Arzneitherapie
Welche Mittel lösen am häufigsten Sodbrennen aus?
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Sodbrennen ist die häufigste Gesundheitsbeschwerde bei uns. Viele Betroffene leben seit Jahren und Jahrzehnten damit - ohne jemals deshalb einen Arzt aufgesucht zu haben. Besonders wenn das Sodbrennen mal wieder sehr stark wird, oder länger als gewöhnlich anhält, fragen sich Betroffene, ob auch Medikamente hinter den Beschwerden stecken könnten. Und tatsächlich: Eine Nebenwirkung zahlloser Mittel kann Sodbrennen sein, im folgenden werden nur die häufigsten genannt.
| Wirkstoff | Gruppe/med. Anwendungsgebiet |
| Aceclofenac | systemisches Antirheumatikum |
| Acemetazin | systemisches Antirheumatikum |
| Alendronat | Knochenstruktur und Mineralisation beeinflussende Mittel |
| Anionenaustauscherharze | z. B. bei Hypercholesterinämie u. a. |
| Aprepitant | Antiemetika/Antivertiginosa |
| Atorvastatin (bis 2%) | Lipidsenker |
| Butazone | M. Bechterew, Gicht |
| Carbocistein | Expektoranzien und Mukolytika |
| Cholesterinsynthese (CSE)-Hemmer (bis 2%) | Senkung erhöhter Cholesterinwerte |
| Clozapin | Neuroleptika |
| Colestipol-HCl | Lipidsenker |
| Colestyramin | Lipidsenker |
| Daclizumab (8%) | Immunsuppressiva |
| Dexketoprofen | rezeptpflichtiges Schmerzmittel |
| Dihydroergocryptinmesilat (1-10%) | dopaminerges Parkinsonmittel |
| Doxycyclin | Tetrazyklin-Antibiotikum |
| Enoxacin | Gyrasehemmer-Antibiotikum |
| Ethosuximid | Antiepileptikum |
| Etoricoxib | systemisches Antirheumatikum |
| Flupirtin | rezeptpflichtiges Schmerzmittel |
| Flupirtinmaleat | rezeptpflichtiges Schmerzmittel |
| Fluvastatin (bis 2%) | Lipidsenker |
| Hydromorphon-HCl | Opioide als Schmerzmittel oder zur Substitution |
| Ibuprofen (bis 9%) | systemisches Antirheumatikum, rezeptfreie oder rezeptpflichtige Schmerzmittel |
| Indinavir (5-10%) | antivirales Mittel |
| Indometazin | systemisches Antirheumatikum |
| Interferon alfa-2a | Zytokin/Immunmodulator |
| Irbesartan (2%) | Angiotensin-II-Antagonist |
| Ketoprofen | systemisches Antirheumatikum |
| Losartan-Kalium (1,5%) | Angiotensin-II-Antagonist |
| Lovastatin (1%) | Lipidsenker |
| Megestrolazetat | zytostatisches Gestagen |
| Mesuximid | Antiepileptikum |
| Mexiletin-HCl (39%) | Antiarrhythmikum (Sodbrennen kommt sehr häufig vor) |
| Mofebutazon | systemisches Antirheumatikum |
| Naproxen (bis 9%) | systemisches Antirheumatikum, rezeptfreies Schmerzmittel |
| Orciprenalinsulfat (bis 4%) | systemisches Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen |
| p-Aminosalizylsäure | Tuberkulostatikum |
| Phenylbutazon | systemisches Antirheumatikum |
| Pravastatin-Natrium (3%) | Lipidsenker |
| Proglumetazindimaleat | systemisches Antirheumatikum |
| Rivastigmin | ZNS-wirksames Präparat |
| Ropinirol | dopaminerges Parkinsonmittel |
| Rosuvastatin (bis 2%) | Lipidsenker, bei uns noch nicht im Handel |
| Salbutamol (bis 5%) | systemisches Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen |
| Salmeterol-Inhalat (bis 4%) | zur Inhalation bei obstruktiven Atemwegserkrankungen |
| Simvastatin (bis 2%) | Lipidsenker |
| Terbutalinsulfat | systemisches Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen |
| Tibolon | Sexualhormon |
| Quelle: atd - Arzneimitteldatenbank September 2005 (www. arzneitelegramm.de), 2-wöchentlich aktualisiert. | |
Neben den oben aufgeführten Wirkstoffen (schauen Sie auf dem Beipackzettel Ihres Präparates nach dem „Wirkstoff“, nicht nach dem Handelsnamen/Produktnamen) gibt es zahlreiche weitere Arzneimittel, die als Einzelmittel oder in verschiedensten Kombinationen Sodbrennen auslösen oder verstärken können. Die Ursachen für Sodbrennen und Refluxprobleme als unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) sind vielfältig und nur teilweise erforscht. Ein Beispiel: Asthmamittel mit dem Wirkstoff „Beta-2-Sympathomimetikum“ entspannen glatte Muskulatur wie sie im Bereich der Atemwege vorkommen, aber eben auch im Bereich des Verschlussmuskels zwischen Speiseröhre und Magen („Asthma-Spray kann Sodbrennen verursachen“). Folge: Saurer Mageninhalt kann - als Folge einer Asthmatherapie mit solchen Wirkstoffen - vermehrt in die Speiseröhre zurückfließen und dort Sodbrennen auslösen.
Egal aber, wie es bei der Arzneitherapie im einzelnen zur UAW Sodbrennen kommt - Sie sollten mit Ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen. Und nach Alternativen suchen. Dabei sind drei grundsätzliche Optionen denkbar: 1. Auf das sodbrennen-auslösende Medikament kann vollständig verzichtet werden, z. B. weil die Therapie beendet ist. 2. das Mittel mit der UAW Sodbrennen kann gegen ein anderes Arzneimittel ausgetauscht werden, das die gleiche therapeutische Wirkung, aber nicht diese Nebenwirkung hat. 3. Veränderungen und Ergänzungen der aktuellen Arzneitherapie, also z. B. Dosisveränderungen, Einnahme von säurebindenden Medikamenten, sog. „konservative“ Maßnahmen (Ernährungsumstellung, weniger Rauchen, Kopfende vom Betthöher stellen usw. - siehe „Hausmittel gegen Sodbrennen?“).
- Rainer H. Bubenzer - multi MED vision, Berliner Medizinredaktion.
- Bildquelle: sxc.hu, © adamci

