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Schmerzen im Oberbauch

Lage der Bauchorgane

Lage der Bauchorgane

Viele Sodbrennen-Patienten, besonders solche, die lange jede ärztliche Beratung vermeiden, machen sich Sorgen über die Ursachen ihrer Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen), über ihr saures Aufstoßen oder ihre gelegentlichen anderen Oberbauchbeschwerden und -schmerzen. Die folgenden Informationen enthalten Hinweise auf mögliche Ursachen, vor allem von Oberbauchschmerzen. Diese Hinweise ersetzen in keinem Fall eine notwendige ärztliche Untersuchung und Diagnosestellung. Diese ist immer angesagt, wenn Sodbrennen oder Oberbauchbeschwerden länger als 3-6 Wochen anhalten, wenn sie sich verschlimmern, wenn eine wirksame Sodbrennenbehandlung (z. B. mit Maaloxan® oder Omeloxan®) nicht anschlägt oder rasch unwirksam wird, wenn es zu (blutigem) Erbrechen, Schluckbeschwerden oder ungewollter Gewichtsabnahme kommt.

Bauchschmerzen können akut auftreten oder über längere Zeit bestehen. Sie können organisch bedingt oder aber, was viel häufiger vorkommt, funktioneller Natur sein, also durch eine gestörte Organfunktion bedingt sein. Funktionelle Bauchbeschwerden, insbesondere vom Dickdarm ausgehend, im Sinne eines Reizdarms mit krampfartigen Beschwerden (Colon spasticum), oder des Reizmagens gehören wohl zu den häufigsten Klagen von Patienten bei der gastroenterologischen Beratung. Bevor aber funktionelle Beschwerden angenommen und entsprechende therapeutische Schritte eingeleitet werden, sollte nach Möglichkeit ein organischer, ein primär körperlicher Befund ausgeschlossen werden.

Anhaltspunkte für die Art der zugrundeliegenden Störung lassen sich zum einen durch die Schmerzlokalisation mit eventueller Ausstrahlung der Schmerzen gewinnen, zum anderen aber auch aus der Art der Schmerzen: brennend, drückend, krampfend, bohrend, stechend, schneidend.

Art der Schmerzen: Wie tut es weh?

Da die individuelle Schmerzempfindung großen Schwankungen unterliegt, kann im Einzelfall die ärztliche Deutung der geklagten Schmerzen schwierig sein. Bei manchen Patienten steht die geschilderte Symptomatik nicht völlig im Zusammenhang mit einer organischen Erkrankung, während die geschilderten Schmerzen bei anderen Betroffenen ernst genommen werden müssen und umgehende therapeutische Konsequenzen erfordern.

Grundsätzlich gilt: Bei der Mehrzahl der Patienten, die über Beschwerden im Bauchraum klagen, finden sich keine organischen Veränderungen. Mit absteigender Häufigkeit muss ärztlicherseits jedoch an ein Gallensteinleiden (Cholelithiasis) denken, ein Zwölffingerdarm-Geschwür (Ulcus duodeni), eine Zwerchfellbruch (Hiatushernie), an Anomalien der Gallenwege, Magengeschwür (Ulcus ventriculi), Magenkarzinom und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas).

Schmerzlokalisation: Wo tut es weh?

Die Schmerzlokalisation lässt gewisse Rückschlüsse auf die Art der Erkrankung zu. Je exakter Patienten ihren Schmerz lokalisieren kann, desto verwertbarer ist diese Angabe.

Zeitpunkt der Schmerzentstehung: Wann tut es weh?

Wichtig ist auch der Zeitpunkt der Schmerzentstehung. Ernst zu nehmen ist immer die Schilderung von Patienten, die genau angeben können, zu welchem Zeitpunkt die Schmerzen aufgetreten sind. So spricht z. B. ein blitzartig einschießender, dolchstichartiger Schmerz für eine Durchlöcherung (Perforation) eines Hohlorgans. Dagegen drängt bei bereits Tage anhaltenden Beschwerden die Zeit für die Diagnostik nicht ganz so sehr.

Mit zu berücksichtigen sind in jedem Fall Angaben aus der Krankengeschichte (Anamnese) wie frühere Baucherkrankungen (z. B. Operationen), Einnahme von Medikamenten, insbesondere von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR, Schmerzmittel), Antibiotika, Digitalis und Azetylsalizylsäure, ferner Exposition für Blei oder andere toxische Substanzen, Rauch- und Trinkgewohnheiten. Auch können Fragen nach den Begleitsymptomen von Wichtigkeit sein, wie Sodbrennen, saures Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen, Beschaffenheit von Erbrochenem, Schluckbeschwerden, Obstipation oder Durchfall, Beschaffenheit des Stuhls, Blähungen u. a.

In manchen Fällen lässt sich durch die alleinige Patientenbetrachtung (Inspektion) während einer Schmerzattacke eine sofortige „Blickdiagnose“ stellen. Beispiele: Bei einer Kolik werfen die Patienten den Körper hin und her. Bei Erkrankungen, die mit einer Reizung des Bauchfells (Peritoneum) einhergehen, hüten sich hingegen die Patienten vor jeder Bewegung. Bei Kolonerkrankungen mit Krämpfen (Spasmen) bessern sich die Beschwerden in der Regel durch Hin- und Hergehen. Bei Pankreas-Erkrankungen kommt es zu einer vorübergehenden Linderung durch eine vornübergebeugte Sitzhaltung. Bei Krämpfen des Verdauungstraktes oder bei Koliken verspüren die Patienten eine Erleichterung durch Pressen der Hände gegen den Bauch. Schmerzen, die sich durch Nahrungsaufnahme bessern, deuten auf eine Magen- oder Zwölffingerdarmerkrankung hin. Kommt es zu einer Besserung nach Stuhlentleerung, so dürfte ein Dickdarmleiden vorliegen.

Bei allen differentialdiagnostischen Überlegungen sollte immer auch daran gedacht werden, dass Erkrankungen des Herzens, der Lunge, des Harnwegssystems und der Wirbelsäule mit Bauchschmerzen einhergehen können.

Nicht im Bauchraum liegende (extraabdominelle) Ursachen von Bauchschmerzen
HerzinfarktM. Addison
PneumonieHämolytische Krise
Pseudoperitonitis diabeticaTabes dorsalis
Porphyria acuta intermittensHerpes zoster
Familiäre HyperlipidämieBleiintoxikation
HyperkalzämieMittelmeerfieber
Autor

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