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Naturkunde pur
Als Sod-Brennen noch wörtlich zu nehmen war ...


Maaloxan Drache

Lange als Sympathieträger in der Werbung: Der Maaloxan-Drache

Sagen und Legenden über feuerspeiende Ungeheuer gibt es in allen Kulturen. "In jeder Legende steckt ein Fünkchen Wahrheit", so der Volksmund. Eine mögliche Erklärung für die Mär von feuerspuckenden Drachen liefert jetzt der Marburger Mikrobiologe Professor Dr. Rudolf Thauer.

Ob mit goldenen Schuppen oder grüner Echsenhaut, ob mit lederigen Flügeln oder mit gezacktem Schwanz, ob mit einem Kopf oder gleich mit sieben, einige Gemeinsamkeiten haben die meisten Drachen (=Dinosaurier?): Sie können Feuer speien. Und existieren nur im Märchen. Oder?

Vielleicht haben ja doch in einem Land vor unserer Zeit große Tiere gelebt, die einen wahrhaft feurigen Atem besaßen. Woher diese Tiere ihren Treibstoff nahmen, dafür gibt es jetzt eine mögliche wissenschaftliche Erklärung. Geliefert wird sie von Professor Rudolf Thauer. Thauer ist nicht etwa Drachenkundler ("Dragologe"), sondern beschäftigt sich mit viel kleineren Lebewesen. Seine Forschungsobjekte sind Mikroorganismen, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind (Mikroben).

Rindvich & Methan

Abb. 1: Wiederkäuer als Quelle für atmosphärisches Methan. Ein ausgewachsenes Rind (500kg) entlässt mehr als 300 l des entflammbaren Gases pro Tag über den Schlund in die Atmosphäre.

Das Spezialgebiet von Mikrobiologe Thauer ist der Stoffwechsel von speziellen Kleinstlebewesen, den methanogenen Archaea. Diese bestehen aus nur einer Zelle und gehören zu den entwicklungsgeschichtlich ältesten Lebewesen der Erde. Und sie haben eine Besonderheit: Zum Überleben brauchen sie weder Sonnenlicht noch Luftsauerstoff und können so unter den extremen Bedingungen überleben, wie sie wahrscheinlich zu Urzeiten auf der Erde geherrscht haben ("anaerobe Verhältnisse"). Ihren Namen haben die methanogenen Archaea wegen einer Eigenschaft erhalten: Sie bilden Methan, ein brennbares Gas. Erdgas besteht zum Großteil aus Methan, und viele Erdgasvorkommen sind vor Jahrmillionen von diesen Kleinstlebewesen gebildet worden.

Diese Mikroorganismen gibt es bis heute auf der Erde. Sie leben aber nicht nur in Sümpfen und feuchten Böden, sondern auch im Verdauungstrakt von pflanzenfressenden Tieren. Dort bilden sie ebenfalls Methan, und zwar in erheblichen Mengen. Im Magen einer ausgewachsenen Kuh entstehen täglich 300 Liter des brennbaren Gases, das der Wiederkäuer durch Rülpsen entweichen lässt. Und mit 300 Litern Methan könnte ein Drache ("Dinosaurier") schon ein hübsches Feuer entfacht haben. Nicht klar ist jedoch, wie die Tiere gezielt das Gas entzündet haben könnten ...

Gastrolithen

Abb. 2: Pleiosaurus-Gastrolithen (Western Kansas/USA)

Eine These hierzu veröffentlichte die Zeitschrift 'Bild der Wissenschaft' 1995: Demnach habe ein Professor John Shindler vom "Museum of Natural History" in New York in der Nähe des "Petrified Forest" in Arizona einen sensationellen Fund gemacht. Nämlich Eiweißreste am Unterkiefer eines Tyrannosaurus Rex, die von seiner angeblich letzten Mahlzeit stammen sollten. Seltsam war, dass dieses Eiweiß denaturiert war, so als wenn es wie ein Spiegelei in einer heißen Pfanne gebraten worden wäre. Außerdem seien in dem gut erhaltenen Magen pflanzliche Speisereste und Mahlsteine gefunden worden. Deshalb, so der Forscher: Wenn der Saurier nach dem Essen aufstoßen musste, kam brennbares Methan aus seinem Pansen in einen höher gelegenen Teil des Magens, in dem die besagten Mahlsteine gegeneinander schlugen. Hatte der Saurier zufällig eine Portion Feuersteine zu sich genommen, konnten Funken entstehen und dem Dino schlugen die Flammen aus dem Maul ...

Immerhin: Diese Theorie, die sich erst eine ganze Weile später als Aprilscherz und der Professor sich als nicht existent herausstellte, fasst zwei belegbare wissenschaftliche Befunde zusammen: Die Entstehung von Methan im Verdauungstrakt vieler Tiere. Und die Verwendung von, an der muskuläre Magenwand angelagerte Mahlsteine (sog. Gastrolithe) verschiedener Tiere. Zum Beispiel von Dinosauriern, bei denen einige Arten im Vergleich zu den gigantischen täglichen Nahrungsmengen ein viel zu winziges Gebiss zum Zerkauen hatten.

Tipp: Brennt Ihre Speiseröhren wegen zuviel Säure (Sodbrennen), sollten Sie nicht nach Steinen im Magen suchen lassen (extrem selten, kommen aber vor), sondern ein bewährtes, wirksames säurebindendes Medikament (Antazidum, z. B. Maaloxan) einnehmen. Wie bei den Feuerdrachen gilt jedoch auch bei Menschen mit Sodbrennen: Eine Umstellung der Ernährung kann die Beschwerden oftmals deutlich lindern (siehe unsere Infos zur Ernährung bei Sodbrennen).

Hinweis: Ausgangspunkt dieses Beitrages ist ein Vortrag bei der '122. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ)' in Halle, September 2002. Alle Vorträge der dort anwesenden renommierten Wissenschaftler sind jetzt als ansprechendes, großformatiges und reichhaltig mit Grafiken, Bildern und Tabellen illustriertes Buch veröffentlicht. Thematisch geht es einerseits um grundlegende Fragen, etwa den Urknall und die Entstehung von Materie, Sternen und Planeten. Andererseits aber auch um die am höchsten organisierte Form von Materie - das Leben, um die Entwicklung der Organismen und um biochemische Moleküle als Bausteine aller Lebewesen.
• Angaben zum Werk: Emmermann, Rolf (Hrsg): An den Fronten der Forschung: Kosmos - Erde - Leben. S. Hirzel Verlag Stuttgart. 2003. ISBN 3-7776-1257-X, EUR 32,00 (Buch bei Amazon bestellen).


Quellen und Links
  • Thauer R: Methanogene Archaea: Vom Treibhauseffekt zum Feuerdrachen. Vortrag bei der 122. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, 21.-24. September 2002, Halle-Wittenberg (Tagungsinfos).
  • Mamat B, Roth A, Grimm C, Ermler U, Tziatzios C, Schubert D, Thauer RK, Shima S.: Crystal structures and enzymatic properties of three formyltransferases from archaea: environmental adaptation and evolutionary relationship. Protein Sci. 2002 Sep;11(9):2168-78 (Medline).
  • NN: Heißer Atem. Bild der Wissenschaft. 1995 (4).
  • Abb. 1 aus Emmermann, Rolf (Hrsg): An den Fronten der Forschung: Kosmos - Erde - Leben. S. Hirzel Verlag Stuttgart. 2003.
  • Abb. 2 aus Everhart, MJ: Gastroliths associated with plesiosaur remains in the Sharon Springs Member of the Pierre Shale (late Cretaceous), Western Kansas. Kansas. Acad Sci Trans. 2000 103(1-2):58-69 (Online-Version).
     
  • Homepage Professor Rolf Thauer.
  • Erstes Deutsches Drachenmuseum in Furth.
  • Verein zur Förderung der Drachenforschung e.V..
  • Sodbrennen-Welt.de: Infos zur Ernährung bei Sodbrennen.

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