Küchenschaben (Kakerlaken)
Trojanische Pferde für Helicobacter-Infektionen?
![]() Periplaneta fuliginosa |
Helicobacter pylori-Bakterien gelten als Hauptursache für Magengeschwüre und deren chronische Aufrechterhaltung. Sie finden sich aber sehr oft auch in der Magenschleimhaut gesunder Personen. Wie kommen sie dorthin? Dringen sie etwa als Besatzung von Küchenschaben in Nahrungsmittel ein? Japanische Forscher an der Kyoto Prefactural University of Medicine (Kyoto, Japan) fanden entsprechende Hinweise [1].
Studienobjekt war eine sehr häufige Küchenschaben-Rasse (Periplaneta fuliginosa). Einige von diesen wurden mit Helicobacter in Kontakt gebracht, andere nicht. Danach wurden beide Küchenschaben-Gruppen sterilisiert. Doch auch einige Zeit danach - bis zu sieben Tage lang - konnten vor allem in den Exkrementen der "infizierten" Küchenschaben lebensfähige Helicobacter-Bakterien isoliert werden. An den Körperoberflächen der Insekten dagegen war dies nur einen Tag lang der Fall.
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Helicobacter pylori |
Küchenschaben leben normalerweise in unsauberer Umgebung, etwa nahe unsauber gelagerter Lebensmittel in Küchen, und können dort mit den Nahrungsmitteln in Kontakt kommen. Helicobacter, so glauben die Forscher, könnten also durch Lebensmittel in den Magen gelangen, die Exkremente von Kakerlaken enthalten. - Kultureller Hinweis: George Orwell (*1903 +1950), der seinerzeit in den Küchen auch hochpreisiger Restaurants gearbeitet hatte, ließ in seinem Buch "Down and Out in Paris and London" (1933, Kapitel 14) durchblicken, dass man sich Küchenschaben lieber nicht zu genau ansehen sollte: "... Unsere Cafeteria strotzte in allen dunklen Ecken vor jahrealtem Schmutz, und der Brotkasten war von Küchenschaben verseucht. Als ich Mario mal vorschlug, diese ekligen Tiere zu töten, meinte er nur vorwurfsvoll: "Warum bloß die armen Tiere töten? ...".
- Imamura S, Kita M, Yamaoka Y, Yamamoto T, Ishimaru A, Konishi H, Wakabayashi N, Mitsufuji S, Okanoue T, Imanishi J: Vector potential of cockroaches for Helicobacter pylori infection. Am J Gastroenterol. 2003 Jul;98(7):1500-3 (Medline).


