Hamburg. Gibt es in der Praxis etwa alltäglicheres als Sodbrennen? Gibt es eine andere so häufige Indikation, die mehr Überraschungen aufweist als die Refluxkrankheit? Tatsächlich lautet die Antwort auf beide Fragen 'Nein', wie sich bei der Fachpressekonferenz 'Neue Daten zur Wirksamkeit von Antacida' zeigte, die jetzt von Cassella-med nach der Anfang 2003 erfolgten Übernahme der Lizenzen des Klassikers Maaloxan® veranstaltet wurde [a].
Mit chronischem Seitenblick auf die Eigenschaften von H2-Blockern oder Protonenpumpeninhibitoren (PPI) hat sich im Laufe der Jahre die wissenschaftliche und praktische Bewertung der therapeutischen Eigenschaften von Antacida allmählich allein auf die, natürlich therapeutisch relevante Säureneutralisationskapazität (SBK) eingegrenzt. Doch bestimmte Antacida, so resümierte Prof. Dr. Hans Bosseckert, Jena, haben weitaus mehr Fähigkeiten als nur eine sehr gute SBK. Hierzu zählt die ebenfalls schon lange bekannte Bindung von im duodeno-gastralen Refluat enthaltenen Gallensäure oder Lysolecithin (Verringerung aggressiver Faktoren). Oder die Steigerung der Prostaglandinsynthese und der Schleimhautdurchblutung, die Verbesserung der Mukosaqualität oder die rein mechanische Schutzschichtbildung (Verbesserung mukosaprotektiver Faktoren). Neben der guten Verträglichkeit z. B. der magnesium-aluminium-hydroxidhaltigen Antacida ist der rasche Wirkungseintritt bei peptischen Oberbauchbeschwerden von besonderer Bedeutung sowohl bei Verordnung als auch Selbstmedikation von Antacida. Und: Selbst gegenüber modernsten PPIs gibt es kein Wirkprinzip, so betonte Bosseckert, das zu einem so schnellen Wirkungseintritt - d.h. Linderung von Sodbrennenbeschwerden - führt, wie wirksame Antacida mit hoher SBK. Dieser besonders rasche Wirkungseintritt macht geeignete Antacida zum idealen Therapieprinzip auch bei On-Demand-Therapie bei der häufigsten GERD-Beschwerde - dem gelegentlichen Sodbrennen (1-2x/Woche oder seltener). Klar sollte übrigens sein, dass keine der erwähnten Substanzgruppen bei einer Refluxkrankheit (GERD, GÖR) zur Heilung der grundlegenden Störung der Verschlussfunktion des unteren Ösophagussphinkters führt, sondern allenfalls zu einer temporären Linderung säureassoziierte Beschwerden.
Erstmals untersucht: Behandlung säureassoziierter Oberbauchbeschwerden nach erfolgreicher H.p.-Eradikation
Nach erfolgreicher H. pylori-Eradikation im Rahmen der Ulcustherapie können säureassoziierte Residualbeschwerden mit Reizmagen-ähnlicher Symptomatik vorkommen. Pathogenetisch, so führte Prof. Siegfried Miederer, Bielefeld, aus, spielen hierbei die Restitution der inflammatorisch geschädigten Schleimhautzellmatrix sowie eine erhöhte Säurebelastung nach H.p.-Eradikation eine kausale Rolle. An letzterem sind die Abnahme von Interleukin-1ß (IL-1ß ist eines der potentesten antisekretorischen Zytokine) sowie der Wegfall der Ammonikaneutralisierung und der Gastrinwirkung auf den unteren Ösophagussphinkter beteiligt. In dieser vorübergehenden symptomatischen Phase führen Antacida klinisch zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik, wie die Ergebnisse einer neuen Anwendungsbeobachtung belegen, die Miederer vorstellte.
An der Multicenter-Untersuchung nahmen 650 Patienten teil, die nach einer erfolgreichen H. pylori-Eradikation unter säurebedingten Oberbauchbeschwerden litten. Diese erhielten drei- bis viermal täglich das Antazidum Maaloxan® in einer Dosierung von 10 ml oder 1 Kautablette (Säurebindungskapazität: 25 mVal). Untersucht wurden die Auswirkungen dieser Therapie auf die Symptome: Brennen und Druckgefühl im Oberbauch, retrosternales Brennen/Schmerz und saures Aufstoßen bzw. Regurgitation von Magensäure. Nach durchschnittlich 15 Behandlungstagen zeigten mehr als 95 Prozent der Patienten nur noch leichte Symptome oder waren vollkommen beschwerdefrei. Die Wirkung des Präparats trat in mehr als 67 Prozent der Fälle innerhalb von 20 Minuten nach dessen Einnahme ein, bei 86 Prozent der Patienten kam es innerhalb von 60 Minuten zur Beschwerdefreiheit.
Veranstaltung
- Fachpressekonferenz 'Neue Daten zur Wirksamkeit von Antacida - Erfolgreich bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden. Hamburg, 17.6.2003. Veranstalter: Casella-med GmbH & Co. KG, Köln/Publicis Vital PR, Köln.
Presseinformation vom 17.6.2003
Rasche und gut verträgliche Behandlung säurebedingter Oberbauchbeschwerden
Antazida als Mittel der Wahl nach erfolgreicher H. pylori-Eradikation (Langversion)
Hamburg. Unter Sodbrennen leiden etwa 20 Prozent der erwachsenen bundesdeutschen Bevölkerung - mit steigender Tendenz. Die Ursache ist ein Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre, der so genannte Säurereflux. Auch Magenbeschwerden sind in vielen Fällen säurebedingt, wobei unterschiedliche Faktoren für die Übersäuerung verantwortlich sein können. Das Antazidum Maaloxan®, so das Ergebnis einer neuen Studie, konnte bei 86 Prozent der Patienten innerhalb einer Stunde die säurebedingten Symptome beseitigen, die nach erfolgreicher Eradikation einer H. pylori-Infektion auftraten. Dabei wurde es außerordentlich gut von den Patienten vertragen. Dies wurde auf einer Pressekonferenz deutlich, die am 17. Juni in Hamburg stattfand.
Ausgelöst wird ein Säurereflux in der Regel durch ein Versagen des Verschlussmechanismus am unteren Ösophagussphinkter und eine häufig gleichzeitig auftretende Verzögerung der Magenentleerung sowie eine Hiatushernie, erklärte Prof. Gerald J. Holtmann, Essen. Verschiedene Nahrungs- und Genussmittel wie scharfe Speisen, Alkohol oder Kaffee können ebenfalls Refluxbeschwerden hervorrufen. Durch den Kontakt der Magensäure mit der ungeschützten Ösophagusschleimhaut kommt es häufig zu Schmerzen hinter dem Brustbein, dem Sodbrennen. Aber auch Säureregurgitation, Luftaufstoßen sowie Übelkeit und Erbrechen gehören zu den typischen Symptomen der Refluxkrankheit. Bei jedem 10. Refluxkranken entwickelt sich eine Ösophagitis, die nach längerer Persistenz in 10 bis 15 Prozent der Fälle schwerwiegende Komplikationen wie Ulzerationen oder ein Barrett-Syndrom zur Folge hat. Eine solche Metaplasie der Ösophagusschleimhaut wiederum führt - wenn sie nicht behandelt wird - bei durchschnittlich einem von zehn Patienten zum Adenokarzinom. Bei etwa 90 Prozent der an Refluxbeschwerden leidenden Patienten liegen somit meist nur gelegentliche, leichte Beschwerden vor, die in erster Linie mit Antazida behandelt werden können.
Auch Magenbeschwerden können in vielen Fällen auf überschüssige Magensäure bzw. auf gestörte Schutzmechanismen der Magenschleimhaut zurückgeführt werden. Mögliche Ursachen sind hier z. B. Alkoholmissbrauch, Dauertherapie mit Medikamenten wie nichtsteroidalen Antirheumatica oder Stress. Aber auch nach einer erfolgreichen Eradikation einer H. pylori-Infektion nimmt die Säurebelastung des Magens zu. Häufig sind allerdings die Ursachen für eine Übersäuerung des Magens nicht eindeutig feststellbar.
Antazida bei Refluxbeschwerden schnell & hoch wirksam
Sodbrennen und säureassoziierte Magenbeschwerden lassen sich in der Regel effektiv mit Antazida behandeln. Diese wirken zuverlässig und sind gut verträglich; außerdem setzt ihre Wirkung schnell ein, betonte Prof. Hans Bosseckert, Jena. So geht aus Studien hervor, dass im Vergleich zu den systemisch wirkenden H2-Blockern oder den Protonenpumpeninhibitoren (PPI) die Wirkung der direkt im Magen ansetzenden Antazida etwa dreimal so schnell eintritt. Daher sind diese Präparate auch für eine On-Demand-Therapie kurzzeitiger Refluxbeschwerden besonders geeignet. Die Wirkweise der Antazida beruht darauf, dass sie die Magensäure puffern und so deren schädigende Wirkung auf die Ösophagus- oder Magenschleimhaut hemmen. Dass dies auch in der klinischen Praxis zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik führt, belegen die Ergebnisse einer neuen Anwendungsbeobachtung, die Prof. Siegfried Miederer, Bielefeld, im Rahmen der Veranstaltung vorstellte.
Maaloxan® reduziert säurebedingte Beschwerden nach erfolgreicher H. pylori-Eradikation effektiv
An der Multicenter-Untersuchung nahmen 650 Patienten teil, die nach einer erfolgreichen H. pylori-Eradikation unter säurebedingten Oberbauchbeschwerden litten. Diese erhielten drei- bis viermal täglich das Antazidum Maaloxan® in einer Dosierung von 10 ml oder 1 Kautablette (Säurebindungskapazität: 25 mVal). Untersucht wurden die Auswirkungen dieser Therapie auf die Symptome: Brennen und Druckgefühl im Oberbauch, retrosternales Brennen/Schmerz und saures Aufstoßen bzw. Regurgitation von Magensäure. Nach durchschnittlich 15 Behandlungstagen zeigten mehr als 95 Prozent der Patienten nur noch leichte Symptome oder waren vollkommen beschwerdefrei. Die Wirkung des Präparats trat in mehr als 67 Prozent der Fälle innerhalb von 20 Minuten nach dessen Einnahme ein, bei 86 Prozent der Patienten kam es innerhalb von 60 Minuten zur Beschwerdefreiheit.
Kombination bedingt sehr gute Verträglichkeit
Das in dieser Untersuchung eingesetzte Maaloxan® gehört zur Gruppe der aluminium-magnesiumhydroxidhaltigen Antazida. Bei diesen Präparaten ist durch den Magnesiumhydroxid-Anteil eine besonders rasche Pufferung der Magensäure gewährleistet. Gleichzeitig kommt es zu einer protrahierten Säurebindung, da die Pufferreaktion durch die Wirkstoffkombination aus Aluminiumhydroxid und Magnesiumhydroxid langsamer verläuft. Neben ihren säurebindenden Eigenschaften besitzen diese Antazida auch die Fähigkeit, cytotoxisch wirkende Gallensäuren zu neutralisieren und die Barrierefunktion der Magenschleimhaut durch Stimulation der Prostaglandinsynthese zu unterstützen. Außerdem sind sie sehr gut verträglich; die gegensätzlichen Nebenwirkungen der beiden Wirkstoffe auf den Darm (Laxation durch Magnesium, Obstipation durch Aluminium) gleichen sich in der Kombination nahezu aus. Die gute Verträglichkeit ist auch deswegen von großer Bedeutung, da Antazida sehr häufig zur Selbstmedikation, also ohne Konsultation eines Arztes eingenommen werden.
Anwendung in der Praxis
Maaloxan® ist als Kautablette, Soft Tabs und Suspension erhältlich, und zwar mit einer adäquaten Säurebindungskapazität von 25 mVal. Damit entspricht das Präparat den Dosierungsempfehlungen der Monographie des BfArM. Sein Einsatz ist besonders für die Behandlung folgender Indikationen geeignet:
- gelegentliches Sodbrennen und säurebedingte funktionelle Beschwerden
- Sodbrennen in der Schwangerschaft
- säurebedingte Beschwerden nach Eradikation von Helicobacter pylori
- säureassoziierter Reizmagen ohne Helicobacter-pylori-Infektion
- säureassoziierte Beschwerden aufgrund von Medikamenteneinnahme
- Refluxkrankheit ohne nachweisbare Läsionen der Ösophagusschleimhaut
- Magenübersäuerung nach Genuss von Alkohol, Nikotin, Kaffee, Vitamin-C-haltigen Fruchtsäften
Meist kann in diesen Fällen auf säuresekretionshemmende Medikamente wie H2-Blocker oder PPI verzichtet werden, was eine erhebliche Kosteneinsparung zur Folge hat. Zudem bieten Antazida im Gegensatz zu den sekretionshemmenden Medikamenten die Möglichkeit einer On-demand Therapie. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass Beschwerden, die länger als vier Wochen anhalten, unbedingt sonographisch bzw. endoskopisch abgeklärt werden müssen. Durch Antazida kann außerdem die Resorption verschiedener Arzneistoffe verzögert bzw. eingeschränkt werden. Daher sollte Maaloxan® ein bis zwei Stunden vor oder nach der Applikation von anderen Medikamenten eingenommen werden.
Quelle
- Pressekonferenz Cassella-med: Neue Daten zur Wirksamkeit von Antacida - Erfolgreich bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden, 17.06.2003, Hamburg. Text: Publicis Vital PR. Kommunikation für Gesundheit. Hansaring 97. 50670 Köln.