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Wenn die Zähne sauer werden
Zahnärzte diagnostizieren stumme Refluxkrankheit


Karies

Entwicklungsstadien von Zahnfäule: 1. Plaque, 2. kariöse Zerstörung von Schmelz und Zahnbein, 3. Einbruch der Karies in das Zahnmark, 4. eitriger Zerfall des Zahnmarks.

Reflux-Krankheit’ bedeutet mehr als nur ‚Magensäure-Rückfluss in die Speiseröhre’ und damit verbundene Schleimhautschäden. Die Magensäure kann weiter aufwärts über den oberen Speiseröhren-Schliessmuskel in die Mundhöhle gelangen (‚Regurgitation’). Dort können dann säurebedingte Erosionen von Zahnschmelz entstehen. Dies wurde inzwischen schon mehrfach nachgewiesen. Schwere Erosionsschäden scheinen sogar dann möglich zu sein, wenn trotz Reflux vorher nie Sodbrennen oder andere Symptome an Speiseröhre oder Magen spürbar waren, also bei asymptomatischem Reflux. Darum könnte ein gut informierter Zahnarzt an Hand solcher Zahnschmelz-Schäden als erster die Verdachtsdiagnose der ‚stummen Refluxkrankheit’ stellen.

Zahnschäden durch Reflux und Regurgitation in ihrer ‚stummen’ Variante sind zwar bisher nur vereinzelt beschrieben, so aus dem Howard University College für Zahnmedizin in Washington (1). Aber möglicherweise gibt es eine hohe Dunkelziffer, da die Refluxkrankheit sehr häufig und Zahnerosionen durch chronisch spürbaren Reflux gut dokumentiert sind. Die Diagnose dieser Ursache ist wegen der vielen anderen möglichen Auslöser von Zahnschmelz-Erosionen schwierig. Doch Feststellung und Behandlung gerade der mit chronischem Reflux verbundenen Säureschäden wären wichtig vor Zahnsanierungen und eventueller Versorgung der Betroffenen mit Prothesen.

Vielleicht könnten dabei bestimmte Schädigungsmuster helfen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Zahnschmelz-Schäden bei Reflux und Regurgitation vor allem die hinteren Zähne und die Hinterflächen der oberen Schneidezähne betreffen, dagegen kaum die vorderen Schneidezähne im Unterkiefer, in der so genannten Mandibularregion (2).

Bei Patienten mit spürbarem Sodbrennen oder Krankheiten mit häufigem Erbrechen und Regurgitation konnte diese Säureschädigung gut nachgewiesen werden. Anorexia und Bulimia nervosa (Mager- und Esssucht), chronischer Alkoholismus und verschiedene Magenstörungen sind sehr oft mit Zahnschmelz-Erosionen verbunden. Der all diesen Zuständen gemeinsame Faktor ist jeweils die Rolle, die Magen, Speiseröhre und das mangelhafte Zusammenspiel ihrer Verschlussmechanismen beim rückwärts gerichteten Säuretransport spielen.

In einer Untersuchung an der Universitätsklinik Tulsa (Oklahoma/USA) fand man unter 37 Kindern mit Bulimie oder chronischem Reflux bei 20 der kleinen Patienten entsprechende Schäden an Milch- und bleibenden Zähnen (3).

In der Pacific School of Dentistry, San Francisco, wurden 20 zufällig aufeinander folgende Magen-Darm-Patienten auf Zahnschmelz-Erosionen hin überprüft. Bei zehn von ihnen stellte man eine Refluxkrankheit fest, und bei diesen fand man im Vergleich zu Kontrollpersonen höhere Verluste der Zahnschmelzstruktur. Wie in anderen Untersuchungen, zeigte sich nur an den vorderen unteren Schneidezähnen kein Unterschied (4).

Anmerkung: Patienten mit Sodbrennen und immer wieder neuen Zahnschmelzschäden und/oder Karies (Zahnfäule) sollten sowohl mit Ihrem Hausarzt (oder Facharzt für Gastroenterologie) als auch Ihrem Zahnarzt über eine mögliche Verursachung der Zahnprobleme durch aggressive Magensäure sprechen.


Weitere Risikofaktoren für Karies
Faktor Hohes Risiko
Ernährung häufiges Angebot u. hoher Anteil niedermolekularer Kohlenhydratrate, speziell Zucker
Plaquemenge große Plaquemenge durch schlechte Mundhygiene
Art der Bakterien großer Anteil kariogener Bakterien
Speichel reduzierter Speichelfluß, niedrige Pufferkapazität
Zahnstatus ungünstige Zahnstellung u. -morphologie, insuffiziente Restaurationen, aktive Kariesläsionen
Fluoride ungenügende Fluoridsupplementierung
indirekte Faktoren Streß, Lebensweise, chronische Erkrankungen, Dauermedikation

Literatur
  1. Ali DA, Brown RS, Rodriguez LO, Moody EL, Nasr MF.: Dental erosion caused by silent gastroesophageal reflux disease. J Am Dent Assoc 2002 Jun;133(6):734-7 (Medline).
  2. Gregory-Head BL, Curtis DA, Kim L, Cello J.: Evaluation of dental erosion in patients with gastroesophageal reflux disease. J Prosthet Dent 2000 Jun;83(6):675-80 (Medline).
  3. Dahshan A, Patel H, Delaney J, Wuerth A, Thomas R, Tolia V.: Gastroesophageal reflux disease and dental erosion in children. J Pediatr 2002 Apr;140(4):474-8 (Medline).
  4. Gregory-Head, Belinda: ebenda.

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