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Antireflux-Operation - Heilung ohne Medikamente

Antireflux-Operation - Heilung ohne Medikamente

Mit zunehmender Erfahrung bei der Durchführung von Antireflux-Operationen über Bauchspiegel („laparoskopische Fundoplikatio“) werden auch die Langzeit-Ergebnisse bei der Behandlung immer besser, berichten Chirurgen der US-amerikanischen Harvard Universität in der Fachzeitschrift Archives of Surgery. So nimmt nicht nur - erwartungsgemäß - die Häufigkeit und Stärke von Reflux-Beschwerden ab, und damit auch der Gebrauch von Medikamenten zur Hemmung der Säurebildung oder -freisetzung. Sondern es nimmt auch die Lebensqualität der Refluxpatienten wieder deutlich zu - auf Werte fast wie bei Gesunden [1]. Damit etabliert sich das Verfahren als alternative Standardtherapie bei chronischer Refluxkrankheit mit Dauermedikations-Bedarf.

Die „Fundoplikatio“ wurde erstmals 1956 vom deutsch-schweizer Chirurgen Rudolf Nissen beschrieben. Bei dieser Operation wickelt der Chirurg den oberhalb des Mageneingangs liegenden Magenanteil („Magenfundus“) um den unteren Teil der Speiseröhre. Anschließend vernäht er den Fundus auf der bauchwärts gelegenen Seite. Dies ergibt eine Manschette, die den unteren Speiseröhren-Schließmuskel funktionell stärkt. Wenn eine Funktionsschwäche dieses Schließmuskels deutlich zur Belastung der Speiseröhre mit säurehaltigem Magensaft beigetragen hat, kann der Eingriff Beschwerden lindern oder sogar zum Verschwinden bringen. Seit den 90er-Jahren wird die Operation auch über Bauchspiegel („laparoskopisch“) durchgeführt. Sie hinterlässt dabei kaum Narben. Erst diese laparoskopische Durchführung hat aus der Fundoplikatio („Fundoplicatio“) einen alltagstauglichen Standard-Eingriff gemacht, der die bei offener Operation erheblichen Risiken deutlich verringert.

Die laparoskopische Antireflux-Operation nach Nissen verspricht den Patienten ein sodbrennen- und schmerzfreies Leben ohne lebenslange Einnahme von säurehemmenden Medikamenten. Da mit Medikamenten wie den sogenannten H2-Blockern oder PPIs ebenfalls eine oft wirksame Medikamententherapie möglich ist, ist der chirurgische Eingriff besonders bei Internisten umstritten, zumal er nicht immer komplikationslos bleibt. Zu den möglichen Folgen zählen Schluckbeschwerden („Dysphagie“), Probleme bei der Nährstoffversorgung infolge beschleunigter Magenentleerung („Dumping-Syndrom“) oder in sehr seltenen Fällen anhaltende Störungen des Speiseröhren-Schließmuskels („Ösophagus-Achalasie“).

Bei den meisten Patienten werden mit der laparoskopischen Operation nicht nur kurz-, sondern auch mittelfristig gute Ergebnisse erzielt, so stellt die Gruppe um David Rattner vom Massachusetts General Hospital in Boston/USA fest, die in ihrer Studie einen eigens für die Beurteilung der Lebensqualität von Refluxpatienten entworfenen Fragebogen benutzte. 219 von 405 mit einer Fundoplikatio operierte Patienten schickten den Fragebogen ausgefüllt zurück.

Bei den meisten Patienten mit einer Fundoplikatio-Erstoperation waren die Langzeit-Ergebnisse gut. Die Lebensqualität der Patienten wurde mit dem einem anerkannten Messwert erfasst, dem „Gastroesophageal Reflux Disease – Health-Related Quality-of-Life Scale“ (GERD-HRQL, mögliche Werte 0-45, der beste Wert ist 0). Bei den Patienten nach Ersteingriff lag der GERD-HRQL 5 Jahre nach der Operation im Mittel bei 5,7. Dies entspricht nahezu den Werten von Menschen ohne Refluxkrankheit. Insgesamt 71 Prozent der Patienten waren mit dem Ergebnis zufrieden. Allerdings benötigten 43 Prozent der Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt nach der Operation noch einmal Antireflux-Medikamente. Aber nur bei der Hälfte dieser Patienten wurde der Reflux objektiv nachgewiesen, berichteten die US-Wissenschaftler.

Etwas schlechter waren die Ergebnisse bei den 18 Patienten, bei denen wegen Erfolglosigkeit eine zweite Operation erforderlich wurde. Sie erreichten nur einen GERD-HRQL von 14,2 Punkten und nur 35 Prozent waren mit dem Ergebnis zufrieden. Doch auch hier gaben 76 Prozent der befragten Patienten an, dass sie die Operation nicht bereut hätten. Bei den Patienten mit primärem Eingriff waren es immerhin 88 Prozent. Nach Einschätzung der US-Ärzte belegen diese Zahlen den guten mittelfristigen Erfolg der Operation, die technisch nicht schwierig sei. Nur bei drei Patienten war nach dem laparoskopischen Eingriff eine Korrekturoperation („Revision“) notwendig.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Die Hersteller der Protonenpumpeninhibitoren PPI erleiden weltweit Umsatzrückgänge, weil ihre Patente für die Originalwirkstoffe abgelaufen sind. Damit sind die Kriegskassen im Kampf gegen andere Bedrohungen nicht mehr ganz so gefüllt wie in den letzten Jahren. Und siehe da: Endlich publizieren auch wissenschaftliche Fachzeitschriften über die bemerkenswerten Erfolge bei der Antireflux-Chirurgie, über die Sodbrennen-Welt.de schon vor vielen Jahren berichtet hat (→ Fundoplicatio - Operation gegen Sodbrennen und Asthma, → Antireflux-OP durch Bauchspiegel: Beste Langzeitergebnisse). Bis solche Studienergebnisse bei Hausärzten oder Internisten angekommen sind, müssen Refluxpatienten mit lebenslanger PPI-Behandlung noch länger auf das Angebot einer dauertherapiefreien Alternative warten. Klar ist aber, dass nach einer erfolgreichen Antirefluxtherapie Medikamente nur noch in speziellen Belastungssituationen notwendig sind. Beispielsweise Stress, Ausrutscher bei der „richtigen“ Ernährung, Schwangerschaft oder anderes. Und genau diese Situationen sind wiederum die Domäne wirksamer Antazida (z. B. Maaloxan(R)).



Autor
Quelle
  1. Gee DW, Andreoli MT, Rattner DW: Measuring the effectiveness of laparoscopic antireflux surgery: long-term results. Arch Surg. 2008 May;143(5):482-7(Medline).

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