Funktions-Prüfung in der Speiseröhre („Ösophagus“)
Säure, die vom Magen in die Speiseröhre aufsteigt, verursacht nicht bei jedem Patienten in gleicher Weise Aufstoßen oder Sodbrennen. Etwa 10-15% der Patienten mit Sodbrennen weisen sowohl bei der Spiegelung („endoskopisch)“ als auch beim Säurebelastungs-Test („pH-Metrie“) einen Normalbefund auf. Es liegt dann ein „sensitiver Ösophagus“ vor (andere Bezeichnungen: „hypersensitiver Ösophagus“, „säuresensitiver Ösophagus“, „irritabler Ösophagus“). In diesen Fällen können Provokationstests in der Speiseröhre eingesetzt werden, um die Diagnose eines „sensitiven Ösophagus“ zu sichern.
Bernsteintest Hiermit wird getestet, ob in der Speiseröhre eine chemische Überempfindlichkeit oder eine Säure-Hypersensitivität besteht. Dabei wird die Speiseröhre für 20 min über eine Magensonde abwechselnd mit 0,9prozentiger, isotonischer Kochsalzlösung und dann mit einer leicht sauren Salzsäure-Lösung (0,1 normal) durchspült. Dabei werden die auftretenden Beschwerden der Testpersonen aufgezeichnet. Falls Refluxsymptome wie Sodbrennen oder brennende Schmerzen hinter dem Brustbein durch die Säure hervorgerufen und bei der Kochsalzperfusion wieder erleichtert werden, wird der Bernsteintest als „positiv“ bezeichnet. Dann wird die Diagnose eines säuresensitiven Ösophagus gestellt.
Ballondistensionstest Bei diesem Test wird geprüft, ob die ösophagealen Schmerzschwellen bei mechanischer Stimulation verändert sind. Dazu wird ein Katheter mit einem Ballon versehen und in der Speiseröhre platziert. Dann wird der Ballon in kleinen Schritten gedehnt. Dabei werden die Wahrnehmungsschwellen, Wand-Elastizität und Beschwerden der Versuchspersonen registriert.
- Autor: Rainer H. Bubenzer, multi MED vision, Berliner Medizinredaktion, November 2006.
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