Erkrankungen der Speiseröhre
Medizinische Diagnostik
Beschwerde-Schilderung Ausgangspunkt der Untersuchung sind die von den Betroffenen geschilderten Beschwerden. Diese Angaben entscheiden wesentlich über die notwendigen weiteren Maßnahmen zur Krankheitserkennung. Es ist daher wichtig darüber zu berichten,
- wann die Beschwerden begonnen haben
- welche Veränderungen seither aufgetreten sind oder ob
- andere Maßnahmen eingeleitet wurden (Medikamente, Ernährungsveränderung).
In manchen Fällen kann auf eine intensivere Untersuchung verzichtet werden. Besonders, wenn ein typisches Sodbrennen nur selten auftritt und der Allgemeinzustand und das Wohlbefinden kaum beeinträchtigt sind. In solchen Fällen wird oft sofort mit einer wirksamen Behandlung begonnen.
Diagnostik notwendig! Bessern sich die Beschwerden unter einer solchen "probatorischen" (versuchsweisen) Behandlung nach etwa vier Wochen nicht, wird eine weiterführende Diagnostik notwendig. Das Gleiche gilt schon beim ersten Arztbesuch, wenn Schluckstörungen, Gewichtsabnahme, in den Rücken ausstrahlende Schmerzen oder Blutungen aufgetreten sind.
Spiegelung (Endoskopie) Die bedeutendste Untersuchung bei Sodbrennen oder Refluxkrankheit ist die Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Anfangsteil des Zwölffingerdarms ("Endoskopie").
Wie funktioniert dies? Hierbei wird ein flexibles, dünnes, schlauchförmiges Instrument ("Endoskop") vom Rachen aus in die Speiseröhre vorgeschoben. Eine winzige Videokamera an der Spitze des Endoskops zeigt das Innere von Speiseröhre oder Magen in hoher Auflösung auf einem Fernsehmonitor. Auf Wunsch kann die Spiegelung mit einer Beruhigungsspritze eingeleitet werden. Zwischenfälle sind äußerst selten (z. B. Blutungen, eine Durchstoßung der Speiseröhrenwand, Komplikationen vonseiten des Herzens oder der Lungen) und kommen nur in 0,09% der Fälle vor. Wichtig: Moderne Endoskope erlauben auch das Einführen winziger Instrumente, mit denen z. B. Gewebeproben entnommen werden können oder operative Eingriffe möglich sind. Ein wichtiges Beispiel ist die Stillung von Blutungen in der Speiseröhre oder im Magen.
Zwar lassen sich endoskopisch nicht immer Schleimhautveränderungen finden, die genauso stark ausgeprägt wie die individuellen Beschwerden sind. Dennoch weisen die zu beobachtenden Schädigungen in gewissem Grad auf die Schwere des Magensaft-Rückflusses hin. In aller Regel lassen sich mit der Endoskopie sowohl Schädigungen der Speiseröhrenschleimhaut durch eine Refluxkrankheit nachweisen als auch Erkrankungen ausschließen, in deren Folge erst eine Refluxkrankheit auftreten kann (sekundärer Reflux).
Säurebestimmungen Fehlen endoskopisch sichtbare Veränderungen, dann bedeutet dies nicht - wie bereits erwähnt -, dass keine Refluxkrankheit vorliegt. Als weiterführendes Diagnoseverfahren ist nun die pH-Metrie angezeigt. Diese Methode bestimmt die Häufigkeit und Dauer des Magensaft-Rückflusses über 24 Stunden. Hierzu misst eine dünne Sonde im unteren Speiseröhrendrittel die Säurestärke (pH-Wert) und meldet diese an einen elektronischen Digitalspeicher, der am Körper getragen wird. Ist auch hiermit keine Abklärung möglich, werden schließlich Druckmessungen in der Speiseröhre oder auch ein Säurebelastungstest durchgeführt, um die Diagnose zu sichern.
| zurück | weiter |

