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Forschung
Zu wenig Magensäure kann zu Magenkrebs führen

Nicht nur ein Zuviel an Magensäure erhöht die Gefahr von Magenkrebs, sondern auch ein Zuwenig, wie jetzt Forscher der Universität von Michigan in Ann Arbor/USA festgestellt haben. Beide Extreme führen zu entzündlichen Veränderungen der Magenschleimhaut und der sog. chronisch-atrophischen Gastritis, die wiederum im Verlauf von Jahren zu Krebs bedingen kann.

In ihrem Forschungsbericht, der in der Märzausgabe 2005 der Fachzeitschrift „Oncogene“ erschienen ist [1], legten die Forscher ihre Ergebnisse vor: Bei Mäusen mit unnormal niedrigem Gastrin-Spiegel (Gastrin ist ein Hormon, das die Parietalzellen der Magenschleimhaut zur Ausschüttung von Magensäure anregt), kann eine chronische Gastritis zu Magenkrebs führen. Andere Forscher haben in den letzten Jahren gezeigt, dass auch die Überproduktion von Gastrin (= hohe Magensäure-Sekretion) bei Mäusen ein unkontrolliertes Zellwachstum der Magenschleimhaut und die Entstehung von Magentumoren stimuliert.

Die meisten Ärzte wissen, dass chronische Magenschleimhaut-Entzündung und Magenkrebs assoziiert sind. Genauso ist bekannt, dass unbehandelte Infektionen mit dem als Helicobacter pylori bezeichneten Bakterium langfristig zur Entstehung von Magenkrebs beitragen können. Die Einsicht jedoch, dass auch ein Säuregehalt im Magen, der deutlich niedriger als normal ist, präkanzeröse Veränderungen der Schleimhaut hervorruft ist weitgehend unbekannt.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Diese Studie ist nicht nur ein relevanter neuer Beitrag zur Grundlagenforschung, sondern wirft auch ein neues, beunruhigendes Licht auf eine alte Fragestellung: Führt nämlich die längere Anwendung von Medikamenten, die stark die Säurebildung unterdrücken, oder sogar bis zu Anazidität (Fehlen von Magensäure) führen, zu einer Magenschleimhaut-Atrophie mit gesteigertem Magenkrebs-Risiko [2, 3]? Die Konsensus-Beschlüsse zahlreicher, auch deutscher Meinungsbildner, dass dem nicht der Fall sei, ersetzen jedoch keine Grundlagenforschung zu der brennenden Frage.

„Unsere Studie zeigt, dass Entzündungen, egal welche Ursache sie haben, wesentlich für die Entwicklung von Magenkrebs sind“, betont die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Juanita L. Merchant von der Uni in Ann Arbor. „Wir konnten damit zeigen, dass es neben der krankhaft gesteigerten Gastrin-Ausschüttung (Hypergastrinämie) oder der H. pylori-Infektion noch weitere Mechanismen gibt, die über eine chronische Magenschleimhaut-Entzündung zu Magenkrebs führen können“.

Die meisten Magenkrebse sind Adenokarzinome, entwickeln sich also aus Epithelzellen der Magenschleimhaut. In Deutschland ist der bösartige Tumor die vierthäufigste Krebserkrankung, und wird bei ca. 20-30.000 Menschen pro Jahr neu diagnostiziert, vor allem in höherem Lebensalter.

„Immer noch ist das Magenkarzinom eine ziemlich lebensgefährliche und schwierig zu behandelnde Tumorerkrankungen, besonders in fortgeschrittenem Stadium,“ sagt Merchant. „Unsere Ziele sind jetzt: Genetische und molekulare Änderungen identifizieren, die schon frühzeitig im Verlauf der Erkrankung auftreten - z. B., noch im Stadium der Magenschleimhaut-Entzündung, bevor sich überhaupt Krebs entwickelt hat -, um dann nach Möglichkeiten zu suchen, diese Veränderungen rückgängig zu machen.“

Schon viele Jahre forscht die Arbeitsgruppe um Prof. Merchant zum Thema der präkanzerösen physikalischen und molekularen Änderungen der Epithelzellen der Magenwand. Mit den, an der gleichen Universität gezüchteten Mäusen, die unnormal wenig Magensäure bilden, weil ihnen das Gen für die Gastrinproduktion fehlt, stehen jetzt noch ganz andere Untersuchungsmöglichkeiten offen. Die „gastrin-defizienten“ Mäuse sind besonders deshalb so wertvoll, weil das bei ihnen beobachtete Fortschreiten der Zellveränderungen bis hin zum Magenkrebs der Magenkrebs-Entstehung bei Menschen weitgehend gleicht. Bei beiden Spezies beginnt der Prozess mit einer chronischen Gastritis, die zur Atrophie (Rückbildung) der Epithelzellen führt, woraufhin sich unnormale Gewebeänderungen entwickeln und schließlich bösartige Zellen auftreten. „Mit diesem neuen Mausmodell können wir jetzt die einzelnen genetischen Stufen beim menschlichen Magenkrebs identifizieren,“ so Merchant. „Einzelne von uns identifizierte molekulare Änderungen testen wir nun auf ihre Bedeutung bei der Transformation von normaler Schleimhaut zu krebsbefallener Mukosa.“ Welche Gene in welchen Bereichen des Magens für die Tumorentstehung sein könnten und warum sie durch chronische Entzündungen verändert werden, ist Gegenstand weiterer Forschungen. Bislang identifiziert wurden die Gene RUNX3, TFF1 und STAT3, deren Genprodukte entscheidende Bedeutung bei der Tumorunterdrückung, dem Schutz der Magenschleimhaut oder im Verlauf der Entzündungskaskade haben und die bei entzündungsbedingten Veränderungen zur Magenkrebs-Entstehung beitragen.


Quellen und Links
  • [1] Zavros Y, Eaton KA, Kang W, Rathinavelu S, Katukuri V, Kao JY, Samuelson LC, Merchant JL: Chronic gastritis in the hypochlorhydric gastrin-deficient mouse progresses to adenocarcinoma. Oncogene. 2005 Mar 31;24(14):2354-66. (Medline).
  • [2] Wormsley KG: Therapeutic achlorhydria and risk of gastric cancer. Gastroenterol Jpn. 1989 Oct;24(5):585-96.(Medline).
  • [3] Gillen D, McColl KE: Problems associated with the clinical use of proton pump inhibitors. Pharmacol Toxicol. 2001 Dec;89(6):281-6.(Medline).

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