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Sodbrennen durch Zuckerkrankheit!?

Eines der größten Gesundheitsprobleme der Gegenwart ist zweifelsohne die Zuckerkrankheit ("Diabetes mellitus"), die - oft mit erhöhtem Blutdruck oder Arterienverkalkung kombiniert - mindestens fünf Millionen Menschen in Deutschland betrifft, mit stark steigender Tendenz. Typische Folgen sind z. B. Erkrankungen von Augen oder Nieren, die koronare Herzkrankheit (KHK) oder die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK, "Schaufenster-Krankheit") [1]. Kaum ein Lehrbuch oder eine Informationsbroschüre für Ärzte oder Diabetes-Patienten führt jedoch die ebenfalls häufigen Störungen des Verdauungstraktes auf. Z. B. Rückfluß von Mageninhalt in die Speiseröhre mit Schmerzen hinter dem Brustbein ("Sodbrennen").

Und dies, obwohl zahlreiche Untersuchungen immer wieder aufgezeigt haben, dass sowohl Typ I-Diabetiker ("jugendliche Zuckerkrankheit") als auch Typ II-Diabetiker ("Erwachsenen-Diabetes") oft von Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder Stuhl-Inkontinenz betroffen sind [2], teilweise sogar 25% der Betroffenen. Eine Theorie, die das Phänomen erklären könnte: Durch die erhöhten Zuckerwerte im Blut leiden kleinste Adern und Nervenfasern ("diabetische Angio- und Neuropathie"), was unter anderem auch die Funktionen von Speiseröhre und Magen und deren Nerven einschränkt. Betroffen ist dabei z. B. der Verschlussmuskel am Übergang von Speiseröhre zu Magen, der übermäßigen Rückfluß von Mageninhalt in die Speiseröhre ("gastro-ösophagealer Reflux", GER) verhindern soll. Auch die von Nerven gesteuerte wellenartige Beweglichkeit der Speiseröhre, die neben dem Nahrungstransport der Selbstreinigung des Organs dient, kann beeinträchtigt sein (weitere Informationen bei Sodbrennen-Welt.de unter "Saures Aufstoßen durch Zuckerkrankheit - Diabetes mellitus als Risikofaktor für Refluxbeschwerden"). Die Zuckerkrankheit kann aber auch das "Hormonkleid" von Magen und Darm beeinträchtigen, was ebenfalls die Beweglichkeit von Speiseröhre, Magen oder Darm ("Motilität") stört [3]. Es braucht aber gar nicht die Zuckerkrankheit selbst verantwortlich zu sein, sondern auch Gesundheitsgefahren, die - bei Erwachsenen - sowohl für Diabetes als auch für Reflux verantwortlich sind: Und dies ist vor allem Übergewicht [4].

Welche Konsequenzen haben diese Einsichten? Ärzte sollten bei Diabetikern immer auch an das Vorhandensein einer chronischen Refluxkrankheit mit Sodbrennen denken, ihre Patienten danach fragen [5]. Denn: Funktionieren Speiseröhre, Magen und Darm nicht richtig ("Gastroenteropathie") kommt es zu einem Teufelskreis, bei dem die Diabetes-Stoffwechselkontrolle immer schwerer wird und dann mögliche Blutzuckerspiegel-Entgleisungen die Situation weiter verschlechtern. Die optimale Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist der wohl entscheidende Einfluss auf die Magen-Darmbeschwerden, im Gegensatz zur Erkrankungsdauer, die kaum einen Einfluss zu haben scheint [6]. Reicht die Stoffwechselkontrolle der Diabetes-Therapie nicht aus, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen, sind typische Antireflux-Behandlungen notwendig. Diese reichen über die - bedarfsabhängige - Einnahme von Antazida, über eine länger dauernde medikamentöse Säureblockade bis hin zu Medikamenten, die die Beweglichkeit von Speiseröhre, Magen oder Darm wieder anregen. Patienten sollten - wie bei Sodbrennen-Welt.de in zahlreichen Texte beschrieben - einfache Tipps im Auge behalten, die beschwerdelindernd wirken können (z. B. bei Sodbrennen-Welt.de "Hausmittel gegen Sodbrennen?"). Falls die Magen-Darmbeschwerden besonders im Zusammenhang mit der Ernährung oder Getränken auftreten, ist zudem eine qualifizierte Ernährungsberatung empfehlenswert (fragen Sie Ihren betreuenden Diabetologen, oder im nächst gelegenen Diabetes-Zentrum).


Quellen und Links
  • [1] Janka HU, Redaelli M, Gandjour A, Giani G, Hauner H, Michaelis D, Standl E. Epidemiologie und Verlauf des Diabetes mellitus in Deutschland. In: Evidenzbasierte Diabetes-Leitlinien DDG. Scherbaum WA, Lauterbach KW, Renner R (Hrsg.). 1. Auflage. Deutsche Diabetes-Gesellschaft 2000 (überarbeitete Fassung, Stand Juni 2004, Volltext).
  • [2] Ricci JA, Siddique R, Stewart WF, Sandler RS, Sloan S, Farup CE: Upper gastrointestinal symptoms in a U.S. national sample of adults with diabetes. Scand J Gastroenterol. 2000 Feb;35(2):152-9 (Medline).
  • [3] el-Salhy M: The possible role of the gut neuroendocrine system in diabetes gastroenteropathy. Histol Histopathol. 2002 Oct;17(4):1153-61 (Medline).
  • [4] Wajed SA, Streets CG, Bremner CG, DeMeester TR: Elevated body mass disrupts the barrier to gastroesophageal reflux; discussion 1018-9. Arch Surg. 2001 Sep;136(9):1014-8 (Medline).
  • [5] Kinekawa F, Kubo F, Matsuda K, Inoue H, Kuriyama S: [Gastroesophageal reflux disease in diabetic patients]. Nippon Rinsho. 2004 Aug;62(8):1546-52 (Medline).
  • [6] Bytzer P, Talley NJ, Leemon M, Young LJ, Jones MP, Horowitz M: Prevalence of gastrointestinal symptoms associated with diabetes mellitus: a population-based survey of 15,000 adults. Arch Intern Med. 2001 Sep 10;161(16):1989-96 (Medline).

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