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Warum Barrett-Ösophagus bei Frauen und Männern unterschiedlich häufig ist

Obwohl Beschwerden der gastroösophagealen Refluxkrankheit (=unnormaler Kontakt der Speiseröhre mit Mageninhalt) bei beiden Geschlechtern gleich häufig sind, entwickeln Männer häufiger als Frauen eine der Spätfolgen der chronischen Refluxkrankheit, den sog. Barrett-Ösophagus (=unnormales Wachstum von Magenschleimhaut in der Speiseröhre). Neueste Untersuchungen zeigen jetzt als Ursache: Meistens ist der Reflux bei Männer stärker ausgeprägt als bei Frauen [1].

Barrett-Ösophagus/Barrett-Syndrom

Entzündung und Geschwürbildung im unteren Anteil der Speiseröhre mit nachfolgender Vernarbung und Einengung. Nach gängiger Auffassung durch den Rückfluss von Magensäure verursacht. Nach Jahren kann sich in seltenen Fällen im Bereich der Vernarbung ein Speiseröhrenkrebs entwickeln; deshalb sind bei bestehendem Barrett-Syndrom regelmäßige Spiegelungen der Speiseröhre ratsam.

Die Untersuchungsergebnisse, die in der Märzausgabe des US-Fachblattes „American Journal of Gastroenterology“ erschienen sind, fußen auf einer Übersichtsarbeit mit 796 Patienten (334 Frauen, 462 Männer) , die zwischen 1990 und 2000 wegen Refluxbeschwerden untersucht wurden. Prof. Dr. Steven R. DeMeester, der weltweit anerkannteste Barrett-Experte (im Interview bei Sodbrennen-Welt.de), und seine Kollegen an der Universität von Südkalifornien, konnten in dieser Patientengruppe zeigen, dass Männer mit Refluxbeschwerden häufiger

Gallenfarbstoff für Barrett verantwortlich

Im Gegensatz zu diesen Befunden zeigten sich bei Patienten mit Barrett-Ösophagus keine Geschlechtsunterschiede bei der Speiseröhrenbelastung („Exposition“) mit Säure oder dem Gallenfarbstoff Bilirubin (=Teil der Gallenflüssigkeit, über Rückfluß aus dem Zwölffingerdarm in den Magen und dann in die Speiseröhre gelangt).

Bei der statistischen Berücksichtigung zahlreicher potentieller Einflussfaktoren ("multivariate Analyse") stellte sich die Bilirubin-Exposition als der einzige Faktor heraus, mit dem signifikant das Auftreten eines Barrett-Ösophagus bei Patienten mit bestätigter Reflux-Erkrankung vorhergesagt werden kann.

Diese Ergebnisse deuten an, dass ein Barrett-Ösophagus - bei gleich ausgeprägter Schwere der Refluxkrankheit - mit gleicher Wahrscheinlichkeit bei Frauen und Männern auftritt, also kein Geschlechtsunterschied besteht, resümieren die Wissenschaftler. Deshalb kann es nur einen Grund geben, warum Frauen seltener Barrett bekommen: Nämlich dass sie seltener eine schwere Refluxkrankheit haben.

Kommentar: Wesentlicher und statistisch gut belegter Zusatzbefund der vorgestellten Untersuchung ist die Bedeutung von Inhaltsstoffen der Gallenflüssigkeit bei der Entstehung des Barrett-Ösophagus (und des sich daraus entwickelnden Speiseröhren-Krebses). Dieser Zusammenhang wurde nicht zuletzt von DeMeester und auch anderen immer wieder angenommen. Bestätigt sich dieser Weg der Krankheitsentstehung, ist das Argument der massiven Hemmung der Säurefreisetzung im Magen durch potente Pharmaka hinfällig. Zumindest in Hinsicht auf die Entstehung von Barrett und Speiseröhrenkrebs (siehe „Alarmzeichen Sodbrennen“). Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die einzige Medikamentengruppe mit belegter Wirkung gegen Gallenfarbstoffe im Magen Antazida sind: Sie binden diese Substanzen und nehmen ihnen dadurch die Möglichkeit, die Schleimhaut von Magen oder Speiseröhre zu schädigen.


Autor und Literatur
  • Rainer H. Bubenzer - multi MED vision, Berliner Medizinredaktion.
  1. Banki F, Demeester SR, Mason RJ, Campos G, Hagen JA, Peters JH, Bremner CG, Demeester TR: Barrett's esophagus in females: a comparative analysis of risk factors in females and males. Am J Gastroenterol. 2005 Mar;100(3):560-7.

© multiMEDvision GbR, Berlin, 1992-2018. Texte und Abbildungen unterliegen deutschem und internationalem Urheberschutzrecht: Insbesondere der Nachdruck oder die Übernahme in digitale Medien ist nur nach Genehmigung möglich.
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