Magenschmerzen
Welche Hausmittel helfen am besten?
Jeder Zweite hat öfter Bauchweh. Experten kritisieren: Zu häufig werden vom Arzt Säure-Blocker verordnet. Dabei können auch Naturmittel helfen.
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Bauchweh gehört zu den häufigsten Beschwerden. Ursache sind verschiedene Probleme mit dem Magen (hauptsächlich der "nervöse Magen", "Reizmagen" und "funktionelle Oberbauch-Beschwerden") und der Speiseröhre. Typische Symptome: Völlegefühl, Magendrücken und -schmerzen, Sodbrennen, Blähungen, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, selten auch Erbrechen.
Wenn man mit den Beschwerden zum Arzt geht, bekommt man meist Mittel verordnet, die die Magensäure-Bildung blockieren ("Protonen-Pumpen-Inhibitoren", PPI). Aber diese Mittel können Nebenwirkungen haben (z. B. Verstopfung, Pilzinfektionen, veränderte Leberwerte, Kopfschmerzen).
Arzt muss die Ursachen finden
Experten wie Prof. Dr. Richard Grol von der Universität Maastricht kritisieren auch: Gegen viele Ursachen für Magenschmerzen wirken diese Mittel gar nicht! Sie werden vorschnell verordnet und ersetzen dann häufig die genaue Suche nach den Ursachen, z. B. zu fettem Essen, Stress oder Nebenwirkungen von anderen Medikamenten wie dem Schmerzmittel Acetylsalicylsäure.
"Wer solche starke Magenmittel bekommen hat, sollte den Arzt fragen, ob sie überhaupt weiter nötig sind, und mit ihm über Alternativen sprechen", sagt Prof. Richard Grol.
Wenig Nebenwirkungen
Auch wenn Sie vielleicht erst seit kurzem z.B. Völlegefühl oder Bauchschmerzen haben - wichtig ist, dass Ihr Arzt je nach Ursache das passende sanfte Mittel findet. Das hilft bei folgenden Beschwerden:
• Völlegefühl, Aufstoßen: Häufig wird der Magen nicht richtig entleert. Spezielle Mittel ("Prokinetika") regen die Muskel-Aktivität von Speiseröhre und Magen an. Die Nahrung wird schneller weitertransportiert. Diesen Effekt bringen auch pflanzliche Kombinationsmittel ohne besondere Nebenwirkungen. Ebenso regen Hausmittel wie Kamillen-, Enzianwurzel- oder Benediktenkraut-Tee (am besten aus der Apotheke) oder häufiges Würzen mit Kümmel die Verdauung an.
• Sodbrennen: Wird schnell gelindert durch ein "Antazidum", das die Säure in Speiseröhre und Magen neutralisiert und so gegen die ätzend-schmerzende Reizung wirkt. Einige Antazida (z. B. aus Magnesium-Aluminium-Hydroxid wie Maaloxan®) schützen die Schleimhaut der Speiseröhre zusätzlich, beschleunigen die Heilung.
• Magenschmerzen, Übelkeit: Fragen Sie Ihren Apotheker. Er kennt wirksame kombinierte Heiltees, z.B. Pfefferminzblätter (20 g), Kamillenblätter (10 g), Melissenblätter (10 g) und angestoßene Anisfrüchte (5 g). 2 TL der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen, abseihen. Bei Schmerzen, Druckgefühl oder Übelkeit eine Tasse trinken.
Häufig hilft schon ein einfacher Pfefferminztee, auch Salbei-Tee beruhigt den Magen. Eine besonders schnelle Hilfe gegen Schmerzen: Wärmflasche halb füllen (um zu viel Druck zu vermeiden) und auf den Oberbauch legen.
Bei schmerzhaften Blähungen hat sich krampflösender Melissen-Extrakt (Apotheke) bewährt.
Kommentar von Sodbrennen-Welt.de: Unsere Website hier hält eine Vielzahl von anderen Tipps und Ratschlägen bei Sodbrennen und anderen säurebedingten Gesundheits-Störungen vor. Bitte bedenken Sie aber, dass anhaltende, stärker werdende und chronische Beschwerden immer ein Grund sein sollten, umgehend einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. Und sei es nur, um eine korrekte Diagnose gestellt zu bekommen (bb).
- Autor: Rainer H. Bubenzer, multi MED vision, Berliner Medizinredaktion, September 2004. Erschienen in TINA, Nr. 42, 6. Oktober 2004 (Original).

