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Stellungnahme zur Aluminiumdiskussion bei der Anwendung von Antazida

1. Aluminiumresorption und -toxizität

Bei der oralen Applikation aluminium- magnesiumhydroxidhaltiger Antazida kommt es im Verlauf der Neutralisationsreaktion im Magen zu einer Freisetzung des Aluminiums in seine ionogene Form (Al3+), in der es vom Organismus resorbiert werden kann (1). Prinzipiell wird Aluminium aber auch aus anderen aluminiumhaltigen Antazida - wie z. B. den sog. Schichtgitterantazida Magaldrat oder Hydrotalcit - in gleicher relativer Menge in Anhängigkeit von der intragastralen H+-Ionen-Konzentration freigesetzt (2, 3). Somit werden aus Antazida mit vergleichbarem Aluminiumgehalt auch vergleichbare Mengen Aluminiumionen freigesetzt und resorbiert. Die resorbierbare Menge beträgt deutlich weniger als 1% der applizierten Aluminiumdosis (1). Eine exakte Angabe der gastrointestinalen Aluminiumresorption ist dabei u. a. deswegen nicht möglich, weil die Resorption neben dem pH-Wert auch von anderen Faktoren abhängig ist. Im oberen Duodenum kommt es z. B. in Anwesenheit von Nahrungsbestandteilen zu Interaktionen und u. a. zur Bildung unlöslicher Aluminiumver-bindungen mit Phosphaten oder Fluoriden, die vom Organismus nicht resorbiert werden können (4). Die Homöostase des Aluminiums wird über die Nieren aufrechterhalten, so daß eine Akkumulation des Aluminiums im Organismus bei nierengesunden Patienten ausgeschlossen werden kann (5, 6).

Zu erhöhten, toxikologisch relevanten Aluminiumblutspiegeln kann es bei Dialysepatienten kommen, die zum einen einer hohen Aluminiumkonzentration im Dialysewasser ausgesetzt sein können und zum anderen durch prophylaktische Gabe von Aluminiumhydroxid zur Therapie der Hyperphosphatämie zusätzlich Aluminium aufnehmen. Die toxischen Effekte des Aluminiums manifestieren sich bei diesem Patientenkreis in einer Vitamin-D-resistenten Osteomalazie, Anämie und Enzephalopathie (5, 7). Da die Enzephalopathie ausschließlich bei Dialysepatienten beschrieben worden ist, wird sie in der wissen-schaftlichen Literatur als Dialyseenzephalopathie bezeichnet.

2. Morbus Alzheimer

Nach heutigem Wissen wird eine genetische Komponente und nicht eine etwaige Aluminiumbelastung als entscheidender ätiologischer Faktor der Alzheimer'schen Demenz diskutiert. Dabei scheint die Entstehung der für die Alzheimer'sche Krankheit pathognomonischen Amyloidablagerungen im Gehirn durch eine Umwandlung von Membraneiweißen bedingt zu sein, deren Bauplan auf einem Gen des Chromosom 21 lokalisiert ist. Die Umwandlung, die offensichtlich durch die Zerstörung von Nervenzellen oder -zellmembranen bedingt ist, ist u. a. altersabhängig. Gestützt werden diese Ergeb-nisse durch die Tatsache, daß bei Patienten mit Trisomie 21 (Down-Syndrom), die ein überzähliges Chromosom 21 aufweisen, regelmäßig ab einem Alter von 30 Jahren Amyloidablagerungen im Gehirn auftreten, die denen des M. Alzheimer entsprechen (8, 9, 10). Da sich außerdem die neuropathologischen Veränderungen beim M. Alzheimer deutlich von denen der Dialyseenzephalopathie unterscheiden, ist eine ursächliche Beteili-gung des Aluminium bei der Entstehung des M. Alzheimer eher unwahrscheinlich (11, 12).

Auch die Aussagekraft einer epidemiologischen Studie, die einen Zusammenhang zwischen der alimentären Aluminiumaufnahme und der Entstehung des M. Alzheimer nachzuweisen versucht (13), wird durch diese Forschungsergebnisse relativiert. Außerdem läßt die unzureichende Methodik der Studie keine exakten wissenschaftlichen Aussagen zu (14).

Weiterhin konnte gezeigt werden, daß der bisherige histologische Aluminiumnachweis im Gewebe unzureichend war und zu Fehlinterpretationen bezüglich eines ätiologischen Zusammenhangs zwischen Aluminium und dem M. Alzheimer geführt hat (15).

Auch in der pharmakologischen Standardliteratur (16) und in Publikationen zur Verträglichkeit der Antazida (6, 17) finden sch keine Hinweise für einen ätiologischen Zusammenhang zwischen der Anwendung dieser Arzneimittel und der Entstehung des M. Alzheimer.

Literatur
(1) Nauert, C. et al.: Serum and urine electrolytes after intake of aluminium-magnesium containing antacids in therapeutic doses; Gut 35 (Suppl. 4), A209, 1994.
(2) Wilson, G.E. et al.: Action of Hydrochloric Acid on Aluminium Hydroxide-Magnesium Hydroxide Gels and Magaldrate: Al NMR and pH-Stat Studies; J. Pharm. Sci. 74 (10), S. 1075 - 1077, 1985. (Medline)
(3) Rauch, H. et al.: Serum aluminium levels of intensive care patients treated with two different antacids for prevention of stress ulceration; Intens. Care Med. 15, S. 84 - 86, 1989. (Medline)
(4) Szelenyi, I.: Stellenwert der Antazida in der Ulcustherapie; Leber, Magen, Darm 17, S. 150 - 162, 1987.
(5) Forth, W.: Toxikologische Bewertung systemischer Effekte von Antazida; Z. Gastroenterol. 26 (Suppl. 1), S. 20 - 26, 1988.
(6) Sewing, K.-F.: Tolerance of antacids; J. Physiol. Pharmacol. 44, 75 -77, 1993
(7) Wills, M.R., et al.: Aluminium Poisoning: Dialysis Encephalopathy, Osteomalazia and Anaemia; The Lancet, July 2nd, S. 29 - 33, 1983.
(8) Editorial: Alzheimer's Disease, Down's Syndrom and Chromosome 21; The Lancet, May 2nd, S. 1011 - 1012, 1987.
(9) Beyreuther, K.: Alzheimer Demenz - eine ganz natürliche Folge des Alterns; Ärzte Zeitung 8 (13), 25.01.1989.
(10) Schütz, E.: Buchbesprechung; Z. Gastroenterol. 27 (1), S. 75, 1989.
(11) Schlote, W.: Morbus Alzheimer - eine Aluminium Krankheit? Aluminium in der Therapie - nützlich oder schädlich?; 1. Auflage, S. 113 - 125, Verlag Ludwig Brunner GmbH, Nürnberg, 1988.
(12) Hughes, J. T.: Aluminium Encephalopathy and Alzheimer's Disease; The Lancet, March 4th, S. 490, 1989. (Medline)
(13) Martyn, C.N. et al.: Geographical Relation between Alzheimer's Disease and aluminium in drinking water; The Lancet, January 14th, S. 59 - 62, 1989. (Medline)
(14) Letters to the Editor: (Re.: Aluminium and Alzheimer's Disease); The Lancet, February 4th, S. 267 - 269, 1989.
(15) Landsberg, J.P. et al.: Absence of Aluminium in Neuritic Plaque Cores in Alzheimer's Disease; Nature, Vol 360, November 5th, S. 65 - 68, 1992. (Medline)
(16) Goodman and Gilman's: The Pharmacological Basis of Therapeutics; 9th Edition, S. 910 - 913, Macmillan Publishing Company, 1996.
(17) Colin-Jones, D. et al.: Alzheimer's Disease and Antacid Users; The Lancet, June 24th, 1453, 1989. (Medline)

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