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HighTech, Pfefferminze und beschleunigte Magen-Entleerung

Die Pfefferminze (Menthae piperitae) – eine der wichtigen Heilpflanzen

Eine der bedeutenden Heilpflanzen – die Pfefferminze – wird auch vielfach in der traditionellen und modernen Magen-Darm-Heilkunde verwendet. Sei es bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, bei Reizdarm oder einfach nur bei Funktionsstörungen der Verdauung („funktionelle Dyspepsie“). Eine jetzt vorgelegte japanische Studie zeigt einen wichtigen Grund für diese klinisch belegten Effekte von Pfefferminze bzw. Pfefferminzöl (Menthae piperitae aetheroleum): Das Öl vermag nämlich die Entleerung des Magens zu beschleunigen [1].

Die japanischen Forscher verwendeten dabei eines der modernsten Untersuchungsverfahren, das die Gastroenterologie derzeit überhaupt zur Verfügung hat: Die sogenannte „kontinuierliche nichtdispersive Absorptionsspektroskopie“ der israelischen Firma Exalenz (BreathID www.breathid.com). Die Technologie entstammt dabei herkömmlichen 13C-Harnstoff-Atemtests („Kohlenstoff-13-Exhalationstest“), mit denen der Nachweis einer Helicobacter-Besiedlung des Magens durchgeführt werden kann. Das neuartige Messgerät kann markiertes 13CO2 in der Atemluft einer Versuchsperson – anders als bei herkömmlichen Verfahren – kontinuierlich messen, wodurch es auch am Krankenbett einsetzbar ist. Neben dem klassischen Magenkeim-Nachweis (wichtig zum Beispiel bei Geschwüren von Magen oder Zwölffingerdarm) wird es auch eingesetzt, um Lebererkrankungen zu diagnostizieren oder die Magenentleerung zu bestimmen (beispielsweise bei Funktionsstörungen des Magens, „Dyspepsie“).

Im Rahmen der Studie erhielten zehn gesunde Versuchspersonen nüchtern eine Test-Mahlzeit (200 kcal pro 200 ml), die zufällig zugeordnet entweder 0,64 ml Pfefferminzöl enthielt oder nicht. Bei der Test-Wiederholung wurde der Pfefferminzöl-Zusatz dann umgekehrt gewählt. Mit dem genannten BreathID-System wurde dann für vier Stunden ein kontinuierlicher 13C-Essigsäure-Atemtest durchgeführt, der die Magenentleerung dokumentiert. Es zeigte sich, dass der Zusatz der geringen Menge Pfefferminzöl die Magenentleerung verbessert und dies vor allem schon während einer frühen Phase der Magenentleerung. Aus Sicht der japanischen Forscher bestätigen diese Ergebnisse die therapeutischen Möglichkeiten von Pfefferminzöl bei funktionellen Magen-Darmstörungen.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Diese Ergebnisse bestätigen die in vielen klinischen Studien belegte Wirksamkeit von Pfefferminzöl bei funktionellen Störungen des Magen-Darmtraktes. Die jetzt nachgewiesenen Effekte sind mehr als die Lösung der Spannung von glatter Muskulatur („Spasmolyse“). Offenbar regt das Öl die geordnete, wellenförmig verlaufende Anspannung und Entspannung der glatten Muskulatur des Magens („Peristaltik“) an, was dessen beschleunigte Entleerung unterstützt. Eine simple Spasmolyse, wichtig zum Beispiel bei einer schmerzhaften Organkolik (Niere, Galle), würde keine beschleunigte Entleerung bewirken. Und wäre im übrigen – wenn der Speiseröhren-Schließmuskel pfefferminzbedingt wirklich „erschlaffen“ würde – bei Refluxpatienten mit Sodbrennen besonders kontraproduktiv. Dies ist jedoch nicht der Fall: Bei manchem Sodbrennen-Patienten kann Pfefferminzöl sogar die Beschwerden lindern. Vermutlich, weil Pfefferminze eine zuvor gestörte Bewegungs-Koordination in der Speiseröhren-Muskulatur normalisieren hilft [2]. Und dadurch die „Selbstreinigungs-Fähigkeit“ der Speiseröhre verbessert. Dies erscheint auch nachvollziehbar, denn bis zu ihrem Rückzug vom Markt wurden chemisch definierte Wirkstoffe zur Beschleunigung der Magenentleerung („Prokinetika“) auch bei Refluxbeschwerden wie Sodbrennen eingesetzt [3].



Autor
Quellen
  1. Inamori M, Akiyama T, Akimoto K, Fujita K, Takahashi H, Yoneda M, Abe Y, Kubota K, Saito S, Ueno N, Nakajima A: Early effects of peppermint oil on gastric emptying: a crossover study using a continuous real-time 13C breath test (BreathID system). J Gastroenterol. 2007 Jul;42(7):539-42 (Medline).
  2. Pimentel M, Bonorris GG, Chow EJ, Lin HC: Peppermint oil improves the manometric findings in diffuse esophageal spasm. J Clin Gastroenterol. 2001 Jul;33(1):27-31 (Medline).
  3. Bubenzer RH: Sodbrennen ohne Speiseröhren-Schädigung. Sodbrennen-Welt.de. Berlin, September 2005 (Volltext).

Weitere Informationen:

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