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        +++         Rätselraten: Unerklärliche Über-Therapie mit Säureblockern.         +++         Schwangeren-Sodbrennen: Behandlung oft problematisch.         +++         Antazida gegen Sodbrennen älterer Flugreisender.

Harmlose Sodbrennen-Therapie?
Massive Säure-Blockade steigert Gefahr von Lungenentzündungen


Patienten, die Medikamente zur intensiven Verringerung von Magensäure nehmen, scheinen ein erhöhtes Risiko zu haben, hierdurch eine Lungenentzündung ("Pneumonie") zu bekommen, wie eine bevölkerungsbasierte Studie aus Holland jetzt vermuten lässt. Die Ergebnisse beziehen sich auf zwei Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) und einen H2-Rezeptorblocker, wie sie in typischen, weit verbreiteten Präparaten zur Säureunterdrückung verwendet werden. Während die Wirksamkeit solcher säureblockierenden Mittel bei der Behandlung von Sodbrennen und Refluxkrankheit fraglos ausgezeichnet ist, wie die Forscher in dem renommierten Ärzte-Fachblatt "Journal of the American Medical Association" schreiben, hätten diese Wirkstoffe einige äußerst relevante Nachteile [1].

Im Rahmen der Studie arbeiteten Dr. Robert J. F. Laheij und seine Kollegen vom Medizinischen Zentrum St. Radboud der Universität Nijmegen in Holland mit Informationen einer hollandweiten Datenbank über die medizinische Basisversorgung der Bevölkerung, um die Pneumonie-Häufigkeit bei Personen zu analysieren, die entweder säureblockierende Medikamente verwendeten oder nicht. Die Analyse umfasste 364.683 Personen, erfasst wurden 5.551 Fälle von erstmaligem Pneumonie-Auftreten. Die Pneumonie-Inzidenzrate (=Anzahl Personen mit neu aufgetretener Lungenentzündung pro 100 Personen pro Jahr) betrug bei säuresupprimierten Patienten 2,45 pro 100 Personen pro Jahr. Im Vergleich dazu betrug die Pneumonie-Inzidenz bei Personen ohne medikamentöse Säuresuppression mit PPIs oder H2-Blockern nur 0,6. Nach Ausschluss möglicher Störfaktoren berechnete das Team bei PPI-Verwendern ein Pneumonie-Risiko, das 89 Prozent über jenem der Patienten lag, die keine PPIs mehr einnahmen (RR: 1,89; 95%-KI 1,36-2,62). Verwender von H2-Blockern hatten ein um 63 Prozent höheres Pneumonie-Risiko als ehemalige H2-Blocker-Verwender (RR 1,63; 95%-KI 1,07-2,48). Laheij und seine Kollegen machen darauf aufmerksam, dass dieses gesteigerte Pneumonie-Risiko besonders für solche Patienten zum Problem werden könnte, die durch eine außerhalb der Krankenhäuser erworbene Lungenentzündung besonders gefährdet sind (ältere Menschen, Patienten mit Immunschwäche, bei chronischen Krankheiten u. a.).

In der gleichen Ausgabe des Fachblattes kommentiert Dr. James C. Gregor von der Universität Western Ontario (London, Kanada) diese "bemerkenswerten" Studienergebnisse. "Zwar verursache Säure-Unterdrückung offenbar einige Fälle von Pneumonie, es sei aber beruhigend, dass die Gefahr insgesamt relativ gering sei und Lungenentzündungen als Komplikation der Säuresuppression zumeist durch Therapie wieder zu beheben seien". Trotzdem sollten Ärzte, so mahnt Gregor, "im Interesse der Patienten-Sicherheit verstärkt auf die Gefahr einer Lungenentzündung bei der Erstverschreibung dieser Mittel achten, und noch mehr bei der Langzeitverwendung".

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Ob eine 89-prozentige Steigerung des Lungenentzündungs-Risikos bei derartig häufig - oder wie viele Experten meinen zu häufig - eingesetzten Medikamenten wirklich als "relativ gering" eingeschätzt werden kann, hängt wohl auch mit der Interessenverflechtung des Kommentators zusammen. Die von Lungenentzündung Betroffenen werden dies jedenfalls nicht so sehen. Hinweis: Der Mechanismus der geschilderten Komplikation ist einfach nachvollziehbar. Durch massive Blockade der Säurebildung/Säurefreisetzung im Magen verliert dieser seinen natürlichen Schutz gegenüber Krankheitserregern jeder Art. Nachfolgend, und dies ist schon seit Jahren bekannt, werden Magen, Zwölffingerdarm und auch der Dünndarm zunehmend von Erregern "kolonisiert", die dort nicht hingehören. Dieses unnatürliche Erreger-Reservoir wiederum lässt die Häufigkeit von Lungenentzündungen steigen und vermutlich auch von anderen Infektionen. Säureneutralisierende Antazida können übrigens zwar effektiv und rasch Sodbrennen-Beschwerden lindern, führen aber in keinem Fall zu einem derart massiven Zusammenbruch des natürlichen Säureschutzes im Magen. Grund: Antazida neutralisieren zwar einen Teil der vorhandenen Säure, die Magenschleimhaut kann aber ungehindert neue, für Verdauung oder Erregerschutz notwendige Säure nachbilden.


Quellen und Links
  • [1] Laheij RJ, Sturkenboom MC, Hassing RJ, Dieleman J, Stricker BH, Jansen JB: Risk of community-acquired pneumonia and use of gastric acid-suppressive drugs. JAMA. 2004 Oct 27;292(16):1955-60 (Medline).

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