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Luftschlucken (Aerophagie) – Die Grundlagen

Luft

Der Eintritt atmosphärischer Luft in den Verdauungskanal durch Verschlucken von Luft ist physiologisch – also völlig normal. Dies sei zunächst allen gesagt, die aus jeder Regung des Menschen eine Krankheit machen wollen (um sie dann natürlich gut bezahlt zu behandeln, siehe Kasten). Auch Wissenschaftler im 19. Jahrhundert, die das Luftschlucken zu verstehen suchten, haben dies immer betont [1].

Trotzdem gibt es – sehr selten mal – „unphysiologische“ Verhaltensweisen, die Ursache eines vermehrten Luftschluckens sind. Hierzu gehören:

Was passiert nun mit der Luft? Bei einem normalen, einzelnen Schluckakt gelangen etwa 2 bis 3 Milliliter Luft in den Magen. Auch bei tiefer Einatmung, und hierbei besondere bei verstärkter seelischer Anspannung (Stress), gelangen etwa 1 bis 2 Milliliter Luft - durch Absenkung des Druckes innerhalb der Speiseröhre - bis in den Magen. Da der Hauptbestandteil der atmosphärischen Luft Stickstoff (N2, Luft) ist, wird im Magen vor allem Stickstoffgas nachgewiesen. Pro Tag können dies 2 bis 3 Liter Luft sein.

Eso-Unsinn als angebliche Hilfe für Betroffene
„Es gibt eine ganze Anzahl von Schluckstörungen, so z. B. ein Kloßgefühl im Hals oder auch Halsschmerzen wie die Angina, die alle das Gefühl des Nicht-mehr-schlucken-Könnens vermitteln. In solchen Fällen sollte sich der Betroffene immer fragen: »Was gibt es zur Zeit in meinem Leben, was ich nicht schlucken kann oder nicht schlucken will?« Unter den Schluckstörungen gibt es noch eine recht originelle Variante, nämlich das »Luftschlucken«, auch »Aerophagie« genannt, was wörtlich »Luftfressen« heißt. Der Ausdruck macht deutlich, was hier geschieht. Man will etwas nicht schlucken, nicht einverleiben, täuscht aber Bereitwilligkeit vor, indem man »Luft schluckt«. Dieser vertuschte Widerstand gegen das Schlucken äußert sich dann etwas später als Aufstoßen und rektaler Luftabgang (vgl. »gegen etwas anstinken«).“ (Quelle: Dethlefsen T, Dahlke R: Krankheit als Weg - Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder. Goldmann Verlag, München, 1990; siehe auch Rüdiger Dahlke).

Bei aufrechter Position kann die geschluckte Luft den Magen unwillkürlich, also ohne bewusst gewollte Aktivität, wieder verlassen. In liegender Haltung gibt es jedoch ein Problem: Der Übergang vom Magen zum Darm funktioniert wie ein Ventil, ähnlich wie die Geruchsverschlüsse von Waschbecken. Magenluft, die in den Darm gelangt ist, kann deshalb nicht in den Magen zurück. Da bei häufigen Schluckakten viele Liter Stickstoffgas täglich im Magen anfallen, dieses Gas nur wenig durch die Darmwände sickert (diffundiert) und pro Tag nur 400 Milliliter Stickstoff als Darmwind ausgeschieden werden, wird der überwiegende Anteil der verschluckten Luft wieder aufgestoßen. Der Sauerstoff(O2)- und der Kohlendioxid(CO2)-Anteil der geschluckten Luft kann hingegen direkt vom Magen in das Blut sickern (diffundieren).

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Die moderne Bewegung des „Slow Food“ (Slow Food) fordert auch eine genussvolle, ruhige Nahrungsaufnahme – übermäßiges Luftschlucken dürfte hierbei weitgehend ausgeschlossen sein. Ob Reflux-Patienten tatsächlich häufiger als andere unter vermehrtem Luftschlucken oder Aufstoßen leiden, ist unklar [2] (Aufstoßen: Doch kein vermehrter Säure-Rückfluss). Sicher ist nur: Wenn sie aufstoßen, fühlt sich dies häufiger als bei Menschen ohne Refluxkrankheit sauer an (saures Aufstoßen). Klar ist auch: Vermehrtes „trockenes“ Luftschlucken bei einigen Refluxpatienten ist nicht die Ursache des Refluxes. Sondern vermutlich ein meist untauglicher Versuch, die Schmerzen in der Speiseröhre, also das Sodbrennen, zu verringern. Das „Bäuerchen“ bei Säuglingen ist übrigens genauso wenig krankhaft wie „normales“ Luftschlucken (Mit PPI gegen das Bäuerchen).

Autor
Quellen
  1. Stein J, Wehrmann T (Hrsg.): Funktionsdiagnostik in der Gastroenterologie - Medizinische Standards (2. Aufl.). Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2006.
  2. Bredenoord AJ: Excessive belching and aerophagia: two different disorders. Dis Esophagus. 2010 May;23(4):347-52 (Medline).

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