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Magenbeschwerden trotz Protonenpumpenhemmern
Warum wirken dann aber H2-Blocker?


Feuer

Nicht alle Maßnahmen wirken gleich gut bei Magenbeschwerden und Sodbrennen

Seit Identifizierung der Helicobacter pylori-Bakterien als Erreger immer wiederkehrender Magengeschwüre kann die "Geschwürskrankheit" heute mit Antibiotika behandelt werden. Patienten mit säurebedingten Magengeschwüren ("peptisches Ulkus") oder Gastritis werden seitdem mit "Säurehemmern plus Antibiotika" ("Eradikationstherapie") behandelt, um die Säurewirkungen zu dämpfen und die Erreger zu eliminieren.

Doch seit Beginn der Eradikationstherapie stieg die Häufigkeit von Speiseröhren-Entzündungen oder ihres Wiederaufflammens, als Folge von Magensäure-Rückfluss ("Refluxkrankheit"). Da bei diesen Betroffenen der Magenkeim Helicobacter meist nicht zu finden ist, richtet sich hierbei das Augenmerk von Wissenschaftlern und Ärzten auf Art und Verteilung der Magensäure-Freisetzung, etwa Störungen des normalen Tag-Nacht-Säure-Sekretions-Rhythmus ("zirkadianer" Rhythmus).

Einige dieser "Reflux"-Patienten klagen trotz Therapie mit sehr stark Säure hemmenden "Protonenpumpenhemmern" über die Symptome der Refluxkrankheit, die denjenigen von Magengeschwüren ähneln: Nächtliche Schmerzen im Magenbereich und hinter dem Brustbein, mitternachts bis frühmorgens, die meist vor dem Frühstück verschwinden. Bei diesen Patienten, so zeigt die Erfahrung, ist oft eine Kurztherapie mit H2-Blockern sehr wirksam.

An Hand solcher Patienten ohne Helicobacter-Infekt, aber mit Beschwerden, untersuchten japanische Forscher vom Daini Hospital in Tokio die Effekte der H2-Blocker Laftidin und Famotidin auf die Tag-Nacht-Verteilung der Magensäuresekretion [1]. Es zeigte sich, dass die H2-Blocker den normalen zirkadianen Säurerhythmus (Anstieg vom Abend bis Mitternacht, Abfall gegen Morgen) unterdrücken. Möglicherweise ist dies eine Ursache ihres guten Effekts bei diesen Betroffenen, so die Wissenschaftler.

Die gleichen Forscher fanden einen Unterschied des zirkadianen Säuresekretions-Rhythmus zwischen Personen mit und ohne H. pylori-Infektion: Zwar gab es in beiden Gruppen die Neigung zu stärkerer Säuresekretion zwischen Mitternacht und frühem Morgen, mit folgendem Absinken des Säurewerts. Bei denjenigen mit Helicobacter-Infektion aber blieben die Säurewerte insgesamt niedriger [2].

In Zusammenhang mit dem Tag-Nacht-Rhythmus, der durch "säurepuffernde" Mahlzeiten, Rauchen und andere "Faktoren von außen" beeinflusst wird, gibt es inzwischen viele weitere Untersuchungsergebnisse. Zu den neuesten gehören:


Quellen
  1. Saitoh T, Watanabe Y, Kubo Y, Shinagawa M, Otsuka K, Ohkawa SI, Watanabe T: Effect of H2 blockers on the circadian rhythm of intragastric acidity. Biomed Pharmacother. 2002;56 Suppl 2:349s-352s. (Medline)
  2. Saitoh T, Watanabe Y, Kubo Y, Shinagawa M, Otsuka K, Ohkawa SI, Watanabe T: Intragastric acidity and circadian rhythm. Biomed Pharmacother. 2001;55 Suppl 1:138s-141s. (Medline)
  3. van Herwaarden MA, Samsom M, Smout AJ: 24-h recording of intragastric pH: technical aspects and clinical relevance. Scand J Gastroenterol Suppl. 1999;230:9-16. (Medline)
  4. Katsube T, Adachi K, Kawamura A, Amano K, Uchida Y, Watanabe M, Kinoshita Y: Helicobacter pylori infection influences nocturnal gastric acid breakthrough. Aliment Pharmacol Ther. 2000 Aug;14(8):1049-56. (Medline)
  5. Zentilin P, Dulbecco P, Bilardi C, Gambaro C, Iiritano E, Biagini R, Mela GS, Tessieri L, Mele MR, Mansi C, Pandolfo N, Vigneri S, Savarino V: Circadian pattern of intragastric acidity in patients with non-erosive reflux disease (NERD). Aliment Pharmacol Ther. 2003 Feb;17(3):353-9. (Medline)

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