Heilerde in der Hausapotheke
Wie vor 2000 Jahren: Hilfreich bei Sodbrennen
![]() |
Moderne säurebindende Antazida haben eine lange Geschichte, die - soweit die geschichtlichen Aufzeichnungen zurückreichen - mit Tonerde und Lehm beginnt (Von der Heilerde zum hoch wirksamen Medikament). Dass spezielle Mineralpulver („Heilerde“) tatsächlich Sodbrennen lindern können, zeigen wiederholt durchgeführte Untersuchungen: Heilerde hat die Säurebindungskapazität, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfohlen ist und die heute alle hochwertigen Antazida erreichen.
Untersucht wurde die Säurebindungskapazität (SBK) von Heilerde-Pulver des Herstellers Luvos (rezeptfrei). Die SBK beziffert die Fähigkeit eines Antazidums, Säure zu neutralisieren bzw. zu binden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt in einem Monographie-Entwurf der B-Kommission die Säurebindungskapazität von 25 mVal für eine Einzeldosis eines Antazidums [1]. Dieser Wert wird mit einem Teelöffel (ca. 6,5 Gramm) des Produktes erreicht.
Basis der untersuchten Heilerde ist naturreiner Löss. Das ist ein feines Gesteinspulver, das seinen Ursprung in der Eiszeit hat. Dieser wird getrocknet und anschließend ohne chemische Zusätze zu einem hochfeinen Pulver gemahlen und gesiebt. Grundsätzlich gilt: Je feiner der Mahlgrad, desto größer die innere Oberfläche der Heilerde und desto ausgeprägter ihre Fähigkeit, Bakterien, Schadstoffe und dergleichen wie ein Schwamm zu adsorbieren (anzulagern) und absorbieren (aufzusaugen).
Doch Heilerde kann noch viel mehr:
Die Wirkungen
- Heilerde bindet und entgiftet Bakterien, Magen- und Gallensäure, Giftstoffe, Wundsekrete
- Sie enthält alle lebensnotwendigen Mineralstoffe und Spurenelemente außer Jod und ist deshalb bei Mineralstoff-Mangel (z.B. schwere Krankheit) gut
- Heilerde-Auflagen und -Umschläge wirken kühlend, austrocknend und Haut-zusammenziehend
- Sie regt die Darmfunktion an (als Ballaststoff, durch Massagewirkung der größeren Teilchen)
Die Anwendungen
Für Heilzwecke sollte am besten Heilerde verwendet werden, die für medizinische Anwendung zugelassen ist (z. B. Luvos® Heilerde). Äußerlich: Heilerde mit kaltem oder warmem Wasser zu einem dicken Brei anrühren. Als Auflage diesen auf die Haut auftragen. Nicht abdecken. Als Umschlag den Brei auf ein leicht feuchtes Baumwolltuch streichen, dann auflegen und mit trockenem Tuch oder Mullbinde straff fixieren. Alles mit einem Wolltuch oder -Schal umwickeln. Heilerde nach der Anwendung wegtun, da sie Giftstoffe und Bakterien aufnimmt. Innerlich: 1-2 Teel. Heilerde in einem Glas mit 1/4 l Leitungs- oder Mineralwasser aufrühren. Fertig. Oder Heilerde im Mund allmählich zergehen lassen oder als Kapsel einnehmen.
Tipp:
Für ein Heilerde-Vollbad lösen Sie 8-10 Eßlöffel Heilerde in laufendem Wasser auf. Die Temperatur sollte angenehm (37°C) sein (Badezeit 10-15 Min.). Gut bei Hauterkrankungen (Schuppenflechte, Ausschlag) und zur Hebung des körperlichen Wohlbefindens.
Die Erkrankungen
Sehnenscheiden-Entzündung / Tennisellbogen (Schmerzen, Schwellung, Rötung) Umschlag, kalt, 3xtägl., 30 Min., mind. für 10 Tage.
akutes Rheuma (Gelenkschmerzen, Schwellung, Rötung, evtl. Fieber) Auflage, kalt, 1xtägl., 2-3cm dick, 30 Min., mind. für 3 Wochen.
Arthrose (Schwellung, Schmerz, Knirschen im Gelenk, kein Fieber) während der schmerzenden Phase: Umschlag, warm, 30 Min., 2xtägl. Sonst als Dauertherapie: Umschlag, kalt, 90 Min., 3x wöchentl.
Sodbrennen (saures Aufstossen) Morgens auf leeren Magen und vorm Schlafengehen 1 Glas Heilerdewasser. Bei stärkerem Sodbrennen: 1 Stunde vorm Essen 1 Teel. Heilerde.
Magenstörung (Magendrücken, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, kein Appetit),
Durchfall, Blähung 2-4 Gläser Heilerdewasser löffelweise über den Tag einnehmen. Bei Durchfall über 1-2 Tage oder Fieber: Arztbesuch!
Akne Vor der Nachtruhe 1 Glas Heilerdewasser. Und: Auflage, kalt, 1-2cm, 15 Min., 1xtägl.
akute Haut-Entzündung (z. B. Eitergeschwür) Auflage, kalt, 2-3cm dick, bis zu 6xtägl. Wird die Entzündung schlimmer: Arzt aufsuchen!
nässende, offene Hautwunde (z. B. ‚offenes Bein‘) Umschlag, kalt, 2-3xtägl., 30 Min. Bei offenen Wunden nur bakterienfreie, medizinische Heilerde nehmen!
Mundschleimhaut- oder Zahnfleisch-Entzündung , Mundgeruch 1-5xtägl. Mundspülung mit Heilerdewasser.
Mandelentzündung (dicker Hals, Halsschmerz, Schluckbeschwerden) 1-5xtägl. Gurgeln mit Heilerdewasser. Und: Umschlag, kalt, 2-3cm dick, 30 Min., 3xtägl.
Verstauchung, Quetschung, Prellung, Insektenstich Auflage, kalt, 1-2cm, so oft bis Schwellung kleiner wird. Auflage erneuern, wenn sie körperwarm geworden ist. Tipp: Heilerde vorher im Kühlschrank kühlen.
| Heilerde (äußerlich, warm) | Heilerde (äußerlich, kalt) |
|
|
Tipp 1:
Nach allen naturheilkundlichen Behandlungen sollten Sie dem Ruhebedürfnis Ihres Körpers folgen und sich 15-30 Min. liegend erholen.
Tipp 2:
Die oben erwähnte Bindungsfähigkeit von Heilerde zum Beispiel für Magensäure könnte unter Umständen dazu führen, dass bestimmte Wirkstoffe von Medikamenten gebunden werden. Empfehlenswert ist deshalb, Heilerde nicht zusammen mit Medikamenten einzunehmen, sondern einen Einnahme-Abstand von etwa 1-2 Stunden einzuhalten.
Kommentar Sodbrennen-Welt.de Heilerde sollte in keiner Hausapotheke fehlen. Bei sporadischem, gelegentlichem und/oder leichterem Sodbrennen, auch bei Kindern oder Schwangeren, hilft das Naturpräparat schnell, sicher und ohne Nebenwirkungen. Patienten mit chronischem Sodbrennen ist mit Heilerde oftmals nicht geholfen, weil die Umstände der Einnahme - 1 Teelöffel voll zusammen mit reichlich Wasser - doch oft unpassend sind. Ein bewährtes Antazidum, zum Beispiel als Kautablette, ist dann praktischer. Nicht zuletzt sind einige der modernen Antazida wirkungsverstärkte Weiterentwicklungen von natürlich vorkommenden, säurebindenden Naturstoffen...
- Autor: Rainer H. Bubenzer, multi MED vision, Berliner Medizinredaktion, Dezember 2006.
- Abbildungen: Anwendungsbilder von Luvos-Heilerde
- Aufbereitungsmonographien (Komm. B) Magaldrat, Bundesanzeiger 12.6.1993: „... Bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden bei Bedarf mehrmals täglich Magaldrat mit einer Neutralisationskapazität von 20 bis 25 mVal je Einzeldosis einnehmen...“ Die SBK-Angabe bei anderen Antazida ist identisch.


