Sodbrennen und Reflux-Schmerzen bei Säuglingen
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„Speikinder = Gedeihkinder“ sagten früher Hebammen, Kinderärzte und auch der Volksmund. Tatsächlich spucken viele Babys mehrmals täglich und gedeihen dabei prächtig - sofern sie lächeln und offensichtlich gesund sind. Doch hinter dem Spucken kann sich beispielweise auch ein, für das Baby quälendes, schmerzhaftes Sodbrennen verbergen (Reflux ist mit 18% aller Kinder eine häufige, sehr oft unbehandelte Erkrankung der Kindheit [1]).
Eltern sollten bei häufigerem Erbrechen an eine refluxbedingte Ursache denken, wenn ihr Säugling
- nicht zunimmt
- häufig Schluckauf hat
- allem Anschein nach Hunger hat, doch nach einem Schluck nicht weiter trinken mag
- reizbar ist und ohne ersichtlichen Grund häufig schreit
- heiser ist oder ständig hustet
- sich häufig verschluckt
- oft eine häufig verstopfte Nase hat, weil es kleine Nahrungsteilchen aus dem Rachen einatmet.
- häufig Mundgeruch hat
Natürlich können aufmerksame Eltern auch aus der Babysprache heraushören, dass es ihren Kleinen nicht gut geht. Wenn ein Säugling zum Beispiel seinen Kopf von der Brust oder der Flasche wegdreht, oder sich steif macht, seinen Rücken durchdrückt oder beim Trinken weint, kann er damit durchaus etwas mitteilen wollen.
So schwer manchmal die sichere Diagnose einer Refluxkrankheit mit Sodbrennen bei Säuglingen sein kann, so individuell muss der betreuende Kinderarzt Behandlungsmöglichkeiten - zusammen mit den Eltern - finden. Eine Hilfe sind Behandlungs-Leitlinien, beispielsweise der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) [2].
- Rainer H. Bubenzer - Gesundheitsberatung Top-Fit-Gesund, Juni 2007.
- Bildquelle: sxc.hu, © desrever
- Nelson SP, Chen EH, Syniar GM, Christoffel KK: Prevalence of symptoms of gastroesophageal reflux during childhood: a pediatric practice-based survey. Pediatric Practice Research Group. Arch Pediatr Adolesc Med. 2000 Feb;154(2):150-4 (Medline).
- Skopnik H, Behrens R: Gastro-Ösophageale Reflux-Krankheit (Leitlinien der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung). Bochum 2007 (Volltext).

