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Dyspepsie:
Hydrogenkarbonatreiche Heilwässer unterstützen die Therapie mit Antazida

Prof. Dr. Karl-Ludwig Resch
Institut für Balneologie und Kurortwissenschaft, Bad Elster

Oberbauchbeschwerden finden sich in den westlichen Industriestaaten bei 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung. Ein Drittel der Betroffenen begibt sich in ärztliche Behandlung, die anderen zwei Drittel greifen vermutlich zur Selbsthilfe und Selbstmedikation.

Unter Dyspepsie versteht man einen Symptomenkomplex im oberen Gastrointestinaltrakt, der vornehmlich Beschwerden im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme umschreibt, zum Beispiel zu rasche Sättigung, Völlegefühl nach der Mahlzeit, Übelkeit, gespannter Oberbauch, Aufstoßen bis hin zum Erbrechen. Wenn die Symptomatik über drei Monate persistiert oder rezidiviert, ist eine weiter gehende Untersuchung angebracht. Findet sich dabei kein pathologischer Befund, so ist die Diagnose Funktionelle Dyspepsie gerechtfertigt. Differentialdiagnostisch kommen Störungen wie der gastroösophageale Reflux, Ulcera oder auch Tumoren infrage, die durch entsprechende, insbesondere endoskopische, Untersuchungsverfahren zweifelsfrei ausgeschlossen werden müssen.

Antazida sind bei 91 Prozent der Hausärzte das Mittel der Wahl bei der Dyspepsie. In der großen Mehrzahl der Fälle (leichte bis mittlere Symptomatik bzw. nicht zu häufiges Auftreten) werden erst bei Erfolglosigkeit H2-Antagonisten und später Protonenpumpenhemmer verordnet. Die Patienten ziehen eine medikamentöse Behandlung der Beschwerden vor; zu einer Änderung ihrer Ernährungsgewohnheiten sind die meisten nicht zu bewegen. Zu den Antazida gehören Calciumcarbonate, Magnesiumhydroxide, Bismuth- und Aluminium-Verbindungen. Ihre Wirkung ist zum einen die Säureneutralisation im Magen, zum anderen eine Mukosaprotektion der Magenschleimhaut. H2-Antagonisten verhindern die Freisetzung gebildeter Magensäure, während Protonenpumpenhemmer die Bildung von Magensäure verhindern. Beide Substanzgruppen können durch Antazida wirkungsvoll ergänzt werden, wobei Antazida sich durch einen schnelleren Wirkungseintritt auszeichnen als die beiden anderen Gruppen. Deshalb eignen sie sich besonders für die Akuttherapie.

Heilwässer mit einem hohen Hydrogencarbonatgehalt werden in der Kurortmedizin seit langem erfolgreich in der Behandlung von Magenstörungen eingesetzt. Als Fertigarzneimittel bedürfen sie der Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und unterliegen den gleichen Kontrollen wie andere pharmazeutische Präparate. Ein klinisch relevanter Effekt bei der Behandlung von dyspeptischen Störungen kann bei einem Heilwasser erwartet werden, das mehr als 1,3g/l HCO3-Ionen enthält.

Im Rahmen von Trinkkuren konnte eine Besserung der Symptomatik von dyspeptischen Beschwerden festgestellt werden. Sie wird auf eine Normalisierung der Sekretionsverhältnisse zurückgeführt, die sowohl in Ruhe als auch nach der Nahrungsaufnahme zu verzeichnen war. Daneben wird auch eine Neutralisation überschüssiger Magensäure und die Bindung von Gallensäure diskutiert, aber auch eine Anregung der Mukosasekretion, der Mukosadurchblutung und der Freisetzung von Enterogastron, das die Gastrinfreisetzung hemmt. Der Magen-pH steigt nachweislich, wobei Begleitionen die Dauer der pH-Änderung beeinflussen: Natriumhydrogencarbonatreiche Heilwässer haben eine geringere Magenverweildauer als Calciumhydrogencarbonatreiche; daher beeinflussen sie den Magen-pH weniger nachhaltig.

Der beste Effekt tritt ein, wenn Heilwasser in Abständen in kleineren Portionen getrunken wird. Die Säureneutralisationskapazität von hydrogencarbonatreichen Heilwässern und Antazida ist durchaus vergleichbar. 0,3 Liter Heilwasser mit einem Gehalt von 3 Gramm pro Liter Hydrogencarbonat hat die gleiche Säureneutralisationskapaziät wie eine Tablette eines typischen frei verkäuflichen Antazidums.

Die Kohlensäure im Heilwasser kann ebenfalls den Magen beeinflussen. Sie verursacht eine Dilatation der Magengefäße und damit eine Verbesserung der Schleimhautdurchblutung, wirkt also mukosaprotektiv. Allerdings regt sie auch die Magensäureproduktion an und kann - vor allem bei größeren Trinkmengen - zur Verstärkung der Beschwerden beitragen. Der Kohlensäuregehalt des Heilwassers sollte also bei Patienten mit Dyspepsie nicht zu hoch sein.

Auch die Heilwasser-Temperatur hat Einfluss auf die Magenschleimhaut. Je kälter die Wassertemperatur, desto länger ist die Magenverweildauer. Eine längere Verweildauer des Heilwassers im Magen erhöht zwar die Säureneutralisation, der Kältereiz erhöht jedoch die Säureproduktion. Deshalb sollten Heilwässer am besten zimmertemperiert getrunken werden.

Heilwasser zur Unterstützung von Antazida gegen dyspeptische Beschwerden einzusetzen, hat weitere Vorteile. Untersuchungen haben klar gezeigt, dass Patienten, die ein Heilwasser therapeutisch einsetzen, dieses (unbewusst) zusätzlich zu sich nehmen. Sie trinken also mehr, gleichen ihre Flüssigkeitsbilanz aus und vermeiden Flüssigkeitsdefizite. Die Blutviskosität und die Durchblutung wird verbessert, die renale Ausscheidung erhöht. Heilwässer sind einfach und sicher zu handhaben. Mit ihnen steht bei leichteren Formen der Dyspepsie eine gut dosierbare natürliche Ergänzung der Therapie mit Antazida zur Verfügung.

Weitere Informationen rund um das Thema Heilwasser finden Sie unter www.heilwasser.com.

Prof. Dr. med. Karl-Ludwig Resch
Institut für Balneologie und Kurortwissenschaft
Kirchstr. 8
08645 Bad Elster

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser.


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