Bei Sodbrennen
Einmal Magentag bitte!
Am 15. November 2003 ist "Magentag". Die 'Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm, Leber und Stoffwechsel sowie von Störungen von Ernährung e. V.' - kurz Gastro-Liga - hat diesen Tag ausgerufen. Unter dem Motto "Nicht nur die Liebe geht durch den Magen..." sind in etwa 50 Städten Deutschlands Vortragsveranstaltungen vorgesehen.
Die Veranstaltungen werden von Experten aus Universitäten oder spezialisierten Krankenhäusern bestritten. Themen sind:
- Sodbrennen allgemein
- Refluxerkrankung
- Magengeschwür
- Neueste Erkenntnisse der Erforschung des Helicobacter pylori und seiner möglichen Rolle bei Magenerkrankungen
- Beeinflussung der magenbedingten Erkrankungen durch Ernährung
- Entstehung des Reizmagens
- Arzneimittelschäden am Magen
Interessierte und Betroffene, die gerne an den Veranstaltungen teilnehmen wollen, können Ort und Zeit sind im Internet abfragen (Vorträge). Der Eintritt ist frei. Sollte kein Veranstaltungsort in der Nähe sein, besteht die Möglichkeit, eine regionale Telefon-Hotline zu nutzen, um Experten zu magenbedingten Problemen zu befragen (Telefonaktionen). Finanziert werden die Veranstaltungen von pharmazeutischen Unternehmen, die Arzneimittel gegen Magen-Darm-Erkrankungen herstellen.
Warum ein "Magentag"?
Das Ausrufen besonderer "Tage" ist nicht neu und dient dem Zweck, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf besondere Themen zu lenken. So gibt es mittlerweile den "Diabetes-Tag", "Welt-Hunger-Tag", "Welt-Spar-Tag" usw. Die Gastro-Liga ruft seit 1998 zum "Magentag" auf. Erklärtes Ziel ist es, "sachliche Informationen und Aufklärung über Prävention, sinnvolle Therapiemaßnahmen und Rehabilitation" zu betreiben. Warum? Weil alljährlich für Verschreibungen von Magen-Darm-Mitteln eine Milliarde € zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung ausgegeben werden, so heißt es auf der Liga-Homepage.
Ein hehres Ziel - so scheint es. Doch die bundesweite Ausrichtung solcher Veranstaltungen ist aufwändig, viel Geld ist notwendig. Und dieses stammt von Sponsoren der Pharmaindustrie, die ihre eigenen Interessen verfolgen. Der Besuch von Informationsveranstaltungen kann wichtig und erkenntnisreich sein. Doch das Mitnehmen des Verstandes ist ebenso wichtig. Fragen wie: 'Wer steckt warum dahinter?' sind hilfreich und machen Patienten zu selbstverantwortlichen statt zu abhängigen Konsumenten. Dies ist besonders wichtig bei chronischen Erkrankungen wie der Refluxkrankheit und Sodbrennen.

