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Omas Hausmittel
Schnelle Kartoffel-Hilfe bei Sodbrennen

Kartoffeln

Der Saft frischer Kartoffelknollen hat im Einsatz gegen Magenleiden bereits Tradition, auch wenn er besonders bei Ärzten in Vergessenheit geriet. Im Spektrum der „Hausmittel“ gegen Sodbrennen wird er nur noch von Heilerde getoppt. Kartoffelsaft ist eine Selbstbehandlungs-Option, wenn bei akutem Sodbrennen kein Antazidum zur Verfügung steht oder diese hochwirksamen Arzneimittel nicht vertragen werden.

In der traditionellen Medizin Europas wird der Saft frischer Kartoffelknollen bei Magenleiden, vor allem mit Übersäuerung, eingesetzt. So nutzte bereits der Zürcher Arzt Maximilian Bircher-Benner vor rund 100 Jahren die heilende Wirkung frisch gepressten Kartoffelsaftes bei Magenbeschwerden. Dieser Saft sollte, so empfahl er weiter, am besten gleich nach der Zubereitung getrunken werden. Denn sonst verfärbt sich der Saft schon nach kurzem Stehenlassen an der Luft dunkel, und einige Inhaltsstoffe werden durch Oxidation in Farbstoffe umgewandelt. Unklar ist, ob hierdurch die säurehemmende Wirkung des Saftes verloren geht. Eine neue, von Prof. Dr. Sigrun Chrubasik, Freiburg, durchgeführte Anwendungsbeobachtung bestätigt, dass frisch gepresster Kartoffelsaft tatsächlich quälend-brennende Oberbauchbeschwerden bei Patienten mit Sodbrennen lindern kann [1, 2, 3].

Geschichtliches und Allgemeines: Um die Mitte des 16. Jahrhunderts gelangten die ersten Nachrichten von der Kartoffel durch Pedro de Cieza (Chronik von Peru) und Lopez von Gomara (Geschichte von Amerika, 1554) nach Europa. Ob die ersten Kartoffeln durch zurückkehrende Kolonisten, durch Franz Drake oder Walter Raleigh in der alten Welt eingeführt worden sind, ist ungeklärt. Die erste Abbildung der Kartoffelpflanze unter dem Namen Arachidna Theophrasti lieferte Clusius, und noch im Jahre 1616 wurden die Kartoffeln als eine Seltenheit an der königlichen Tafel in Paris verspeist. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts breitete sich dann ihre Kultur über ganz Mitteleuropa aus. - In der Arzneikunde wurde die Kartoffel mit gutem Erfolge gegen Skorbut und mit China zusammen gegen Wechselfieber verwendet. Der Extrakt aus den Blättern und Stengeln, der eine opiumähnliche Wirkung hat, wurde gegen Husten und Krämpfe gegeben [4].

Im Rahmen der Untersuchung hatten die Patienten eine Woche lang morgens gleich nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen je 100 ml Kartoffelsaft getrunken (bei Anhalten der Beschwerden auch mehr). Dabei wurde die Wirksamkeit anhand eines Beschwerdeprofils, eines krankheitsspezifischen Fragebogens zur Lebensqualität und durch Patienten-Selbsteinschätzung der Wirksamkeit ermittelt. Nach einer Woche hatten sich die Beschwerden bei 2/3 der Patienten gebessert, das Beschwerdeprofil um mehr als 40% und die Lebensqualität um mehr als 50%. Die Patienten waren mit dem Behandlungserfolg sehr zufrieden („sehr gut“ oder „gut“). Nur bei einem Drittel war das Safttrinken ohne Erfolg geblieben. Vermutlich brauchen diese eine konzentriertere Zubereitung aus der Kartoffel, so Chrubasik, und können nicht auf die Einnahme konventioneller säurebindender oder -hemmender Arzneimittel verzichten.

Wirkung: In der Volksmedizin findet das Wasser, in dem ungeschälte Kartoffeln gekocht worden sind, als gutes Mittel bei trockenem Kehlkopfkatarrh und Bronchitis Anwendung. Auch schlafbringende Wirkung wird ihm zugeschrieben. Äußerlich gebraucht man rohe geriebene Kartoffeln als erstes Mittel bei Verbrühungen und Verbrennungen. Bis heute auch gerne in Form von Umschläge oder als Auflagen [4].

Der Kartoffelsaft kann in der Selbstbehandlung genutzt werden, bevor ein Arzt Medikamente verschreibt. Verschwindet das Sodbrennen im Verlauf eines Monats jedoch nicht, gilt grundsätzlich, dass die Ursache abgeklärt werden muss - durch den Hausarzt oder einen Gastroenterologen. Auf jeden Fall erfordert länger bestehendes Sodbrennen sachgerechte Behandlung und nicht nur Kartoffelsaft!

Praktische Anwendung: Der Saft der rohen, möglichst roten Kartoffelknolle ist bei schwerer chronischer Hyperazidität („Übersäuerung“) indiziert. Es ist hier nicht ein Dämpfungsmittel, sondern ein Heilmittel erster Klasse. Bei längerem Gebrauch des Saftes der rohen geriebenen Kartoffel verschwindet auch die häufig mit Sodbrennen („Pyrosis“) auftretende hartnäckige Obstipation [4].

Tipps (von unserer Partner-Website Heilpflanzen-Welt.de)

  1. Hochwertiger Kartoffelsaft ist als Frischpflanzen-Presssaft mit arzneilicher Zulassung in Reformhäusern oder Apotheken erhältlich. Achten Sie bei der Verwendung auf eine, nach der Öffnung einer Flasche notwendige durchgehende Kühlung.
  2. Bei der Selbstherstellung achten Sie bitte darauf, dass die Kartoffeln vollständig entkeimt, nicht grün oder nicht von Braunfäule befallen sind. Vor dem Entsaften im herkömmlichen mechanischen Entsafter, bitte die rohen (Bio!)-Kartoffeln gründlich säubern, aber nicht schälen.
  3. Kartoffelsaft ist auch bei Sodbrennen von Schwangeren gut einsetzbar, weil keine Nebenwirkungen zu befürchten sind. Eine mögliche Dosierung: 3-4mal täglich 5 ml Saft und vor dem Zubettgehen nochmals 10 ml [5].
  4. Der Kaloriengehalt des Saftes ist mit 16 Kcal pro 100 ml (0,3 BE) gering. Deshalb können auch Schwangere, die Probleme mit Schwangerschafts-Diabetes haben, den Saft ohne Sorgen verwenden.

  1. Chrubasik S, Boyko T, Filippov Y, Torda T: Further evidence on the effectiveness of potato juice in dyspeptic complaints. Phytomedicine. 2006 Sep;13(8):596-7 (Medline).
  2. Chrubasik S, Chrubasik C, Torda T, Madisch A: Efficacy and tolerability of potato juice in dyspeptic patients: a pilot study. Phytomedicine. 2006 Jan;13(1-2):11-5 (Kurzfassung).
  3. Chrubasik S: Mit Kartoffelsaft gegen Sodbrennen - Alte Weisheit neu entdeckt. Medical Tribune public (Schweiz). Dez. 2005, Jan. 2006.
  4. Madaus G: Lehrbuch der biologischen Heilmittel. Thieme Verlag, Leipzig, 1938.
  5. Struck D: Sodbrennen in der Schwangerschaft - ein Fall für Kartoffelsaft. Ernährung & Medizin. 2006; 21(3):118-9.

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