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Sodbrennen ohne Speiseröhren-Schädigung:
Nur eingebildet?
(Teil 1 von 3)


NERD

Nein! NERD ist für einen Magen-Darmexperten (Gastroenterologe) kein vielrauchender, langhaariger, übernächtigter Computerfreak, sondern das Kürzel für eine Refluxkrankheit ohne Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut (auf englisch: non-erosive reflux disease). Diese Definition von NERD ist das zähneknirschende Eingeständnis der Gastroenterologen, dass die Refluxkrankheit und ihr Hauptsymptom Sodbrennen nicht ganz so einfach zu verstehen sind, wie früher erhofft. Aus aktuellen Studien ergeben sich nun auch neue Theorien, wie denn Sodbrennen bei NERD überhaupt entstehen kann. Die am besten untersuchten Konzepte werden bei Sodbrennen-Welt.de in drei Folgen vorgestellt.

NERD (non-erosive reflux disease; nicht-erosive Refluxkrankheit); ihre drei typischen Eigenschaften sind: * Bei der Speiseröhren-Spiegelung („Endoskopie“) sind keine Auffälligkeiten oder Schäden („Erosionen“) der Schleimhaut zu entdecken. Z. B. keine kleine Risse, durch die aggressive Magensäure die Schmerzrezeptoren der Schleimhaut leicht erreichen könnte. * Beim Vergleich der Sodbrennen-Attacken der Patienten ergibt sich keine oder nur eine ungenügende Übereinstimmung mit der messtechnisch erfassten Säurebelastung in der Speiseröhre (24-Stunden-pH-Monitoring). * Etwa jeder zweite Betroffene mit Sodbrennen und negativer Endoskopie (=NERD) hat beim pH-Monitoring völlig normale Säurekontaktzeiten in der Speiseröhre (also wie jeder gesunde Menschen).

Theorie 1 - NERD-Sodbrennen durch überempfindliche Speiseröhre (EVH)

Auch EVH ist ein Kürzel aus dem Mediziner-Englisch, heißt „esophageal visceral hypersensitivity (EVH) “ und bedeutet in etwa „Eingeweide-Überempfindlichkeit der Speiseröhre“. Der Begriff deutet an, dass ein Defekt der Ösophagus-Nervenversorgung vorliegt, entweder direkt im Gewebe oder auf dem Weg zum Gehirn, der zu einer verstärkten Wahrnehmung von Reizen führt, die auf die Speiseröhre einwirken. Klinisch ist EVH akzeptiert als entweder Schmerzempfindung schon bei leichter Berührung („Allodynie“) oder gesteigerte Schmerzempfindlichkeit („Hyperalgesie“). Wobei Allodynie die Wahrnehmung eines Reizes auf einer Stufe ist, die von Gesunden noch nicht verspürt wird. Und Hyperalgesie - bei gleichem Reiz - bei Betroffenen zu einer stärkeren Missempfindung führt als bei Gesunden. Hiervon ausgehend kann NERD als „hypersensitiv gegenüber Säure“ bezeichnet werden. Denn: NERD-Patienten haben typischerweise einen „positiven Bernstein-Test“, während Gesunde bei gleichem pH-Wert in der Speiseröhre „Bernstein-negativ“ sind. Beim diagnostischen Bernstein-Test kommt die Speiseröhre über eine Sonde mit einer definierten Menge Salzsäure in Kontakt, was z. B. bei Patienten mit Speiseröhrenentzündung („Ösophagitis“) zu Schmerzen wie bei normalem Sodbrennen führt, aber nicht bei Gesunden. Obwohl noch nicht ganz klar, liegt bei NERD-Patienten wohl keine Allodynie vor. Also z. B. keine Auslösbarkeit von Schmerzen in der Speiseröhre durch Dehnungsreize mittels eines speziellen Ballons oder - in der Realität außerhalb des Labors - durch geschluckte Speisebrocken.

Also: Die derzeitigen Daten unterstützen die These, dass Hypersensitivität gegenüber chemischen (Säure), aber nicht mechanischen Reizen für NERD typisch ist. Und das Auftreten von solchem Sodbrennen erklären könnte, das nicht mit dem, jeweils pH-metrisch gemessenen Säuregehalt („Azidität“) der Speiseröhre und/oder der Säurekontaktzeit übereinstimmt.

Aber Vorsicht bei zu schneller Einordnung solcher Befunde: Säure-Überempfindlichkeit bei NERD ist nur eine Beobachtung, es ist kein Mechanismus. Säure-Hypersensitivität legt deshalb zwar die Existenz von EVH nahe (also das Vorliegen einer primären Nerven-Störung), kann EVH jedoch nicht beweisen. Insbesondere kann mittels Nachweis einer Säure-Überempfindlichkeit bei NERD-Patienten nicht unterschieden werden zwischen einer

Hinweis: Bei vielen Patienten mit Sodbrennen bleibt die Behandlung mit Substanzen, die die Säurefreisetzung im Magen blockieren (z. B. Protonenpumpeninhibitoren, PPI) erfolglos. Oder es entwickelt sich sogar eine Therapieresistenz (d. h. das Sodbrennen bleibt trotz hoher PPI-Dosierung bestehen). Manche Ärzte versuchen, dies durch eine „übermäßig gesteigerte Innen-Wahrnehmung“, die sowieso nur seelisch/neurotisch bedingt sei, zu erklären. Doch die Einstufung von Patienten als „eingebildete Kranke“ hat nichts mit wissenschaftlich begründeter Diagnostik und Therapie zu tun (die auch in der Gastroenterologie möglich ist).

In der nächsten Folge erfahren Sie etwas über SECs (sustained esophageal contractions), also übermäßig gesteigerte Muskelaktivität in der Speiseröhre, als möglicher Ursache von Sodbrennen.



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