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Neue minimal-invasive Refluxtherapie

Im Rahmen einer internationalen Studie setzt die Medizinische Klinik und Poliklinik II der Universität Leipzig ein neues endoskopisches Gerät zur Behandlung der Refluxkrankheit ein. Das als Plicator bezeichnete Gerät vernäht einen Teil des Mageneingangs dauerhaft und verhindert so den übermäßigen Rückfluß von Magensäure in die Speiseröhre („saurer Reflux“). Der Eingriff wird „endoskopische Gastroplicatio“ genannt und mit einem von der US-Firma C. R. Bard Inc. entwickelten Gerät (EndoCinch TM) durchgeführt.

Die als Sodbrennen oder „saures Aufstoßen“ bekannte Refluxkrankheit wird durch einen verstärkten Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre ausgelöst bzw. durch eine verringerte Selbstreinigungsfähigkeit der Speiseröhre. Neben den typischen brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein wird Sodbrennen oft auch von Schluckstörungen, einem sauren Geschmack in Rachen- und Mundraum, Übelkeit und sogar Erbrechen sowie mit Magen- oder Oberbauchschmerzen begleitet. Die medikamentöse Behandlung soll die Belastung durch die Säure verringern, z. B. mittels Neutralisation durch Antazida. Da die Refluxkrankheit aber eine chronische Erkrankung ist und Medikamente den Reflux nicht heilen, müssen die Patienten die Mittel in der Regel jahrelang, zum Teil lebenslang einnehmen.

Die Nachteile der medikamentösen Behandlung der schweren, chronischen Refluxkrankheit sind:

Alternativen sind operative Behandlungen, deren gemeinsames Ziel die Einengung des Überganges von Speiseröhre zum Magen ist. Diese Techniken, sofern sie mit einer Öffnung der Bauchdecke sowie Narkose einhergehen, umfassen alle Risiken von Operationen (Blutungen, Infektion, Blutvergiftung, Wundheilungsstörungen, Narkosefolgen u. a.). Deshalb werden zunehmend Techniken entwickelt, bei denen der untere Speiseröhren-Verschlussmuskel von der Speiseröhre aus, bei einer Spiegelung (Endoskopie), verengt oder gestärkt werden kann.

Im Rahmen einer internationalen nordamerikanisch-europäischen Studie mit zwei europäischen Zentren in Brüssel und Leipzig wurde jetzt eine neue endoskopische Anti-Reflux-Therapie eingeführt, deren komplexe Herangehensweise nach allen bisherigen Erfahrungen erfolgsversprechend zu sein scheint: Mit Hilfe eines Endoskops wird ein spezieller endoskopischer Nahtapparat mit zwei krampenartigen Rundungen am Ende in den Magen vorgeführt. Mit Hilfe einer Fassvorrichtung wird - unter Beobachtung durch die endoskopische Kamera - ein Teil der Magenwand am Übergang zur Speiseröhre in den geöffneten Klammerapparat hineingezogen. Der halbautomatische Nahtapparat ermöglicht dann durch ein Schließen der beiden Klammern eine Vollwandnaht und somit eine deutliche Einengung des Mageneingangs. Die Kürze des ambulanten Eingriffs zusammen mit der Vollwandnaht sind die wesentlichen Vorteile dieser Methode.

Ablauf der endoskopischen Faltenbildung zur Verringerung des Säurerückflusses vom Magen in die Speiseröhre („endoskopische Gastroplicatio“).

1. Zusammen mit einem Endoskop (Speiseröhren- und Magen-Spiegel) wird das neuartige Nahtsystem bis zum Übergang der Speiseröhre zum Magen vorgeschoben.


2. Unterhalb des Speiseröhren-Verschlussapparates („Sphinkter“) werden etliche gegenüberliegende Nähstiche durchgeführt.


3. Die gegenüberliegenden Stiche werden zusammengezogen, wodurch sich eine Falte bildet.


4. Diese Falte ändert die Verschlussfunktion des Sphinkters, was den Rückfluß von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre verringert.


5. Je nach individuellen Gegebenheiten können eine oder mehrere solcher Falten unterhalb des Sphinkters angelegt werden.


Der Eingriff kann ambulant, in der Praxis eines Arztes durchgeführt werden. Eine Krankenhausaufnahme ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

„Erstmals sind die Nähte von Dauer“, erklärt Prof. Dr. Karel Caca, Medizinische Klinik II der Universität Leipzig, den Erfolg des Plicators. „Patienten mit starkem Sodbrennen kann so dauerhaft geholfen werden. Zudem kann der Eingriff ambulant und in Kurznarkose durchgeführt werden. Die Patienten können noch am selben Tage die Klinik verlassen.“ In den vergangenen Monaten wurde das neue minimal-invasive Verfahren weltweit an 159 Patienten getestet. „Die Ergebnisse sind sehr ermutigend: Bei allen Patienten waren die Nähte nach drei Monaten erhalten. 60 Prozent kamen gänzlich ohne Medikamente aus; bei allen besserten sich die Beschwerden. Es stieg weniger und auch seltener Magensäure in die Speiseröhre“, berichtet Caca. „Allerdings ist es noch zu früh zu sagen, daß es ein perfektes Verfahren wäre. Dazu fehlen Langzeitdaten“. Diese werden in etwa zwei Jahren erwartet, wenn die 159 Probanden abschließend untersucht sind. Erst dann wird sich auch klären, für welche Patienten und welchem Schweregrad der Refluxkrankheit die Plicator-Therapie sinnvoll ist. Nach bisherigen Erfahrungen aus kleineren Untersuchungsserien ist zu vermuten, dass die Plicator-Therapie entweder vorwiegend bei leichteren Fällen von Refluxkrankheit einzusetzen ist. Oder im Rahmen von Weiterentwicklungen des Gerätes, stärkere bzw. doppelte Nähte möglich sein müssen.



  • Autor: Rainer H. Bubenzer - multi MED vision, Berliner Medizinredaktion.
  • Brigham & Women's Hospital: Video zu dem Eingriff (englisch)
  • Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 22. April 2005.
  • Zabel-Langhennig A, Schiefke I, Neumann S, Teich N, Feisthammel J, Mössner J, Caca K: Endoskopische Gastroplicatio (EndoCinch™) als therapeutische Alternative bei GERD - ein 18-monatiges Follow up. Z Gastroenterol 2004; 42 (Abstract).
  • Schiefke I, Zabel-Langhennig A, Neumann S, Feisthammel J, Mössner J, Caca K: Long term failure of endoscopic gastroplication (EndoCinch). Gut. 2005 Jun;54(6):752-8 (Medline).
  • Hersteller-Website (www.endocinch.com)

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