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Vorgeburtlich vermehrte Kalziumaufnahme:
Das verändert kindlichen Blutdruck jahrelang


Schwangerschaft

Kalziumhaltige Präparate, die Frauen während der Schwangerschaft einnehmen (z. B. Nahrungsergänzungsmittel, Kalzium-Substitutionspräparate, bestimmte Antazida), können nachhaltige Auswirkungen auf den Blutdruck des neugeborenen Kindes haben, zeigt jetzt eine Untersuchung von Dr. Daniel C. Hatton und seinen Kollegen der Universität Portland (Oregon/USA). Sie konnten nachweisen, dass Säuglinge von Müttern, die während der Schwangerschaft Kalzium-Substitutionspräparate einnehmen, einen niedrigeren Blutdruck haben als jene, deren Mütter keine Kalziumpräparate verwenden [1].

Die Forscher meinen, eine verstärkte Kalziumaufnahme im Mutterleib sei an der "Programmierung" des kindlichen Blutdrucks beteiligt, möglicherweise sogar mit Effekten, die bis ins Erwachsenenalter reichen. "Die fetale Programmierung kann langanhaltende Effekte auf die Gesundheit eines Erwachsenen haben, besonders hinsichtlich des Herzkreislaufsystems", stellt Dr. Hatton fest. "Wir glauben, dass frühe Unterschiede beim Blutdruck bis ins Erwachsenenalter reichen".

In der Studie, publiziert in der Oktoberausgabe der Fachzeitschrift "American Journal of Hypertension", wurde eine Gruppe von schwangeren Frauen, die 2000 mg Kalzium täglich ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel bis zur Geburt einnahmen, mit einer Gruppe von Schwangeren verglichen, die ein kalziumfreies Plazebo bekamen. Die US-Forscher bestimmten den Blutdruck bei 260 Kindern im Alter von drei Monaten und bei 57 hiervon auch im Alter von zwei Jahren. Dabei zeigte sich: Kleinkinder von Müttern, die als Schwangere Kalzium-Ergänzungspräparate verwendet hatten, hatten einen systolischen Blutdruck (= der höhere Wert bei der Blutdruckmessung), der um 2,2 mmHg (= Milimeter Quecksilbersäule, übliche Maßeinheit für den Blutdruck) niedriger war als bei Kleinkindern, deren Mütter nur Plazebo eingenommen hatten. Im Alter von zwei Jahren war der Unterschied sogar noch größer: Die Kinder der Kalzium-Substitutionsgruppe hatten einen im Mittel 4,8 mm Hg niedrigeren Blutdruck als die der anderen Gruppe (der Unterschied war statistisch signifikant; p<0,05). Die diastolischen Blutdruckwerte (= der niedrigere Wert bei der Blutdruckmessung) waren in der Kalzium-Ergänzungsgruppe gegenüber den Kindern der placeboverwendenden Mütter ebenfalls erniedrigt.

Kalzium ist schon lange für seine Effekte bei der Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bekannt. Bereits zuvor wurde vermutet, eine Kalziumergänzung könne einen langanhaltenden Effekt auf den Blutdruck eines Kindes haben. So konnten in einer Studie Vorteile bei übergewichtigen Kindern bis zum Alter von neun Jahren gefunden werden [2]. Warum eine verstärkte, vorgeburtliche Kalzium-Exposition den Blutdruck senkt, ist unbekannt. Die US-Forscher vermuten, der Effekt könnte über kalziumregulierende Hormone vermittelt werden. Diese neuen Befunde unterstützen die Annahme, bestimmte chronische Erkrankungen wie z. B. hoher Blutdruck (Hypertonie) oder Herzerkrankungen könnten auch durch pränatale Ursachen bedingt sein (bekannt ist z. B., dass ein deutlich verringertes Geburtsgewicht die Gefahr von Herzkreislauf-Erkrankungen Jahrzehnte später erhöht).

Die Forschungen wurden vom Pharmahersteller GlaxoSmithKline mitgesponsert, der in den USA das Kalziumpräparat "Tums" verkauft. Das Präparat enthält Kalziumkarbonat und hat in den USA eine Zulassung sowohl als säurebindendes Antazidum als auch als Kalzium-Substitutionspräparat.

Empfohlene Ca-Zufuhr für verschiedene Bevölkerungsgruppen
Altermg/d
0-4 Monate220
4-12 Monate400
1-4 Jahre600
4-7 Jahre700
7-10 Jahre900
10-13 Jahre1100
13-19 Jahre1200
19 Jahre und älter 11000
1 keine Zulage in Schwangerschaft und Stillzeit
zitiert nach D-A-Ch: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 1. Auflage 2000.

Kommentar: Vermutlich haben auch niedrigere Kalzium-Dosierungen blutdrucksenkende Wirkungen bei Säuglingen oder Kindern, glauben Hatton und Kollegen. Also Dosierungen, wie sie z. B. bei der - zumeist unnötigen - Kalzium-Substitution von Schwangeren oder mit einem Kalziumkarbonat-haltigen Antazidum (gegen das in der Schwangerschaft häufige Sodbrennen) erreicht werden. Selbst wenn sich Ärzte in den USA mit einer Übergewicht-Epidemie konfrontiert sehen (Übergewicht ist ein Risikofaktor für Bluthochdruck!), sollte die langfristige Beeinflussung des kindlichen Blutdrucks nicht Grund einer Kalzium-Einnahme in der Schwangerschaft werden. Vielmehr muss kritisch festgestellt werden, dass sich diese Art von Präventivmedizin in Deutschland aus guten Gründen zumeist nicht durchsetzt (z. B. zwangsweise Fluoridierung des Trinkwasser zur Kariesprophylaxe, Zwangsimpfung gegen ein breites Spektrum von Infektionskrankheiten u.s.w.). Zudem ist zu bedenken, dass gerade Kalziumkarbonat gewisse Risiken bei der Einnahme birgt, z. B. das sog. Milch-Alkali-Syndrom oder eine gesteigerte Säurebildung im Magen (Rebound-Effekt) [3].


Autor, Quellen und Links
  • Rainer H. Bubenzer - multi MED vision, Berliner Medizinredaktion.
  • Bildquelle: Hannes Eichinger - Fotolia.com
  1. Hatton DC, Harrison-Hohner J, Coste S, Reller M, McCarron D: Gestational calcium supplementation and blood pressure in the offspring. Am J Hypertens. 2003 Oct; 16(10): 801-5 (Medline).
  2. Belizan JM, Villar J, Bergel E, del Pino A, Di Fulvio S, Galliano SV, Kattan C: Long-term effect of calcium supplementation during pregnancy on the blood pressure of offspring: follow up of a randomised controlled trial. BMJ. 1997 Aug 2; 315(7103): 281-5 (Medline, Volltext).
  3. Wilson JD, Braunwald E, Isselbacher KJ, Petersdorf RG, Martin JB, Fauci AS, Root RK: Harrison's Principles of Internal Medicine, 12. Auflage, p 1232 ff. New York, 1991.

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