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Vorsicht bei enger Kleidung! Sodbrennen kann die Folge sein


Vorsicht bei enger Kleidung

Wenn der Mageninhalt durch Aufstoßen in die Speiseröhre zurückfließt (Reflux), entsteht häufig ein brennender Schmerz in der Brust oder im Rachenraum: Sodbrennen. Dies ist die häufigste Gesundheitsstörung in Deutschland überhaupt. Einer der möglichen Gründe für Sodbrennen, so die Techniker-Krankenkasse in einer Pressemitteilung, ist zu enge Kleidung [1].

Die häufigsten Sodbrennen-Ursachen sind übermäßiges Essen, erhöhte Produktion der Magensäure (z. B. durch Nikotin, Alkohol, Stress oder Medikamente), Übergewicht oder zu enge, auf den Magen drückende Kleidung. Aber auch eine Schwäche des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen (Ösophagus-Sphinkter) kann sich hinter den Beschwerden verbergen.

Viele Patienten mit Sodbrennen haben schon die Erfahrung gemacht, dass eine plötzliche Druckerhöhung im Bauch (Husten, Bücken, Heben einer schweren Last) den Rückfluß von Mageninhalt die Speiseröhre hinauf, und damit auch Sodbrennen, auslösen kann. Auch bei bestimmten Erkrankungen kommt es zu einer Erhöhung des Druckes im Bauch (intraabdominaler Druck). Zum Beispiel bei der Bauchwassersucht (Aszites), die infolge verschiedenster Erkrankungen auftreten kann. Wird bei Aszites-Patienten mit Sodbrennen der Druck im Bauch erheblich verringert (um über 70 Prozent), geht auch der Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (Reflux) und damit das hierdurch ausgelöste Sodbrennen erheblich zurück [2].

Schwangerschaft Doch ganz so eindeutig ist die Druckfrage nicht: Schwangere, bei denen sich der Druck im Bauchraum über neun Monate allmählich erhöhen soll, leiden extrem häufig an Sodbrennen (mehr als jede zweite Schwangere!). Die eingängige Druck-Theorie ist aber falsch: 1. Die Druckerhöhung im Mutterleib ist gering, sonst würden nicht zuletzt lebenswichtige Blutgefäße abgeklemmt und eine Mangelversorgung des ungeborenen Kindes möglich sein (was in seltenen Fällen, bei schweren Krankheiten der Mutter, mal passieren kann). Zudem reagiert der Speiseröhren-Schließmuskels gesunder Menschen eigenständig mit einer Druckerhöhung, wenn es z. B. durch Bauchpresse zum Rückfluß von Mageninhalt kommen könnte. 2. Mittlerweile ist mehrfach gezeigt worden, dass nicht die Druckerhöhung im Bauchraum, sondern das schwangerschaftserhaltende Hormon Progesteron an der vorübergehenden Schwäche des Speiseröhren-Schließmuskels schuld ist [3]. Das Hormon „erweicht“ sinnvollerweise bestimmte Muskeln - zum Beispiel der Gebärmutter -, damit das Kind genügend Platz hat. Dummerweise werden dadurch auch andere, ähnlich aufgebaute Muskeln vorübergehend geschwächt. Eben zum Beispiel der Speiseröhren-Schließmuskel.

Einfache Tipps als Alltagshilfe bei Sodbrennen:


  1. Simon J: Sodbrennen: Wenn der Magen Feuer speit (Pressemitteilung TK), Mainz 12.5.2005.
  2. Navarro-Rodriguez T, Hashimoto CL, Carrilho FJ, Strauss E, Laudanna AA, Moraes-Filho JP: Reduction of abdominal pressure in patients with ascites reduces gastroesophageal reflux. Dis Esophagus. 2003;16(2):77-82 (Medline).
  3. Richter JE: Review article: the management of heartburn in pregnancy. Aliment Pharmacol Ther. 2005 Nov 1;22(9):749-57 (Medline).

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