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Abnehmen gegen Sodbrennen

Abnehmen gegen Sodbrennen

Übergewicht führt zu Sodbrennen, da sind sich die meisten Magen-Darm-Experten einig [1]. Folgerichtig sollte konsequentes Abnehmen quälendes Sodbrennen und andere unangenehme Refluxbeschwerden wie beispielsweise saures Aufstoßen verschwinden lassen. Das klingt logisch, wurde aber merkwürdigerweise von der Wissenschaftsgemeinde kaum untersucht. Ausnahme: Ernährungs-Experten aus Australien haben über mehrere Jahre hinweg geprüft, ob Ernährungs-Änderungen und Gewichts-Abnahme vorteilhafte Auswirkungen auf Sodbrennen und andere Reflux-Beschwerden haben [2].

In die Studie wurden 23 Patienten mit chronischem Sodbrennen, saurem Aufstoßen und anderen durch Rückfluß von Mageninhalt in die Speiseröhre („chronische Reflux-Krankheit“) verursachten Beschwerden eingeschlossen. Alle Patienten im Durchschnittsalter von 50 Jahren litten entweder täglich oder mehrmals wöchentlich an unangenehmen Reflux-Beschwerden. Sie waren von ihren behandelnden Allgemein- oder Fachärzten ausführlich untersucht (meist auch mit einer Magenspiegelung) und schließlich - ergänzend zur medikamentösen Behandlung - zu einer privaten Ernährungsberatungs-Klinik geschickt worden. 74% der Betroffenen waren übergewichtig oder adipös.

Dort wurde eine individuelle Beratung und Behandlung in die Wege geleitet. Zuerst bekamen alle Patienten folgende Verhaltensregeln zu einer rigorosen Lebensstil-Änderung mit auf den Weg:

Alle Patienten sollten diese Ratschläge für einen Monat streng befolgen. Beim nächsten Besuch der Ernährungsberater wurde dann - entsprechend der individuellen Auswirkungen dieser Maßnahmen - ein persönliches Behandlungskonzept zusammengestellt, das für den Studienzeitraum zu befolgen war.

Die Ergebnisse waren eindeutig: 96% aller Patientinnen und Patienten berichteten schon nach wenigen Wochen (mind. 6 Wochen) bis mehreren Monaten (max. 7 Monate) über eine Abnahme sowohl der Häufigkeit als auch der Schwere der Sodbrennen-Beschwerden. 35% aller Refluxbetroffenen waren völlig beschwerdefrei, weitere 35% waren ebenfalls beschwerdefrei, wenn sie sich an die Ernährungsregeln hielten und die übrigen berichteten von einem Rückgang ihrer Beschwerden (entweder Häufigkeit und/oder Stärke). Insgesamt reduzierten sich Sodbrennen-Häufigkeit und Beschwerde-Stärke statistisch signifikant.

Zwei Drittel der entsprechend auswertbaren Patienten nahmen durch die ergänzenden Ernährungs- und Allgemeinmaßnahmen ab, die übrigen Patienten hielten ihr Gewicht oder nahmen zu (Bereich: -8 Kilogramm bis +2 Kilogramm). Die Gewichtsreduktion in der Gesamtgruppe war statistisch signifikant. Allerdings: Der Gewichtsverlust stand nicht im Zusammenhang mit der Gesamt-Beschwerdeverbesserung oder der Beschwerde-Häufigkeit. Allerdings hatten Patienten, die abgenommen hatten, signifikant geringer ausgeprägtes Sodbrennen und andere Beschwerden als die Studienteilnehmer, die nicht abgenommen hatten. Rund 60% aller Patienten, die mit Medikamenten gegen ihre Refluxbeschwerden behandelt worden waren, berichteten, dass sie im Verlauf der Studie weniger oder gar keine Medikamente mehr verwendeten (obwohl sie hierzu bei der Ernährungsberatung nicht ermuntert worden waren).

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Natürlich sind diese Ergebnisse nicht maßgebend - dazu war die Anzahl der Studienteilnehmer zu gering. Trotzdem ist bemerkenswert, wie schnell eine rigorose Änderung des Lebensstils zur Besserung von Sodbrennen-Beschwerden führen kann. Und dass zudem eine deutliche Gewichtsabnahme Sodbrennen viel weniger belastend macht. Weitere Studien sollten jetzt auch untersuchen, ob Änderungen des Lebensstils in Kombination mit körperlichem, sportlichem Training die vorgestellten erfreulichen Ergebnisse noch weiter verbessern kann. Für Millionen von Sodbrennen-Patienten kann es eine beruhigende Perspektive sein, mit einem ernährungsbewussten, sportlichen und gesundheitsbetonten Lebensstil eine schwere Antireflux-Dauermedikation vermeiden zu können. Und so zu einer bedarfsabhängigen, gelegentlichen Einnahme eines wirksamen Antazidums wie beispielsweise Maaloxan (R) zurückkehren zu können. Ärzte sollten - egal wie ausgeprägt die wissenschaftliche Evidenz bei Allgemeinmaßnahmen gegen Sodbrennen auch sein mögen [3] - eine Gewichtsreduktion empfehlen, am besten durch Sport und Ernährungsmodifikation kombiniert. Nicht zuletzt, weil sich dadurch auch andere gesundheitliche Probleme vermeiden oder bessern lassen. Verzichten Ärzte auf solche Beratung, müssen sie sich den Vorwurf gefallen lassen, an dem chronischen Leiden ihrer Refluxpatienten unnötig profitieren zu wollen.


Autor
Quellen
  1. Talley NJ, Quan C, Jones MP, Horowitz M: Association of upper and lower gastrointestinal tract symptoms with body mass index in an Australian cohort. Neurogastroenterol Motil. 2004 Aug;16(4):413-9 (Medline).
  2. Nowak M, Büttner P, Harrison S, Daniell K, Raasch B, Speare R: Effectiveness of lifestyle measures in the treatment of gastroesophageal reflux disease - a case series. Ther Clin Risk Manag. 2006 Sep;2(3):329-34 (Medline).
  3. Meining A, Classen M: The role of diet and lifestyle measures in the pathogenesis and treatment of gastroesophageal reflux disease. Am J Gastroenterol. 2000 Oct;95(10):2692-7 (Medline).

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