Sodbrennen
Protonenpumpenhemmer helfen längst nicht allen Patienten
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Viele Menschen, die unter Sodbrennen leiden, nehmen Protonenpumpenhemmer ein. Diese Medikamente sollen die Magensäurebildung hemmen und so die Beschwerden lindern. Aber: Bei Patienten, bei denen die Speiseröhrenentzündung noch nicht vorhanden oder fortgeschritten ist, helfen Protonenpumpenhemmer kaum.
Wenn saurer Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt, greift er die Schleimhaut an und verursacht Schmerzen (Sodbrennen). Dabei können chronische Entzündungen entstehen, bei denen die Oberfläche der Speiseröhre verletzt ist ("erosive Ösophagitis"). Je stärker die Säurebelastung der Speiseröhre, desto größer ist die Gefahr einer erosiven Ösophagitis. Protonenpumpenhemmer sollen die Säurebildung hemmen und die Beschwerden lindern. Allerdings scheinen sie nur dann gut zu helfen, wenn bereits eine erosive Ösophagitis vorliegt. Patienten, deren Speiseröhre noch nicht oder noch nicht so stark angegriffen ist, profitieren weniger von den Medikamenten.
Amerikanische Wissenschaftler [1] haben nun versucht, eine Erklärung für diese verminderte Wirksamkeit von Protonenpumpenhemmern zu finden. Dazu untersuchten sie 28 Patienten, die über Sodbrennen klagten. 18 Patienten litten unter erosiver Ösophagitis, 8 Patienten hatten keine derartige Speiseröhrenveränderungen. Alle wurden mit Protonenpumpenhemmern behandelt und zuvor sowie am ersten, zweiten und achten Behandlungstag untersucht. Mit einem Messinstrument wurden die Säurewerte des Magens sowie in der Speiseröhre aufgezeichnet.
Dabei stellten sie fest, dass sich die beiden Gruppen hinsichtlich der einzelnen Säurewerte kaum unterschieden. Auch bei der Säurebelastung nach den Mahlzeiten oder der nächtlichen Säurebelastung gab es keine wesentlichen Unterschiede. Danach untersuchten die Forscher die Säurebelastung des gesamten Tages. Und hier fanden sie Unterschiede. Um Säurereflux zu verhindern, muss die Säurebelastung des gesamten Tages gesenkt werden. Damit es zu keinem Reflux kommt, muss die Säurebelastung bei Patienten ohne Speiseröhrenentzündung stärker gesenkt werden als bei den Patienten mit erosiver Ösophagitis. Außerdem stellten sie fest, dass Patienten ohne Speiseröhrenentzündung ein größeres Sodbrennenrisiko haben, als Patienten mit Speiseröhrenentzündung, wenn sie mit Protonenpumpenhemmern behandelt werden.
Damit konnten die Forscher zwar zeigen, was viele Ärzte schon beobachtet haben. Warum aber Protonenpumpenhemmer bei Patienten ohne Speiseröhrenentzündung weniger gut wirken, dafür liefert die Studie keine Erklärung.
- Gardner JD, Gallo-Torres H, Sloan S, Robinson M, Miner PB: The basis for the decreased response to proton pump inhibitors in gastro-oesophageal reflux disease patients without erosive oesophagitis. Aliment Pharmacol Ther. 2003 Nov 1;18(9):891-905 (Medline).

