Bestätigt: Brokkoli killt Magenkeim
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Brokkoli ist nicht nur eine leckere Kohlsorte, sondern enthält auch Wirkstoffe, die bei Problemen mit dem Magenkeim Helicobacter pylori (H. p.) hilfreich sein können (siehe unseren Infotext „Brokkoli statt Antibiotika?“). Der Erreger ist an einem Dauerproblem der Medizin beteiligt - dem zumeist chronischen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür und möglicherweise auch an der Entstehung von Magenkrebs. Doch die Behandlung - die sog. Ausrottung („Eradikation“) - des Keimes macht immer häufiger Probleme, besonders wenn er antibiotika-resistent geworden ist, diese antibakteriellen Substanzen also nicht mehr wirken (siehe unseren Infotext „Antibiotika-Unempfindlichkeit des Magenkeims Helicobacter pylori auf dem Vormarsch„). Hilfe könnte, so die neueste Studie zum Thema „Brokkoli bei H. p.-Infektion“, aus der Natur kommen [1].
Zimt
In Kreisen der Alternativmedizin wird gerne von der antibakteriellen Wirkung von Zimt berichtet, auch gegen Helicobacter pylori. Hierzu wird in den jüngsten Untersuchungen festgestellt: Ja, im Reagenzglas kann Zimt die Bakterien abtöten. Aber: Bei Anwendung bei infizierten Magenkranken hat weder die Gewürzanwendung noch die Einnahme standardisierter, alkoholischer Zimtextrakte 2x täglich für 4 Wochen irgendeine Auswirkung auf die Keime [2]. Schade eigentlich - bei einem so leckeren Gewürz...
US-amerikanische Forscher aus Michigan behandelten jetzt mit dem Magenkeim infizierte Freiwillige mit Brokkoli. Kurzum, sie mussten sieben Tage lang täglich zweimal Brokkoliknospen (14, 28 oder 56 Gramm) essen. Bereits nach dieser einen „Behandlungs“ -Woche zeigte sich: Bei einem Drittel der Behandelten war es zu einer Eradikation der Keime gekommen, belegt mit dem Standard-Atemtest und, im Falle von Unklarheiten dabei, mit mikroskopischer Magenschleimhaut-Untersuchung. Auch typische Infektions-Beschwerden wie Magenschmerz, Bauchdrücken, Übelkeit oder Blähungen besserten sich bei zahlreichen Patienten. Jetzt soll geprüft werden, ob die Zahl der erfolgreichen Eradikationen erhöht werden kann, z. B. durch eine verlängerte Brokkoli-Behandlung oder begleitende Antibiotika- oder Säurehemmer-Therapie.
Brokkoli ist eine Kulturform des Gemüsekohls und eine Wildform des Blumenkohls. Manchmal wird er auch Spargelkohl genannt. Brokkoli wird vor allem in Deutschland und in den Mittelmeerländern angebaut. Schon die Römer kannten ihn. Zum Verzehr eignen sich die grünen Blütenstiele und die Blütenknospen. Die beste Zeit für Brokkoli ist von Juli bis Oktober. Der feine Kohl enthält im Übrigen nicht nur Sulforphan, sondern auch Folsäure, Vitamin K und C und viele wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Mangan. Damit stärkt er unsere Abwehrkräfte, Augen, Haut und Nerven. Obendrein ist er gut verdaulich, gerne wird er im Ganzen oder in Röschen geteilt gekocht, als Suppe zubereitet oder überbacken oder auch roh in Salaten verwendet. Muskat passt sehr gut zu ihm. Zwiebeln und Knoblauch ebenso. Manche mögen ihn auch mit etwas Mayonnaise - über Geschmack lässt sich eben nicht streiten!
- Galan MV, Kishan AA, Silverman AL: Oral broccoli sprouts for the treatment of Helicobacter pylori infection: a preliminary report. Dig Dis Sci. 2004 Aug;49(7-8):1088-90 (Medline).
- Nir Y, Potasman I, Stermer E, Tabak M, Neeman I: Controlled trial of the effect of cinnamon extract on Helicobacter pylori. Helicobacter. 2000 Jun;5(2):94-7 (Medline).
- Bildquelle: sxc.hu, © herrberg

