Erkrankungen der Speiseröhre
Was ist eine Reflux-Erkrankung?
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Als Refluxkrankheit wird ein Rückfluss von Magensaft dann bezeichnet, wenn häufige Beschwerden und/oder nachweisbare Veränderungen in der Speiseröhre entstanden sind. Dies bedeutet, dass eine Refluxkrankheit auch ohne Beschwerden wie z. B. Sodbrennen vorhanden sein kann. Die häufigste dann erkennbare Schädigung der Speiseröhren-Schleimhaut ist eine Speiseröhrenentzündung. Umgekehrt kann auch über Beschwerden wie z. B. saures Aufstoßen geklagt werden, ohne dass erkennbare Schleimhautschäden in der Speiseröhre vorliegen.
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Schleimhautschädigung Schäden der Schleimhaut sind am besten mit einer Spiegelung direkt zu betrachten. Dabei können sich oberflächliche Schleimhautdefekte ("Erosionen"), tiefer reichende Defekte (Geschwür, "Ulkus") oder narbige Einengungen ("Strikturen") der Speiseröhre zeigen. Eine weitere häufige Veränderung ist der Umbau der Schleimhautzellen in der unteren Speiseröhre. Anstatt des normalen Plattenepithels kommt dann Zylinderepithel wie im Magen vor ("Barrett-Ösophagus").
Faktoren, die eine Refluxkrankheit begünstigen
Alle diese Faktoren können den Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre fördern. |
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Sekundärer Reflux Liegt der Refluxkrankheit eine andere Krankheit zu Grunde, wie bestimmte Bindegewebs- oder Muskelerkrankungen, eine verzögerte Magenentleerung (beispielsweise durch ein Geschwür am Magenausgang) oder ist der untere Speiseröhrenschließmuskel durch einen operativen Eingriff zerstört, dann wird die Refluxkrankheit als sekundäre Erkrankung angesehen. Achtung: Neben dem Reflux vom Magen in die Speiseröhre kommt auch ein Rückfluss von Darminhalt aus dem Zwölffingerdarm in den Magen vor. Dies kann eine bestehende Refluxkrankheit verkomplizieren.
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Lebensführung Einige Eigenheiten des persönlichen Lebensstils können das Entstehen von Sodbrennen bzw. einer Refluxkrankheit fördern:
- Übergewicht, die Einnahme großer Speisemengen (besonders im Zusammenhang mit konzentrierten alkoholischen Getränken)
- enge Kleidung (Gürtel, Korsett)
- häufige Betätigung der Bauchpresse (Heben schwerer Lasten, chronische Stuhlverstopfung) führen zu einer Erhöhung des Druckes im Bauchinnenraum. Wird dieser stärker als der Druck des unteren Speiseröhrenschließmuskels, kommt es zu einem Reflux.
- Rauchen,
- fette Speisen und
- einige Medikamente (bestimmte Medikamente gegen Bluthochdruck, gegen Herzverkrampfung, die "Pille", Pfefferminzpräparate) setzen den Druck des unteren Ösophagusschließmuskels herab und begünstigen somit einen Reflux.
- Auch die Einnahme einer späten Abendmahlzeit fördert die Entstehung von Sodbrennen.
Nahrungsmittel Viele Personen, die unter Sodbrennen leiden, vertragen schlecht:
- Zitrusfrüchte und -säfte,
- Coca-Cola und Kaffee,
- Schokolade,
- Tomaten und Tomatensaft sowie
- Weißwein
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