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Sodbrennen in der Schwangerschaft
Vermeiden Sie natrium- und calciumcarbonathaltige Antazida!

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Zahlreiche Antazida zur Linderung von säurebedingten Beschwerden enthalten bedenklicherweise Salze der Kohlensäure in Verbindung mit Natrium oder Calcium (Natrium- oder Calcium-Carbonat) [1]. Dass calciumhaltige Antazida in deutscher Werbung besonders Schwangeren angedient werden, ist zusätzlich fragwürdig [2]. Angesichts der schon lange bekannten Tatsache, das natrium- und calciumcarbonathaltige Antazida die Aufnahme von lebenswichtigem Eisen aus der Nahrung behindern [3], ist solche Werbung allerdings unverantwortlich.

Eisenmangel/Blutarmut   Bis heute ist Eisenmangel der häufigste Grund von Blutarmut („Anämie“, Mangel an roten Blutkörperchen) bei Schwangeren und stellt weltweit ein erhebliches medizinisches Problem dar [4]. Die Schwangerschaftsanämie wird mit frühen Beschwerden wie Müdigkeit, Leistungsabfall, Blässe, Herzklopfen, Atemnot oder Konzentrationsstörungen bemerkbar. Bei fortschreitendem Mangel an roten Blutkörperchen kann es zu schmerzhafter Herzenge („Angina pectoris“), Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl kommen. Dass eine mangelhafte Sauerstoffversorgung auf das wachsende, heranreifende, noch ungeborene Kind ebenfalls fatale Auswirkungen hat, ist klar. Viele betreuende Frauenärzte und Geburtshelfer verordnen deshalb Eisenpräparate.

Sodbrennen in der Schwangerschaft   Sodbrennen ist eine der häufigsten, unangenehmen Begleiterscheinungen der Schwangerschaft. Es wird bedingt durch die schwangerschaftserhaltenden weiblichen Hormone, die bestimmte Muskeln („glatte Muskulatur“) im Körper - vor allem die aus Muskeln bestehende Gebärmutter - „erweichen“ und dehnungsfähig machen. Als „Nebenwirkung“ funktioniert auch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen vorübergehend schlechter. Fließt deshalb sauerer Mageninhalt in die Speiseröhre zurück, kann dies zu Schmerzen und Sodbrennen führen. Dies führt die meisten Schwangeren dazu, irgendetwas gegen Sodbrennen einzunehmen - meistens Antazida.

Die kombinierte Verwendung von Eisen-Ergänzungspräparaten mit medizinisch nicht korrekt eingesetzten Antazida auf Basis von Natrium- oder Calcium-Carbonat kann die Folge haben, dass sich die während der Schwangerschaft ohnehin problematische Eisenversorgung der werdenden Mutter noch weiter verschlechtert, und Mutter und Kind vielleicht gesundheitlichen Schaden nehmen. Diese Komplikation wird um so bedrohlicher, als bislang noch nicht einmal sicher geklärt ist, in welchem Umfang die Aufnahme von Eisenpräparaten oder eisenverstärkter Nahrung überhaupt das Problem der Schwangerschafts-Anämie lösen kann [5].

Resümee   Ärzte, die Schwangere betreuen, Apotheker, die Arzneimittel an Schwangere abgeben, auch Hebammen, die Schwangere beraten und natürlich die Schwangeren selbst, sollten sich bewusst sein, wie leicht Probleme durch ungeeignete Arzneimittel-Verwendung vermeidbar sind. Antazida auf Algeldrat-Basis (z. B. Maaloxan®) haben praktisch keine Auswirkung auf die Eisenaufnahme in Magen und Darm und die Eisenspiegel im Blut [3] und sind zudem für Schwangere zugelassen.



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Quellen
  1. NN: Test Mittel gegen Sodbrennen - Nicht sauer sein. Öko-Test-Jahrbuch Gesundheit & Fitness. Öko-Test Verlag, Frankfurt/Main, 2004: „Besonders bedenklich sind Mittel mit den Wirkstoffen Calciumcarbonat und Natriumcarbonat. Sie binden zwar rasch überschüssige Säure, dabei bildet sich aber Kohlendioxid(CO2)-Gas, was zu Blähungen führt. Ob sie auch eine verstärkte Säureausschüttung anregen, ist umstritten“.
  2. Sodbrennen-Welt.de Kommentar: „Kalziumkarbonat-haltige Antazida für Schwangere?“ (Volltext).
  3. O'Neil-Cutting MA, Crosby WH: The effect of antacids on the absorption of simultaneously ingested iron. JAMA. 1986 Mar 21;255(11):1468-70 (Medline).
  4. Rioux FM, LeBlanc CP: Iron supplementation during pregnancy: what are the risks and benefits of current practices? Appl Physiol Nutr Metab. 2007 Apr;32(2):282-8 (Medline).
  5. Reveiz L, Gyte GM, Cuervo LG.: Treatments for iron-deficiency anaemia in pregnancy. Cochrane Database Syst Rev. 2007 Apr 18;(2):CD003094 (Medline).
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