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Hintergrund
Speichel: Das natürliche Antazidum des Menschen

Speicheldrüse

1 Ohrspeicheldrüse
2 Unterkieferspeicheldrüse
3 Unterzungenspeicheldrüse

Ist die Selbstreinigungs-Fähigkeit der Speiseröhre (Ösophagus-Clearance) gestört, kommt es zu Sodbrennen, saurem Aufstoßen und letztlich sogar zu entzündlichen Schäden an der zarten Speiseröhren-Schleimhaut. Neben den magenwärts gerichteten Muskelbewegungen der Speiseröhre (Peristaltik) sind Speichelvolumen und -Zusammensetzung die wichtigsten Faktoren bei der Entstehung von Sodbrennen und in der Folge dann einer chronischen Refluxkrankheit [1]. Im Extremfall – bei Patienten mit unbehandelter chronischer Mundtrockenheit – führt das Fehlen von Speichel fast unweigerlich zu Sodbrennen.

Hintergründe Speichel hat einen pH (Säurewert) von 6,4 bis 7,8 und ist damit im Vergleich zum sauren Mageninhalt eine schwache Base. Schon durch das häufige spontane – und zumeist völlig unbewusste – Schlucken kommt es zu einer erheblichen Speichelbildung von etwa 0,5 ml pro Minute. Insgesamt können Erwachsene pro Tag sogar bis zu 1,5 Liter Speichel bilden. Speichel ist zwar nicht in der Lage, große Mengen Säure auf einmal zu neutralisieren (z. B. 5-10 ml Säure). Er kann aber sehr gut kleinere Restsäuremengen neutralisieren. Zum Beispiel jene, die in der Speiseröhre übrigbleiben, nachdem peristaltische Muskelbewegungen den wesentlichen Anteil von bei Reflux zurückgeflossenem saurem Mageninhalt (Refluat) wieder in den Magen zurückbefördert haben.

Speiseröhren-Reinigung Die Bedeutung von geschlucktem Speichel für die Speiseröhren-Selbstreinigung zeigt sich bei Studien, die die Auswirkungen einer erhöhten Speichelbildung – zum Beispiel mit Lutschtabletten oder speichelanregenden Medikamenten – untersucht haben. Hierbei wird deutlich, dass die Geschwindigkeit, mit der unser Körper Säure aus der Speiseröhre entfernt (acid clearance time), hochsignifikant zunimmt. Im Gegensatz dazu zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass ein Absaugen von Speichel vor dem Herunterschlucken zu einer ausgeprägten Verlängerung der Speiseröhren-Reinigung führt, auch wenn die peristaltische Muskelaktivität völlig normal ist.

Nachtschlaf Normale oder krankhafte Einschränkungen der Speichelbildung können erheblich zu einer gastroösophagealen Refluxkrankheit mit Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder Entzündungen der Speiseröhre beitragen. So erklärt bereits die verringerte Speichelbildung während des Schlafes, warum die Säureneutralisation in der Speiseröhre nach nächtlichen Refluxepisoden beträchtlich verlängert ist.

Mundtrockenheit In gleicher Weise führt eine chronische Mundtrockenheit (Xerostomie) zu einer verlängerten Kontaktzeit von säurehaltigem Mageninhalt und der Speiseröhre-Schleimhaut und schließlich zu einer chronischen Entzündung der Schleimhaut (Ösophagitis).

Zigaretten Bekannt ist, dass Zigarettenrauchen Beschwerden der Refluxkrankheit erheblich verstärken kann. Dies wurde ursprünglich darauf zurückgeführt, dass Nikotin den Speiseröhren-Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen schwächt. Neuere Studien zeigen jedoch, dass Raucher oft eine verringerte Speichelbildung haben (Hypo-Salivation), die ihrerseits die Säureentfernung aus der Speiseröhre verlängert.

Teufelskreis Schließlich kommt es bei Patienten mit chronischer Reflux-Ösophagitis zu einem besonders unheilvollen Teufelskreis: Bei ihnen ist der sogenannte Speiseröhren-Speichel-Reflex gestört (esophago-salivary reflex). Dieser Schutzreflex wird über Nerven vermittelt und führt nach Säurekontakt der Speiseröhre zu einer erhöhten Speichelsekretion. Der Speiseröhren-Speichel-Reflex begründet auch die manchen Refluxpatienten sehr stark vermehrte Speichelbildung (Hyper-Salivation). Bei gesunden Menschen ist der Reflex normalerweise immer stark ausgeprägt, und führt zu einer Verdoppelung bis Verdreifachung des Speichelflusses nach Säurekontakt der Speiseröhre. Bei Patienten mit Speiseröhren-Entzündung (Ösophagitis) oder mit Einengungen der Speiseröhren (Strikturen) ist der Reflex hingegen oft verringert, was die Symptomatik verstärken kann.

Speiseröhre-Drüsen Kaum bekannt ist, dass auch die menschliche Speiseröhre Drüsen hat, die ein wässriges, Bikarbonat-reiches Sekret bilden, das eine Funktion des Speichels – Verdünnung und Neutralisation von Restsäure in der Speiseröhre – unterstützt. Säurereflux in die Speiseröhre hinein stimuliert diese Drüsen und hilft selbst dann dabei, die Säure zu neutralisieren, wenn ein Mensch überhaupt nicht schluckt oder nicht mehr schlucken kann [2].

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Speichel ist das natürliche, bei Bedarf säureneutralisierende Antazidum, das die Speiseröhre vor aggressiven Säureangriffen im Alltag schützt. Ist diese körpereigene Schutzfunktion eingeschränkt, und kommt es zu Sodbrennen oder saurem Aufstoßen, ist eine gleichsinnige Unterstützung des Säure-Speichel-Reflexes sinnvoll. Beispielsweise mit einem wirksamen Antazidum auf Basis von Magnesium-Aluminium-Hydroxid.


Autor
Quellen
  1. Sarosiek J, McCallum RW: What role do salivary inorganic components play in health and disease of the esophageal mucosa? Digestion. 1995;56 Suppl 1:24-31 (Kurzfassung).
  2. Yamada T, Alpers DH (eds.): Textbook of Gastroenterology (4th ed.). Lippincott Williams & Wilkins, Philadelphia, 2003.
  3. Bildquelle: Wikipedia


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