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Bedarfstherapie von Sodbrennen: Wasser besser als Antazida?

Wasser besser als Antazida?

Reflux-Patienten ohne säureblockierende Dauertherapie haben ein besonderes Interesse: Kommt ihr Sodbrennen, soll ein Medikament besonders schnell die Beschwerden beseitigen oder wenigstens lindern. Viele Hersteller von säureblockierenden H2-Blockern oder Protonenpumpeninhibitoren (PPI) möchten ihre Produkte gerne auch in diesem Markt der on demand-Therapie verkaufen. Also dort, wo Medikamente nur bei Bedarf eingenommen werden (brauchen), zum Beispiel bei akuten Sodbrennen-Beschwerden. Der eigentliche Zweck von H2-Blockern und PPIs ist die Behandlung von säurebedingten Geschwüren von Magen und Zwölffingerdarm oder von Schleimhaut-Entzündungen, die durch extreme Magensäure-Belastung entstanden sind. Egal wie gut sie dabei sind - bei Sodbrennen müssen sie sich an der Geschwindigkeit des Wirkungseintrittes messen lassen, wobei schon lange klar ist, dass säureneutralisierende und zudem schleimhautschützende Antazida eindeutig die Nase vorne haben. Wie schnell Antazida oder Säureblocker den Säuregrad im Magen verändern, und ob es vielleicht noch etwas besseres gibt, haben jetzt griechische Forscher untersucht [1].

Der Versuchsansatz war einfach: Zwölf gesunde Versuchspersonen ohne Helicobacter pylori-Infektion (Durchschnittsalter 26 Jahre, zur Hälfte Frauen) erhielten im Verlauf der Untersuchung jeweils eine von sechs Substanzen oder Wirkstoffen - ein Glas Wasser (200 Milliliter), ein Antazidum, Ranitidin (ein H2-Blocker) sowie drei verschiedene PPIs. Nach der Aufnahme jeweils einer Substanz wurde der Säurewert im Magen („gastraler pH“) für sechs Stunden gemessen. Zwischen der Einnahme der verschiedenen Substanzen wurden „Auswasch-Phasen“ eingeschoben bis sich die jeweiligen Substanzwirkungen mit Sicherheit verloren hatten. Die Studie wurde im Crossover-Design durchgeführt - alle Probanden nahmen also hintereinander alle Substanzen ein.

Es zeigte sich, dass Wasser den pH im Magen am schnellsten anhebt (also weniger sauer werden lässt). Bei 10 von 12 Probanden stieg der pH-Wert schon nach einer Minute auf über 4 an. Das Antazidum wirkte mit gerade 2 Minuten kaum langsamer. Bei den anderen Wirkstoffen dauerte es median 50 Minuten (Ranitidin) und zwischen 151-175 Minuten (Protonenpumpeninhibitoren) bis der Magen-pH auf über 4 anstieg. Umgekehrt waren die Verhältnisse bei den Zeiten, die der Magen-pH im weniger sauren Bereich von pH > 4 blieb. Bei den PPIs blieb der Säuregrad für mindestens sechs Stunden bei 11 von 12 Probanden und bei dem H2-Blocker bei 4 von 12 Personen über einem pH-Wert von 4. Nach der Wasseraufnahme dauerte es hingegen nur 3 Minuten und bei Antazida 12 Minuten bis sich der Säuregrad wieder normalisierte, also der pH auf unter 4 absank.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Sodbrennen-Patienten fragen sich natürlich jetzt, ob diese Ergebnisse nun eher für Wasser, für Antazida, für H2-Blocker oder für PPIs sprechen? Dass Wasser und sogar Speichel (beim Kaugummi-Kauen!) rasch die Speiseröhre von schmerzenden Säureresten befreien kann („Ösophagus-Clearance“) weiß jeder Sodbrennen-Betroffene. Genauso wissen alle, dass der Effekt nicht lange vorhält. Wasser ist also - leider - kein Arzneimittel gegen Sodbrennen. Umgekehrt ist klar, dass Säureblocker säurebedingtes Sodbrennen oft lange in Schach halten können, wenn auch durchaus nicht bei allen Patienten. Zu bedenken ist auch, dass die Säure nicht die Ursache von Sodbrennen ist, sondern im besten Fall nur der Auslöser. Insofern lenkt die vorgestellte kleine Untersuchung den Blick auf das Wesentliche der Sodbrennen-Therapie mit Antazida: Neben der bekannten raschen Beschwerde-Linderung, schützen zum Beispiel magnesium- und aluminiumhydroxidhaltige Antazida wie Maaloxan® die Schleimhaut vor weiteren Säureattacken und unterstützen durch substanzeigene Wirkungen die Heilung von Schleimhautschäden. Solche „multimodale“ on demand-Therapie von refluxbedingtem Sodbrennen und saurem Aufstoßen ist weder mit Wasser noch mit Säureblockern zu erreichen.



Autor
Quellen
  1. Karamanolis G, Theofanidou I, Yiasemidou M, Giannoulis E, Triantafyllou K, Ladas SD: A Glass of Water Immediately Increases Gastric pH in Healthy Subjects. Dig Dis Sci. 2008 May 13 (Medline).

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