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Fehldiagnose Asthma
Hinter kindlichem Rasselgeräusch beim Atmen steckt häufig Sodbrennen


Fehldiagnose Asthma

Wenn Kinder ständig mit pfeifenden und zischenden Geräuschen atmen, diagnostiziert der Arzt meist ein Asthma bronchiale und verordnet Asthmamedikamente. Doch bei sehr vielen Kindern bessern sich die Symptome einfach nicht. Die britische Kinderlungenfachärztin Dr. Sejal Saglani und ihr Team vom Royal Brompton Hospital in London haben jetzt den Grund dafür herausgefunden: Häufig ist auch Sodbrennen die Ursache für die Beschwerden [1]. Für diese wichtigen Forschungsergebnisse, die zu einer sichereren Diagnose beitragen und den Leidensweg vieler betroffener Kinder verkürzen können, wurde der Wissenschaftlerin der Klosterfrau Forschungspreis 2006 verliehen [2].

Um zu einer eindeutigen Diagnose bei den betroffenen Kindern zu gelangen, führte Dr. Saglani bei insgesamt 47 Kindern im Alter von 3 Monaten und 5 Jahren ein aufwändiges Untersuchungsprogramm durch. Das Ergebnis: Zwei Drittel (!) der erkrankten Kinder waren nicht, wie anfänglich angenommen, ausschließlich an Asthma erkrankt, sondern litten teilweise gleichzeitig oder ausschließlich an einem gastroösophagealen Reflux. Bei der Refluxkrankheit findet sich vom Magen zurückgeflossener aggressiv wirkender Mageninhalt vermehrt in der Speiseröhre und teilweise sogar in den Atemwegen. Asthmaartige Beschwerden (anfallsartige Phasen von Atemnot, dabei Husten, Auswurf, Mühe beim Ausatmen, Keuchen oder pfeifende Atemgeräusche) können nach heutigem Wissen dann einerseits durch reflexartige Reizungen der zarten Speiseröhren-Schleimhaut und andererseits durch aggressiven Mageninhalt, der bis in die Luftröhre und Bronchien fließen kann, ausgelöst werden. Dies deckt sich mit der Untersuchung der britischen Arbeitsgruppe, die bei einem Teil der untersuchten Kinder entsprechende Veränderungen der Atemwege, wie zum Beispiel vergrößerte Mandeln oder sogar Fremdkörper, nachgewiesen hat. Außerdem fand das Forscherteam um Dr. Saglani bei vielen Kindern vermehrt Schleim und bei einigen eine bereits mit bloßem Auge sichtbare Entzündung. Weitere Ergebnisse wiesen auf Bakterienwachstum hin.

Bei Kindern mit wiederkehrenden pfeifenden und keuchenden Atemgeräuschen lohne es sich, mit umfangreichen Untersuchungen nach weiteren Befunden zu fahnden, so das Fazit der Preisträgerin. Nur so könne den Kindern, bei denen übliche Asthmamedikamente - hierunter zum Beispiel häufig kortisonhaltige Sprays - nicht wirken, effektiv geholfen werden.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Muss man Kinderärzte in Schutz nehmen, wenn sie nicht berücksichtigen, dass Reflux bei Kindern extrem häufig ist? Und dass selbst bei starkem, krankhaft gesteigerten Reflux vom Magen in die Speiseröhre oftmals die typischen Beschwerden der Refluxkrankheit fehlen (Schmerzen hinter dem Brustbein, Bauchschmerzen, wiederkehrendes Erbrechen, Sodbrennen) [3]? Wir denken: Nein! Alle Kinder behandelnden Ärzte sollten heute wissen, dass es „silent reflux“ gibt, also Refluxkrankheit ohne typische Beschwerden. Und sie sollten, anstatt reflexartig Antiallergika, entzündungshemmendes Kortisons, bronchienerweiternde Sympathomimetika und andere Mittel bei Atemwegs-Beschwerden zu verordnen, erstmal eine korrekte Diagnose stellen. Hinweis: Ein Teil dieser hochwirksamen Medikamente hat übrigens eine Verstärkung von Refluxbeschwerden als Nebenwirkung - ein Teufelskreis!



  • Bildquelle: Fotolia © Crystal Kirk

Informationen bei Sodbrennen-Welt.de

Literatur
  1. Saglani S, Nicholson AG, Scallan M, Balfour-Lynn I, Rosenthal M, Payne DN, Bush A: Investigation of young children with severe recurrent wheeze: any clinical benefit? Eur Respir J. 2006 Jan;27(1):29-35 (Medline).
  2. Der mit 30.000 Euro dotierte „Internationale Klosterfrau-Forschungspreis zur Bekämpfung von Kinder-Asthma“, wird jährlich von der MCM Klosterfrau GmbH, Köln, für besonders wichtige Forschungsarbeiten auf dem Gebiet „kindliches Asthma“ vergeben (weitere Infos: www. klosterfrau.de).
  3. Ahrens P, Seibt Y, Kitz R: Vocal Cord Dysfunction bei Kindern und Jugendlichen. Pneumologie. 2001 Aug;55(8):378-84 (Medline).

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