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Gastro-ösophagealer Reflux und post-nasal drip
Zwei Ströme, die sich begegnen

Nasen- und Rachenraum sind mit einander verbunden. Die Speiseröhre verläuft direkt hinter der Luftröhre. Die Lunge liegt dem Zwerchfell oben auf, und direkt unterm Zwerchfell befindet sich der Magen. Durchs Zwerchfell zieht die Speiseröhre in den Magen. Das Zwerchfell ist am Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre entscheidend beteiligt. Ebenso entscheidend sind die Zwerchfellbewegungen fürs Ein- und Ausatmen. Wenn man all das bedenkt, braucht man nicht mehr viel Fantasie, um enge Kontakte zwischen gastro-ösophagealem Reflux und Atemwegsstörungen für möglich zu halten.

Thorax

Brustkorb, Oberbauch
(Herz, Lunge, Leber, Darm entfernt)

Oktober, November, feucht-kaltes Wetter, Schnupfen, Husten... Chronischer Husten. Zu den drei häufigsten Ursachen chronischen Hustens gehört die gastro-ösophageale Refluxkrankheit. Die beiden anderen: Asthma und das so genannte post-nasal-drip-Syndrom (chronisch aus dem hinteren Nasenraum die Rachen-Hinterwand hinablaufendes Sekret). Diese drei fanden sich bei ungeklärtem chronischem Husten derart häufig, dass Wissenschaftler der Heidelberger Medizinischen Universitätsklinik und der Universidade Federal do Rio Grande do Sul/Brasilien (1) von der 'Pathologische Trias des chronischen Hustens' sprechen. Die drei Krankheiten bzw. Störungen waren, allein oder kombiniert, in 93,6 Prozent Auslöser des chronischen Hustens, am häufigsten Asthma (58,9 Prozent), dann das post-nasal-drip-Syndrom (57,6 Prozent), gefolgt vom Reflux (41,1 Prozent). Post nasal drip und Reflux als zwei der Hauptursachen chronischen Hustens wurden auch sonst mehrfach bestätigt, so in Untersuchungen an der Clinique Pneumologique in Rouen/Frankreich (2). Dort werden als häufige Hustenauslöser zusätzlich chronische Bronchitis und die Einnahme bestimmter Blutdruck-Medikamente (ACE-Hemmer) genannt.

Und: Bei Asthma-Patienten liegt in 50 bis 80 Prozent der Fälle gleichzeitig Reflux vor, ebenso bei chronischer Heiserkeit (in bis zu 80 Prozent) und bei Patienten mit 'Globusgefühl' im Hals (in 25-50 Prozent), Dies betont eine Untersuchung aus dem Department of Gastroenterology der Cleveland Clinic Foundation, Cleveland/USA (3).

Durch Standard-Untersuchungen nicht zu klärender chronischer Husten, ohne sonstige Symptome, hängt manchmal mit symptomfreiem Reflux zusammen, fanden Forscher am Department of Thoracic Medicine des Concord Hospital, Sidney/Australien (4). Dies könnte auf örtlichen Nervenreflexen beruhen, die aus der Speiseröhre über die direkt davor laufende Luftröhre in die Bronchien ausstrahlen ('ösophageal-tracheal-bronchialer' Reflex). Der so ausgelöste Husten verstärkt wiederum den Reflux (hier nicht 'Reflex'). Denn Hustenstöße steigern 'stoßartig' den Druck im Bauchraum, der sich aufwärts gegen das Zwerchfell richtet, auch am Übergang Magen-Speiseröhre. Dort sinkt vorübergehend der Verschlussdruck. Der Verschluss versagt, und es kommt zum Reflux, und wieder zum 'ösophageal-tracheal-bronchialen' Reflex (hier nicht 'Reflux'), und alles beginnt wieder von vorn. Darum glauben die Wissenschaftler, dass Anti-Reflux-Therapie bei ungeklärtem chronischem Husten Hilfe bringen kann.

Die erfolgreiche Behandlung einer Gastro-Ösophagealen Refluxkrankheit kann gleichzeitig verschiedene Lungen- und Bronchialstörungen und Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich beseitigen, die dadurch ausgelöst und unterhalten wurden.

Deshalb lohnt sich eine Untersuchung auf Refluxkrankheit bei solchen Störungen immer, besonders aber, wenn die Ursache ungeklärt blieb und keine andere Behandlung hilft. Dann sollte man als Patient den Arzt darauf aufmerksam machen. Gute Ärzte werden darauf eingehen. - Individuell können dann Antazida und andere Medikamente und Massnahmen gegen Reflux nachhaltig helfen.

'Untypische' Brustschmerzen, chronische Lungenstörungen, krankhafte Rachen- und Luftröhren-Veränderungen: All das kann mit Reflux zusammen hängen, bestätigen neben anderen auch Wissenschaftler des Michigan State University College of Human Medicine in East Lansing/USA (5). Dies betrifft auch 'atypische' Entzündungen von Rachen und Kehlkopf, wie vielfach dokumentiert (6, 7 und viele andere). Zur Therapie des Reflux und damit all dieser Krankheiten bzw. Störungen nennen die Wissenschaftler Änderungen des Lebensstils (z. B. Meiden von Diätfehlern), und außerdem Antazida und gegebenenfalls 'systemisch' wirkende (übers Blut verteilte) Medikamente, je nach Situation. Bei Patienten mit anatomischen Fehlbildungen oder mechanischer Fehlfunktion kann eine Operation nötig sein.


Literatur
  1. Stolz DP, Villanova C, Gastal O, Araujo E, Borst MM, Palombini BC: A Pathogenic Triad in chronic cough: Asthma, Post-Nasal Drip Syndrome and Gastroesophageal Reflux Disease. Georg Thieme Verlag: Abstracts zum 40. Kongress der Dt. Ges. für Pneumologie, 1999 (Medline).
  2. Auliac JB, Bota S, Nouvet G: [Unrecognized causes of chronic cough]. Rev Mal Respir 2002 Apr;19(2):207-16 (Medline).
  3. Richter JE: Beyond heartburn: Extraesophageal manifestations of gastrooesophageal reflux disease. Am J Manag Care 2001 Feb; 7(1 Suppl): S 6-9 (Medline).
  4. Ing AJ, Ngu MC, Breslin AB: Chronic persistent cough and gastro-oesophageal reflux. Thorax 1991 Jul; 46(7): 479-83 (Medline).
  5. Barr LL: Gastrooesophageal reflux: Recognizing atypical presentations. Postgrad Med 1996 Apr; 99(4): 231-7 (Medline).
  6. Trotoux J, Angelard B, Aubert P: ORL (Otorhinolaryngeal) Manifestations of gastrooesophageal reflux. Rev Prat 1989 Feb 9; 39(4): 291-3 (Medline).
  7. Issing WJ, Gross M, Tauber S: Manifestations of gastrooesophageal reflux in the otorhinolaryngology tract. Laryngorhinootologie 2001 Aug; 80(8): 464-9 (Medline).

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