Erkrankungen des Magens
Vorbeugung
Offensichtlich haben zahlreiche äußere Faktoren Einfluss sowohl auf die Ulkus-Entstehung als auch das Wiederauftreten eines Ulkus. Die Patienten sollten deswegen nicht nur die verordnete Behandlung gewissenhaft durchführen, sondern bei Bedarf auch Veränderungen in ihrem Lebensstil in Erwägung ziehen.
Ernährung Regelmäßige und in Ruhe eingenommene Mahlzeiten sowie gutes Kauen (und damit Einspeicheln) der Nahrung sind empfehlenswert. Dabei sollten Gemüse und Obst unbedingt berücksichtigt werden. Auf keinen Fall darf die Kost einseitig sein. Eine ballaststoffreiche Nahrung schont den Magen mehr als angeblich "Magen schonende Süppchen und Breie" (eine effektive "Ulkus-Diät" gibt es nicht). Das Einspeicheln der Nahrung führt dem Magen gleichzeitig Schutzstoffe zu, die die Magenschleimhaut gegen Schädigung abwehrstärker machen können. Gegen den Genuss von Alkohol und Kaffee in kleinen Mengen gibt es keine wissenschaftlich begründeten Einwände. Allerdings sollten sie in der akuten Ulkusphase gemieden werden. Besonders schlecht wird Wein vertragen.
Die wichtigste Allgemeinmaßnahme bei Beschwerden des oberen Verdauungstraktes ist der Rauchverzicht! |
Stress Wer ständig unter Anspannung steht und häufig von Ärger und Ängsten belastet wird, sollte nicht versuchen diese Belastungen durch Alkohol oder Nikotin auszugleichen. Empfehlenswert ist es hingegen, für ein ausgewogenes Verhältnis von Anspannung und Entspannung im Alltag zu sorgen. Da viele Menschen sich nicht in notwendigem Umfang entspannen und Stresswirkungen ausgleichen können, sind Entspannungs-Techniken empfehlenswert. Beispielsweise Autogenes Training, zahlreiche Yoga- oder Atem-Übungen. Auch rhythmische Ausdauersportarten wie Schwimmen in maßvollem Umfang verbessern die Entspannungsfähigkeit. Wichtig: Rauchen fördert nachweislich die Ulkusbildung, verzögert die Ulkusheilung und lässt die Rückfallquote ansteigen!
Schmerzmittel Nicht wenig Menschen verwenden in erheblichen Mengen Schmerzmittel ohne ärztliche Verordnung. Zahlreiche dieser Medikamente fördern stark die Ulkus-Entstehung. Aus diesem Grund sollten entsprechende Medikamente nie ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.
Selbstbehandlung Unklare Oberbauchbeschwerden, Sodbrennen, aber auch Ulkus-Symptome werden von vielen Patienten nicht ausreichend Ernst genommen. Trotz teilweise erheblicher Einschränkung der Lebensqualität behandeln zahlreiche Patienten solche Beschwerden dann mit frei verkäuflichen Medikamenten oder irgendwelchen "Hausmitteln" selbst. Da ein Ulkus von Magen oder Zwölffingerdarm potenziell eine lebensbedrohliche Erkrankung sein kann, ist eine Selbstbehandlung aus ärztlicher Sicht nicht ratsam. Aber: Viele Menschen leiden unter gelegentlichen Funktionsstörungen des oberen Verdauungstraktes. Also Beschwerden, bei denen die Verdauungsfunktion gestört ist und keine organischen Veränderungen nachweisbar sind. Funktionsstörungen dieser Art hängen oft mit psychischen Belastungen zusammen ("etwas schlägt einem auf den Magen..."), oft aber auch mit Fehlern bei der Ernährung. In solchen Fällen, besonders, wenn die Beschwerden nicht andauernd anhalten, kann eine Selbstbehandlung gerechtfertigt sein. Bei über Wochen anhaltenden oder gar stärker werdenden Beschwerden sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden.
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