Säurebedingte Magenerkrankungen
Glossar medizinischer Fachbegriffe
Acetylsalicylsäure
Medikament (ASS), das Bestandteil vieler Schmerzmittel ist. Als reine Substanz wird es gegen die Bildung von Blutgerinnseln eingesetzt. ASS verursacht häufig Ulkus und Magen-Darmblutungen.
adaptive Relaxation
Anpassungsfähigkeit des Magens an die Nahrungszufuhr (Vergrößerung), ohne dass dabei die Spannung der Magenwände zunimmt.
Antazida
Säureneutralisierende Medikamenten-Gruppe, die zudem auch Schleimhaut schützende und regenerierende Wirkungen haben kann. Trotz Einführung stärkerer Säurehemmer weiterhin eine der wichtigsten Arzneimittelgruppen zur Behandlung von säurebedingten Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes.
ballaststoffreiche Kost
Ernährung, die einen hohen Anteil unverdaulicher Bestandteile enthält, z. B. Vollkornprodukte.
Barrett-Ösophagus
Bedeutende Komplikation der Refluxkrankheit. Unbehandelt entwickelt sich bei 10-20% der Patienten mit Barrett-Ösophagus eine Krebsgeschwulst.
Bauchspeicheldrüse
"Pankreas", wichtigste Verdauungsdrüse, die zum Abbau von Zuckern, Eiweißen und Fetten die entsprechenden Substanzen in den Darm abgibt und durch die gleichzeitige Abgabe größerer Mengen Bikarbonat den pH-Wert erhöht. Die Drüse bildet auch das Insulin.
Belegzellen
Spezialisierte Magenschleimhautzellen, die Magensäure und den Intrinsic-Faktor bilden.
Bulbus
Zwiebelförmige Aufweitung des Anfangsteils des Zwölffingerdarms.
Diagnostik
Die Gesamtheit der im Einzelfall angewendeten medizinischen Untersuchungsverfahren. Ziel ist die Erkennung von Beschwerde verursachenden Krankheiten.
duale Therapie
Ulkus-Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer und einem Antibiotikum.
Duodenum
Zwölffingerdarm.
Endoskop, Endoskopie
Flexibles Instrument, mit dem Körperhohlräume betrachtet werden können. Die Untersuchung wird als Endoskopie (Spiegelung) bezeichnet.
Eradikationstherapie
Behandlung zur Befreiung der Magen-Darm-Schleimhaut von dem Keim Helicobacter pylori.
Erosionen
Frühe Form der oft säurebedingten Schleimhautschädigung in Speiseröhre oder Magen.
Gastrin
Verdauungshormon, das die Magensäurebildung fördert.
H2-Blocker
Medikamente, die die Säurebildung hemmen, indem sie den Reiz, der durch das Gewebshormon Histamin auf die Belegzelle ausgelöst wird, blockieren.
Helicobacter pylori
Bakterium, das sich nur auf der Magenschleimhaut ansiedelt (beim Zwölffingerdarmgeschwür haben sich im Laufe des Lebens Magenschleimhautinseln in seinem Anfangsteil gebildet) und für die Geschwürsbildungen eine entscheidende Rolle spielt.
Hiatus-Hernie
Übermäßige Erweiterung der Zwerchfellöffnung, durch die die Speiseröhre in die Bauchhöhle gelangt. Beschwerden sind möglich, wenn Teile des Magens in diese Öffnung gedrückt und eingeklemmt werden.
Intrinsic-Faktor
Eine im Magen gebildete Zuckereiweißverbindung, die das aus der Nahrung zugeführte lebensnotwendige Vitamin B12 komplex bindet und zur Vitamin-B12-Aufnahme im letzten Dünndarmabschnitt notwendig ist.
Komplikationen
Krankheitszeichen oder krankhafte Veränderungen, die eine bestimmte Krankheit erschweren oder verkomplizieren können (z. B. Blutungen beim Ulkus).
Lipase
Fettverdauendes Enzym.
Magensäure
Salzsäure, Bestandteil des Magensaftes mit verschiedenen Verdauungs- und Schutzfunktionen. Verringern sich die Schutzfunktionen der Magenschleimhaut, ist die Säure Auslöser für Schädigungen der Schleimhaut ("ohne Säure kein Ulkus").
Nüchternschmerz
Schmerz, der durch Nahrungsaufnahme deutlich abnimmt oder ganz verschwindet; typisch für das Ulkus des Zwölffingerdarms.
Pepsin
Ein Eiweiß spaltendes Enzym, das aus verschiedenen Vorstufen (Pepsinogene) im Magensaft gebildet wird.
Perforation
Durchbruch eines Geschwürs (Ulkus) in die freie Bauchhöhle.
pH-Wert, pH-Metrie
Wie sauer eine Flüssigkeit ist, gibt der pH-Wert (0-12) an; gemessen wird dies mit der pH-Metrie. Die Salzsäure des Magensaftes ist normalerweise extrem sauer.
Protonenpumpenhemmer
Medikamente, die die Säurebildung im Magen blockieren, indem sie jeglichen Säurebildungsreiz hemmen. Dadurch sind sie die stärksten bekannten Säurehemmer.
Pylorus
Magenpförtner, Übergang des Magens in den Zwölffingerdarm.
Reflux, -Erkrankung
Rückfluss von Verdauungssäften, z. B. aus dem Magen in die Speiseröhre oder aus dem Zwölffingerdarm in den Magen. Treten hierdurch Beschwerden und organische Veränderungen auf, wird von der R.-Erkrankung gesprochen.
Rezidiv
Rückfall einer Krankheit. Heute liegt das Hauptgewicht der Ulkusbehandlung auf der Vorbeugung von Rezidiven ("Rezidiv-Prophylaxe").
Symptom
Erkrankungs-Zeichen, Krankheits-Beschwerde.
Teerstuhl
Teerschwarzer Stuhl, der auf eine Blutung aus Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm hinweist.
Triple-Therapie
Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer (seltener H2-Blocker) und zwei Antibiotika.
Ulkus
Geschwür, d.h. ein Defekt, der die Schleimhaut überschreitet und die gesamte Magen- oder Zwölffingerdarmwand durchdringen kann. Je nach Lokalisation wird das U. ventrikuli (Magen) und das U. duodeni (Zwölffingerdarm) unterschieden.
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