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Enger Zusammenhang: Angsterkrankung/Depression und Refluxkrankheit

Enger Zusammenhang: Angsterkrankung/Depression und Refluxkrankheit

Der Ausdruck „mir stößt etwas sauer auf“ ist ein sprachlicher Hinweis auf menschliche Gefühle, die sich körperlich, ja sogar in der Speiseröhre als saures Aufstoßen und Sodbrennen ausdrücken. Anders als bei dem früher gerne als stressbedingt bezeichneten Magengeschwür (→ Magenerkrankungen aus Sicht der Psychosomatik) gibt es für die Refluxkrankheit kaum wissenschaftliche Hinweise auf mögliche Zusammenhänge von Seele und Körper. Eine große, bevölkerungsbasierte Studie aus Norwegen bringt erstmals Dunkel in die Angelegenheit und findet einen engen Zusammenhang von Depression und Angst mit Beschwerden der Refluxkrankheit [1].

Es wurden Daten einer großen bevölkerungsbasierten Studie mit über 65.000 Teilnehmern analysiert. Der Vorteil solcher Studien ist, dass nicht nur betroffene Patienten isoliert betrachtet werden, sondern ein Querschnitt durch eine gesamte Bevölkerung (hier: nur Erwachsene). In der Gesamtgruppe wurden all jene Menschen identifiziert, die während der letzten 12 Monate schwere Refluxbeschwerden (saures Aufstoßen, Sodbrennen, usw.) hatten - insgesamt 3.153 Personen. Der Vergleichsgruppe wurden all jene Menschen zugeordnet, die keinerlei Refluxbeschwerden hatten - insgesamt 40.210 Menschen. Der Ausschluss von Sodbrennen-Patienten mit leichteren Beschwerden erfolgte, weil sich deren Reflux-Schweregrad in Umfrageergebnissen wechselnd darstellt (mal leichter, mal schwerer - mal häufiger, mal seltener). Von schwerem Reflux betroffene Personen machen hingegen zu 95 Prozent immer richtige Angaben.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Studienteilnehmer, die über Ängste ohne Depressionen berichteten, hatten ein 3,2fach erhöhtes Refluxrisiko, Personen mit Depressionen ohne Ängste ein 1,7fach erhöhtes Refluxrisiko und Probanden mit Ängsten und Depressionen ein 2,8fach erhöhtes Refluxrisiko im Vergleich zu den Studienteilnehmern ohne Ängste/Depressionen. Das Risiko von Sodbrennen und anderen Refluxbeschwerden stand dabei in engem Zusammenhang mit der Stärke der erfassten Ängste und/oder Depressionen (teilweise 4,5fach höher als bei Menschen ohne Ängste und/oder Depressionen).

Dass vor allem Depressionen mit eine Vielzahl auch körperlicher Beschwerden einhergehen kann, ist nicht unbekannt [2]. Neu ist die Einsicht, wie häufig Depressionen offenbar mit Refluxbeschwerden gekoppelt sind. Dass dies so klar nicht in den Lehrbüchern steht, obwohl es ja in der Praxis beobachtbar ist, erklären die Autoren der vorgestellten norwegischen Studie mit der Huhn-Ei-Problematik. Der gewählte Studienansatz erlaube zwar eine valide Aussage über die Wahrscheinlichkeit des gemeinsamen Auftretens von Angst/Depression und Reflux, also über das sogenannte „Risiko“. Eine Aussage über Ursachen sei jedoch kaum möglich. Eine wenige der möglichen Zusammenhänge:
Angst/Depression sind Ursache der Refluxbeschwerden  Hierbei könnte eine Veränderung der inneren Wahrnehmung von Körpervorgängen, z. B. die Erniedrigung der Säure-Wahrnehmungsschwelle in der Speiseröhre, zu körperlichen Beschwerden führen. Auch die Veränderung der Speiseröhren-Beweglichkeit (Motilität) wird diskutiert. Indirekt, und daran gibt es überhaupt keinen Zweifel, können bei Angsterkrankungen oder Depressionen eingesetzte Psychopharmaka zu Refluxbeschwerden führen (→ Arzneitherapie - Welche Mittel lösen am häufigsten Sodbrennen aus?).
Die Refluxkrankheit ist ursächlich für Ängste oder Depressionen  Eine Reihe von chronischen Krankheiten führt infolge des Leidensdruckes zu seelischen Reaktionen. Im Falle von chronischem Sodbrennen äußern viele Betroffene beispielsweise immer wieder tiefsitzende (und von interessierten Pharmafirmen geschürte → Medizin: Spiel mit der Angst) Krebsängste (für die es wissenschaftlich keine Begründung gibt).
Gemeinsame Ursache beider Erkrankungsbereiche  Besonders beunruhigend für Mediziner ist die Möglichkeit, dass Angsterkrankungen/Depressionen und die chronische Refluxkrankheit Ausdruck ein und desselben krankmachenden Geschehens ist, zum Beispiel von Änderungen im Erbgut. Der einzige Fingerzeig hierfür: Über die Entstehung beider Erkrankungsbereiche gibt es gleichermaßen keinerlei allgemein anerkannten Auffassungen.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Von chronischem Reflux und Sodbrennen betroffene Patienten mit einer Angsterkrankung und/oder Depression sollten (zusammen mit einem Arzt ihres Vertrauens) sehr genau hinschauen, ob eine wirksame Behandlung eines Erkrankungsbereiches nicht auch Auswirkungen auf den anderen hat. So ist beispielsweise bekannt, dass eine erfolgreiche Antireflux-Chirurgie depressive Symptome bessern kann [3]. Umgekehrt können psychiatrische Beschwerden den Erfolg einer säurehemmenden Therapie verschlechtern, wenn nicht auf spezielle Besonderheiten dieser Patienten eingegangen wird [4].



Autor
Quellen
  1. Jansson C, Nordenstedt H, Wallander MA, Johansson S, Johnsen R, Hveem K, Lagergren J: Severe gastro-oesophageal reflux symptoms in relation to anxiety, depression and coping in a population-based study. Aliment Pharmacol Ther. 2007 Sep 1;26(5):683-91 (Medline, Volltext - kostenlose Registrierung nötig).
  2. Sadock BJ, Sadock VA: Kaplan & Sadock's Comprehensive Textbook of Psychiatry. Lippincott Williams & Wilkins Publishers; 7th ed. 2000.
  3. Kamolz T, Granderath FA, Pointner R: Does major depression in patients with gastroesophageal reflux disease affect the outcome of laparoscopic antireflux surgery? Surg Endosc. 2003 Jan;17(1):55-60 (Medline).
  4. Wiklund I, Carlsson R, Carlsson J, Glise H: Psychological factors as a predictor of treatment response in patients with heartburn: a pooled analysis of clinical trials. Scand J Gastroenterol. 2006 Mar;41(3):288-93 (Medline).

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