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Sodbrennen: Ärztliche Diät-Ratschläge können Sie vergessen!

Ernährung bei Sodbrennen

„Allgemein-Maßnahme“ ist ein für Medizin-Laien wenig aussagekräftiger Begriff der Ärztesprache. Der Begriff beschreibt jene Maßnahmen mit vorteilhaftem Einfluss auf eine Krankheit, so glauben Ärzte, die nichts mit ärztlichen Aktionen zu tun haben. Typische Empfehlungen sind „Hören Sie auf zu rauchen“, „Nehmen Sie endlich Gewicht ab“ oder „Schlafen Sie ausreichend“. Bei Sodbrennen gehören auch Vorschläge dazu wie: „Trinken Sie keine kohlensäurehaltigen Getränke“, „Verzichten Sie auf zuviel Fleisch, Gewürze, Kaffee“ und so weiter und so fort. Praktisch keine dieser Empfehlungen ist jemals auf ihre Wirksamkeit geprüft worden (also nicht evidenzbasiert), fast alle entstammen dem Bereich der ärztlichen Anekdoten oder Omas Hausrezepten. Und viele gehören zu den dauernden Versuchen von Ärzten, Misserfolge ihrer Dienstleistung auf die Patienten abzuschieben. Denn irgendeiner der vielen sinnlosen Ratschläge aus dem Sammelsurium der „Allgemein-Maßnahmen“ haben Patienten sicher nicht befolgt (sie werden dann als „nicht-compliant“ bezeichnet).

Studie  Die Gastroenterologin Dr. Lauren B. Gerson und ihre Kollegen an der Stanford University haben nun mittels Analyse von Studien aus dem Zeitraum 1975 bis 2004 untersucht, welche handfesten Belege es eigentlich gibt, dass übliche Allgemeinmaßnahmen nach evidenzbasierten Kriterien Sodbrennen-Beschwerden bessern können. Alle Studien wurden von mehreren Wissenschaftlern unabhängig voneinander nach verschiedenen Kriterien bewertet, um die Verlässlichkeit der Studien-Ergebnisse zu erfassen. Von den über 2.039 Studien, die sich mit Sodbrennen und möglichen Einflussfaktoren bzw. Allgemeinmaßnahmen beschäftigten, stellten sich schlussendlich nur 100 als überhaupt relevant hinsichtlich der Fragestellung heraus. Traurig war, dass in den letzten 25 Jahren nur 16 Studien wirklich die Auswirkungen von Allgemeinmaßnahmen auf subjektive Beschwerden (z. B. Sodbrennen) oder technisch nachweisbare Symptome (z. B. Säurebelastung in der Speiseröhre) untersucht hatten [1].

Ergebnisse  Die Resultate waren mehr als ernüchternd. Keine einzige der immer wieder vorgeschlagenen ernährungsbezogenen Allgemeinmaßnahmen hat irgendeinen Einfluss auf die Refluxkrankheit und Sodbrennen. Sodbrennen-Patienten brauchen also nicht - es sein denn, andere Gründe sprechen dagegen - auf scharf gewürzte, frittierte Speisen, kohlensäurehaltige oder saure Getränke, Alkohol, Schokolade, fettreiche Mahlzeiten, Kaffee oder Zitrusfrüchte verzichten. Ernährungsberatung bei Sodbrennen ist sinnlos. Auch der Verzicht aufs Rauchen wirkt sich, anders als oft angenommen, nicht vorteilhaft aufs Sodbrennen aus.

Die Analyse der wenigen verwertbaren Untersuchungen zeigt jedoch auch, dass zwei Allgemeinmaßnahmen vermutlich wirksam sind:

Beide Maßnahmen führen, so Gerson, sowohl zu einer Verbesserung der Beschwerden als auch zu einer messbar abnehmenden Säurebelastung der Speiseröhre. Ob Schlafen auf der linken Seite vorteilhaft ist (Grund: Der Übergang vom Magen in die Speiseröhre liegt mittig-rechts), ist hingegen nicht eindeutig belegbar.

Diese Fragestellung überhaupt zu untersuchen, so Gerson, „lag daran, dass viele Sodbrennen-Patienten in meine Klinik kamen, weil sie mit den von ihren Hausärzten vorgeschriebenen, extrem strengen Diäten unzufrieden waren. Diese Diäten verschlechterten ihre Lebensqualität ganz erheblich, ohne die Sodbrennen-Beschwerden in irgendeiner Weise zu bessern“. Mit den Ergebnissen der oben geschilderten evidenzbasierten Analyse im Rücken war es, so Gerson weiter, „überraschend zu erleben, wie überaus erleichtert Patienten reagierten, wenn ich ihnen sagte, sie könnten wieder ihre normale Nahrung essen - vor allem, wenn sie ihre Sodbrennen-Medikamente einnehmen“.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de  Evidenzbasierte Medizin ist bei vielen unbeliebt. Nicht zuletzt, weil vielleicht liebgewonnene Gewohnheiten aufgegeben, Denkschablonen zerbrochen und neue Informationen verarbeitet werden müssen. Die geringe Zahl der Studien, die mit einem halbwegs vernünftigem Evidenzgrad Lebensstil-Einflüsse auf Sodbrennen untersucht haben, zeigt: Viele Fragen sind noch nicht, viele andere noch nicht ausreichend beantwortet. Welche Rolle spielt beispielsweise Kochsalz [a], spät eingenommene Mahlzeiten [b] oder Übergewicht [c]. Was Ernährung angeht ist jedoch - abgesehen von den oben aufgeführten Analyse-Ergebnissen - auch klar: Lindert der Verzicht einzelner Nahrungsmittel, beispielsweise Rotwein, Ihre Beschwerden, lassen Sie dieses Nahrungsmittel fort [d]. Wenn das Sodbrennen nach dem Verzicht jedoch nicht vollständig verschwindet, die Reflux-Krankheit also nicht geheilt ist, kann es gut sein, dass Sie weiterhin Medikamente benötigen. Seien es bedarfsabhängig eingenommene Antazida wie Maaloxan oder andere, von einem erfahrenen Arzt verordnete Wirkstoffe.



Autor
Literatur
  1. Kaltenbach T, Crockett S, Gerson LB: Are lifestyle measures effective in patients with gastroesophageal reflux disease? An evidence-based approach. Arch Intern Med. 2006 May 8;166(9):965-71 (Medline).
Zusatz-Infos bei Sodbrennen-Welt.de
  1. Reflux-Beschwerden: Vorsicht vor Zigaretten und zuviel Kochsalz
  2. Zubettgehen kurz nach dem Abendessen: Erhöhte Sodbrennen-Gefahr
  3. Sodbrennen - Übergewicht ohne Risiko
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