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Rauchen führt zu Sodbrennen

Rauchen führt zu Sodbrennen

Aus der Märchenstunde der öffentlichen 'Gesundheitswarte' ...

Mehr als 35 Jahre ist schon bekannt, dass Rauchen Funktionen des Speiseröhren-Schließmuskels schwächt [1]. Doch Rauchen verändert nicht nur akut Speiseröhren-Funktionen. Sondern ist, so zeigen weitere Studien, ein eigenständiges Risiko für die chronische Refluxkrankheit [2, 3]. Allerdings kennen die meisten Raucher diese Risiken nicht.

Es hat viele Jahre gedauert, bis die Krankheitsentstehung („Pathophysiologie“) der tabakrauchbedingten Refluxkrankheit genauer geklärt werden konnte. Viele Untersucher bestätigten mit ihren Messungen die oben genannten ersten Beobachtungen. Nämlich, dass die Schließmuskelfunktion der Speiseröhre („Ösophagus“) durch Verringerung des Muskeldruckes bei Rauchern im Gegensatz zu Nichtrauchern verschlechtert ist [1, 4-8]. Hierbei handelt es sich im wesentlichen um einen pharmakologischen Mechanismus von Nikotin und anderen Inhaltsstoffen des Tabakrauches, der den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen entspannt, wodurch es häufiger zu Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre und Sodbrennen kommt [6, 9]. Parallel zu dieser gesteigerten Belastung der Speiseröhren-Schleimhaut mit aggressivem Magensaft wird beobachtet, dass auch die Neutralisierung und Entfernung von zurückgeflossenem Mageninhaltes („Refluat“) fast doppelt so lange dauert wie bei Nichtrauchern [10]. Diese verringerte „Ösophagus-Clearance“ ist teilweise durch eine Störung der Beweglichkeit des Speiseröhrenmuskels zu erklären („Motilitäts-Störung“). Zudem setzen Raucher deutlich weniger basische Inhaltsstoffe mit ihrem Speichel frei, was besonders die Säureneutralisation in der Speiseröhre verschlechtert [11].

Kondensationsprodukte von Zigaretten, also die aggressiven und giftigen Teer-Inhaltsstoffe schädigen nicht nur die Schleimhaut von Mund, Rachen, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien oder Lungen, sondern auch die Schleimhaut der Speiseröhre. Dadurch reagiert die Speiseröhre - egal, ob ein verstärkter Reflux stattfindet oder nicht, egal ob die Schließmuskelfunktion gestört ist oder nicht, empfindlicher auf eine Reflux-Säurebelastung. Studien zeigen, dass Zigaretten-Kondensate sich im Speichel zehnmal mehr anreichern als zum Beispiel im Blut [12]. Hierdurch kommen sie intensiv mit der Schleimhaut in Kontakt, was zu einer Verringerung der Schleimhaut-Schutzfunktion führt [13]. Beide Effekte - der verstärkte Kontakt der Schleimhaut mit giftigen Teer-Inhaltsstoffen und vermehrter Kontakt mit saurem Mageninhalt - führen schließlich bei Rauchern auch zu Veränderungen der Schleimhaut-Struktur [14]. Auch bleibende Zellschäden der Speiseröhren-Schleimhaut („Barrett-Ösophagus“) mit erhöhter Krebswahrscheinlichkeit („Ösophagus-Adenokarzinom“) sind bei Rauchern deutlich häufiger als bei Nichtrauchern [15].

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Angesichts solcher deutlichen Hinweise auf den Zusammenhang von Rauchen und Refluxkrankheit und gemessen an der hohen Zahl von Rauchern sowie der hohen Zahl der Sodbrennen-Patienten ist eine angemessene Aufklärung wichtig [16]. Vielleicht könnte der Gesetzgeber auch sinnlose Warnhinweise auf Zigaretten-Schachteln [17] wie „Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen dabei helfen, das Rauchen aufzugeben“ (vielleicht mit Nikotinpflaster, die ebenfalls Sodbrennen auslösen?) [18] austauschen gegen Slogans wie „Rauchen führt zu Sodbrennen“!? Doch die Scheinheiligkeit von Regierung und Regierungsparteien angesichts der attraktiven Tabaksteuer-Einnahmen für den Bundeshaushalt (rund 14,3 Mrd. Euro 2007) dürfte jeden sinnvollen öffentlichen Präventionsansatz auch weiterhin im Keime ersticken.


Autor
Quellen
  1. Stanciu C, Bennett JR: The effect of smoking on gastrooesophageal reflux. Gut. 1972 Apr;13(4):318 (Medline).
  2. Watanabe Y, Fujiwara Y, Shiba M, Watanabe T, Tominaga K, Oshitani N, et al. Cigarette smoking and alcohol consumption associated with gastro-oesophageal reflux disease in Japanese men. Scand J Gastroenterol. 2003;38:807-11 (Medline).
  3. Nilsson M, Johnsen R, Ye W, Hveem K, Lagergren J: Lifestyle related risk factors in the aetiology of gastro-oesophageal reflux. Gut. 2004 Dec;53(12):1730-5 (Medline).
  4. Dennish GW, Castell DO: Inhibitory effect of smoking on the lower esophageal sphincter. N Engl J Med. 1971 May 20;284(20):1136-7 (Medline).
  5. Chattopadhyay DK, Greaney MG, Irvin TT: Effect of cigarette smoking on the lower oesophageal sphincter. Gut. 1977 Oct;18(10):833-5 (Medline).
  6. Smit CF, Copper MP, van Leeuwen JA, Schoots IG, Stanojcic LD: Effect of cigarette smoking on gastropharyngeal and gastroesophageal reflux. Ann Otol Rhinol Laryngol. 2001 Feb;110(2):190-3 (Medline).
  7. Kahrilas PJ, Gupta RR: Mechanisms of acid reflux associated with cigarette smoking. Gut. 1990 Jan;31(1):4-10 (Medline).
  8. Kahrilas PJ: Cigarette smoking and gastroesophageal reflux disease. Dig Dis. 1992;10(2):61-71 (Medline).
  9. Kadakia SC, Kikendall JW, Maydonovitch C, Johnson LF: Effect of cigarette smoking on gastroesophageal reflux measured by 24-h ambulatory esophageal pH monitoring. Am J Gastroenterol. 1995 Oct;90(10):1785-90 (Medline).
  10. Kjellén G, Tibbling L: Influence of body position, dry and water swallows, smoking, and alcohol on esophageal acid clearing. Scand J Gastroenterol. 1978;13(3):283-8 (Medline).
  11. Kahrilas PJ, Gupta RR: The effect of cigarette smoking on salivation and esophageal acid clearance. J Lab Clin Med. 1989 Oct;114(4):431-8 (Medline).
  12. Feyerabend C, Higenbottam T, Russell MA: Nicotine concentrations in urine and saliva of smokers and non-smokers. Br Med J (Clin Res Ed). 1982 Apr 3;284(6321):1002-4 (Medline).
  13. Orlando RC, Bryson JC, Powell DW: Effect of cigarette smoke on esophageal epithelium of the rabbit. Gastroenterology. 1986 Dec;91(6):1536-42 (Medline).
  14. Auerbach O, Stout AP, Hammond EC, Garfinkel L: Histologic changes in esophagus in relation to smoking habits. Arch Environ Health. 1965 Jul;11:4-15 (Medline).
  15. Anderson LA, Watson RG, Murphy SJ, Johnston BT, Comber H, Mc Guigan J, Reynolds JV, Murray LJ: Risk factors for Barrett's oesophagus and oesophageal adenocarcinoma: results from the FINBAR study. World J Gastroenterol. 2007 Mar 14;13(10):1585-94 (Medline).
  16. Dore MP, Maragkoudakis E, Fraley K, Pedroni A, Tadeu V, Realdi G, Graham DY, Delitala G, Malaty HM: Diet, lifestyle and gender in gastro-esophageal reflux disease. Dig Dis Sci. 2008 Aug;53(8):2027-32 (Medline).
  17. Tabakprodukt-Verordnung vom 20. November 2002 (veröffentlicht am 5. Dezember 2002; BGBl. I S. 4434).
  18. Pandolfino JE, Kahrilas PJ: Smoking and gastro-oesophageal reflux disease. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2000 Aug;12(8):837-42 (Medline).


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