke Einfluss der Gravitation auf den Verdauungstrakt ist - aus Sicht von Sodbrennen-Betroffenen - besonders bedeutsam und in Savvas Werk ebenfalls klar erkennbar. Nicht alle Organe unterliegen der Schwerkraft - das Gehirn ist beispielsweise schwimmend gelagert und somit weitgehend der Schwerkraft entzogen. Die durch den aufrechten Gang bedingte, verstärkte Schwerkraft-Einwirkung auf den Magen ist eine zentrale Ursache für Sodbrennen. Grund: Der Speiseröhren-Schließmuskel wird hierdurch in die Länge gezogen und funktioniert nicht mehr hundertprozentig.

Textur

Magen und Darm sind nicht einfach aus einem Klumpen Erde geformt, wie die Bibel suggeriert. Sondern bestehen aus einem komplexen Geflecht von Einzelsträngen verschiedener Gewebe (Muskeln, Bindegewebe, Adern, Nerven). Das netzartige Geflecht von „Peptikos Solinas“ erscheint wie ein Versuch, die Schwerkraft zu überwinden. Genau wie in der Natur, wo netzartig durchbrochene Strukturen Voraussetzung für die Flugfähigkeit von Insekten oder Vögeln sind. Auch die vom Erscheinungsbild so ähnlichen Netze der Hängematten tun nur eines: Sie entführen uns aus der Erdenschwere hinauf in Morpheus Arme. Für Ärzte: Savvas Verdauungstrakt zeigt sogar, wo der Nervus vagus bei nicht heilbarem Magengeschwür durchtrennt wird.

Mageninhalt

„Verdauungstrakt, gefüllt mit allerlei Objekten“, beschreibt Savva seinen „Peptikos Solinas“. Dazu gibt es nicht viel zu sagen, außer: Der Mensch ist ein Allesfresser, kann fast alles durch seinen Magen-Darmtrakt hindurch lassen (sollte dies jedoch oftmals eher unterlassen).


Werke von Leonarda da Vinci

Eingeweide-Gesamtübersicht / Der vitruvianische Mensch (Leonardo)

Nicht nur Ärzte, sondern vor allem Künstler standen in der Neuzeit für Innovationen der (funktionellen) Anatomie. Doch anders als Ärzten ging und geht es vielen Künstlern um eine Durchdringung der körperlichen Welt auf der Suche nach der freien Luft des Ideals oder Geistes (logos). Der großartigste, bis heute am inspirierendsten wirkende Künstler war wohl Leonarda da Vinci, der wie Paracelsus im Mikrokosmos des Körpers dem primordialen Makrokosmos der Welt zu begegnen suchte. Ein mögliches Resümee: In dem Maße, in dem ein Künstler zum Schöpfer wird, können wir - die Betrachter - in ihren Werken dem kreativen Geist unserer Welt erlebend begegnen.



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