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Sodbrennen
Mit Radiowellen gegen den Reflux

Morgens in die Klinik, zweimal einen Schlauch schlucken und dann niemals wieder Sodbrennen? Das „Stretta-Verfahren“ verspricht die Heilung der so genannten Reflux-Ösophagitis durch eine einmalige Endoskopie. Das in den USA erprobte Verfahren wird jetzt an drei deutschen Kliniken angeboten, wie Dr. Peter N. Meier von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bei der Vorstellung des Systems im Januar 2002 erläuterte.

Ursache des Sodbrennen ist die Reflux-Ösophagitis, auf Deutsch: die Entzündung der Schleimhaut in der Speiseröhre durch zurückfließenden Magensaft. Normalerweise wird dies durch einen Schließmuskel am Übergang von Speiseröhre zum Magen verhindert. Dieser untere Ösophagussphinkter (LES) arbeitet wie ein Ventil. Es lässt die Speisen von oben rein, dichtet aber von unten her ab. Höchstens den einen oder anderen Rülpser lässt er passieren. Menschen mit Sodbrennen haben einen undichten LES, genau genommen kommt es nach den Mahlzeiten zu einer unpassenden Entspannung des LES. Statt eines Rülpsers fließt Magensaft nach oben und verätzt die Schleimhaut in der Speiseröhre. Das „Stretta-Verfahren“ soll den Schließmuskel wieder dicht machen, ohne ihn zu schädigen.

Das funktioniert folgendermaßen. Zunächst wird in einer „normalen“ Endoskopie bestimmt, wo sich der LES befindet. Der Abstand zum Mund ist bei den Menschen je nach Körpergröße und -bau verschieden. Die genaue Lage ist jedoch wichtig, denn im nächsten Schritt wird über einen Führungsdraht ein Spezialkatheter bis zur kritischen Stelle vorgeschoben. Der Katheter ist in etwa halb so dick wie ein normales Endoskop. In der Nähe seiner Spitze befindet sich ein korbförmiger Ballon, der von außen aufgeblasen wird. Damit wird der Katheter an der gewünschten Stelle genau über dem LES fixiert. Danach werden aus den vier Ecken des Ballons kleine Nadeln ausgefahren (siehe Abbildung). Sie stechen durch die Schleimhaut bis in den Muskel hinein. Das alles sei völlig schmerzfrei, versicherte Meier, denn in dieser Gegend gebe es keine Schmerzrezeptoren. Außerdem erhalten die Patienten ein Beruhigungsmittel. Dies soll verhindern, dass der Katheter durch eine willkürliche Körperbewegungen des Patienten verrutscht.

Über die Nadelspitzen werden jeweils 90 Sekunden lang Radiowellen abgegeben. Sie erwärmen das Gewebe im Bereich der Nadelspitzen, also unterhalb der Schleimhaut in einem kleinen Bereich auf 80°C. Bei dieser Temperatur kommt es zu einer geringgradigen Schädigung des Gewebes. Meier sprach von einem Gewebeumbau. Er ist das Ziel der Behandlung.

Die Radioablation, so der medizinische Fachausdruck bewirkt zweierlei: Zum einen kommt es zu einer Versteifung im Bereich des LES. Sie behindert die Entspannung des Schließmuskels und verhindert dadurch den Rückfluss des Magensaftes. Zum anderen werden vermutlich feine Nervenfasern zerstört, über die das Gehirn den Rülpsreflex steuert. Mit ihm lassen wir, meistens ohne unanständige Geräuschentwicklung (sie entsteht durch Resonanzen im Mund und Kehlkopf), mehrmals am Tag Luft auf dem Magen ab.

Das einzige Risiko der Behandlung wäre eine versehentliche Schädigung der Schleimhaut. Sie wird jedoch durch einen Temperaturfühler an der Basis jeder Nadel, also an der Schleimhautoberfläche verhindert. Wenn die Temperatur hier über 55°C steigt, stellt das Gerät die Radiowellen ab. Außerdem kann dann der Katheter von außen mit kaltem Wasser gespült werden.

Damit die Radioablation wirksam ist, müssen möglichst breite Teile des LES erfasst werden. Deshalb wird der Katheter nach dem Einziehen der Nadeln um 45 Grad gedreht und die Nadeln dann erneut ausgefahren. Schließlich wird noch eine „Nadelung“ von der Kardia des Magens aus durchgeführt - eine Tätigkeit, die einige Geschicklichkeit vom Endoskopen erfordert. Doch, wie Meier versicherte: Länger als 45 Minuten dauere die Behandlung nicht, die im Prinzip auch ambulant durchgeführt werden kann.

Nach der Behandlung muss der Patient noch 8 Wochen lang Medikamente gegen die Magensäure (Protonenpumpeninhibitoren) einnehmen. Solange benötige das Gewebe für den Umbau. Danach seien die meisten Patient ohne Medikamente beschwerdefrei. An der Medizinischen Hochschule in Hannover wurden bisher 25 Patienten behandelt. Von den 14 Patienten, die bereits nachuntersucht wurden (3 Monate nach dem Eingriff wird ein Beschwerden-Score erhoben und die Medikamenteneinnahme erfragt), waren 9 völlig beschwerdefrei. Bei den anderen 5 Patienten sei es zu einer drastischen Verbesserung der Beschwerden gekommen. In Frage komme die Behandlung für Patienten mit ausgeprägten Beschwerden. Meier: „Ideal ist der Patienten, der seit mindestens einem halben Jahr nur unter der Behandlung mit einem Protonenpumpeninhibitor beschwerdefrei ist“.

Außer in Hannover können Patienten auch am Klinikum rechts der Isar und an den Dr. Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden behandelt werden. Zugelassen ist die Behandlung in Europa seit Ende 2001. Die US-Zulassung erfolgte bereits im April 1999. Seither sollen dort bereits 1800 Patienten behandelt worden sein, davon 200 bis 250 im Rahmen von Studien.


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