Erkrankungen des Magens
Medizinische Therapie
Eine schnelle Besserung der Schmerzsymptomatik bei einem Ulkus ist mit Medikamenten möglich:
- Antazida (neutralisieren unter anderem die Magensäure, hemmen Pepsin )
- H2-Blocker (verringern die Säurebildung der Belegzellen erheblich)
- Protonenpumpenhemmern (schränken die Säurebildung stark ein)
Diese Medikamente können gleichzeitig auch zur Abheilung des Geschwürs eingesetzt werden. Dabei zeigt es sich, dass die schnellste Abheilung mit den Protonenpumpenhemmern erfolgt, da diese die Säuresekretion am stärksten und längsten herabsetzen.
Um allerdings Rückfälle der Ulkuskrankheit weitgehend zu verhindern, sind noch andere Maßnahmen erforderlich: Durch die Langzeitbehandlung mit der halben Dosis jener Medikamente, die zur Behandlung des akuten Ulkusschubes eingesetzt werden (bis zwei Jahre und länger), lässt sich die Häufigkeit von Ulkus-Rückfällen erheblich verringern. Entscheidend für die Verhinderung eines Rückfalls ist aus heutiger Sicht jedoch die Beseitigung des Helicobacter pylori-Keimes in der Schleimhaut ("Eradikations-Therapie"). Kann dieses Ziel erreicht werden, kommt es nur dann wieder zum Auftreten von Geschwüren, wenn eine erneute Infektion erfolgt oder ein Ulkus aus anderen Gründen ausgelöst wird (z. B. durch Schmerz- und Rheumamittel). Eine erneute Besiedelung mit dem Erreger wird bei etwa 1% der Behandelten pro Jahr beobachtet.
Eradikationsbehandlung Die Eradikationsbehandlung wird mittlerweile nicht allein zur Rezidivprophylaxe eingesetzt, sondern auch zur Behandlung eines akuten Ulkus. Das heißt, dass nicht erst eine Behandlung mit Antazida, H2-Blockern oder Protonenpumpenhemmern zur Abheilung des Ulkus erfolgt und dann mit der Eradikation begonnen wird, sondern sofort. In der Eradikationstherapie sind derzeit zwei Behandlungsmethoden im Einsatz: Bei der einen wird ein Antibiotikum in Kombination mit einer säurehemmenden Substanz (zumeist ein Protonenpumpenhemmer) über 14 Tage eingenommen ("duale Therapie"). Bei der anderen werden zwei Antibiotika und eine säurehemmende Substanz (öfter ein Protonenpumpenhemmer, seltener ein H2-Blocker) über eine Zeitdauer von 7 Tagen eingesetzt ("Triple-Therapie"). Wegen der kürzeren Behandlungsdauer und der höheren Erfolgsrate bei der Eradikation des Helicobacter pylori wird die Triple-Therapie häufiger durchgeführt.
Nebenwirkungen Wie jede medikamentöse Behandlung kann auch die Eradikationstherapie mit Nebenwirkungen einhergehen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass diese - auch wegen der relativ kurzen Behandlungsdauer - so gering sind, dass sie vom Nutzen der Therapie bei weitem überwogen werden. In den meisten Fällen ist nicht einmal ein Abbruch der Behandlung erforderlich. Wichtig: Bei mangelhafter Disziplin des Patienten bei der Einnahme der Medikamente ist der Therapieerfolg deutlich gefährdet. Denn - wie bei jeder Infektionskrankheit - muss ständig ein ausreichender Wirkspiegel der Antibiotika vorhanden sein, um die Keime erfolgreich zu beseitigen.
Komplikations-Behandlung Wie erwähnt wird die Ulkus-Komplikation Blutung heute in erster Linie "konservativ" (internistisch) unter Zuhilfenahme der Spiegelung und blutstillender Maßnahmen durch endoskopische Instrumente behandelt. Nur wenn man hiermit keinen Stillstand der Blutung erreicht, wird eine herkömmliche Operation notwendig. Ein Ulkus-Durchbruch wird - bis auf Ausnahmefälle - fast immer operativ behandelt.
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