Der Magenkranke
Die Differentialdiagnose
Vincent van Gogh, Weizenfelder, 1890 |
In differentialdiagnostischer Hinsicht müssen Erkrankungen der Gallenblase mit in Betracht gezogen werden, die im Beschwerdebild den Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme häufig vermissen lassen und nicht selten das bekannte Symptom der schlechten Verträglichkeit von Fett bieten. Die wichtigste differentialdiagnostische Abgrenzung hat gegenüber dem Karzinom zu erfolgen. Wenn die allgemein bekannte Regel, daß kurze Magenanamnesen bei älteren Patienten für ein Karzinom, lange dagegen sprechen, auch bei der Mehrzahl der Fälle zutreffend ist, so muß man doch wissen, daß es hiervon durchaus Ausnahmen gibt. Es gibt auch den Übergang eines chronischen Ulkus in ein Karzinom. Hier heißt es also aufpassen! Die wichtigsten Kriterien der Vorgeschichte sind die stärkere Gewichtsabnahme, die völlige Appetitlosigkeit, mitunter Schmerzen, und vor allen Dingen die Sickerblutung. Auch hier ist die Magensaftuntersuchung von untergeordneter Bedeutung; wenn auch die Anazidität und der Gehalt des Magensaftes an Sarzinen beim Karzinomträger sehr häufig sind, so kann sich doch auch ein normazider Magensaft bei Karzinom finden. Ausschlaggebend für die Differentialdiagnose ist hier die Röntgenuntersuchung.
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