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Sodbrennen durch Mittel gegen Wechseljahrsbeschwerden

Pillen

Die Hormonersatztherapie (HRT) von Wechsel­jahrs­be­schwerden wird wegen der potentiellen Tödlichkeit wesentlich seltener als noch vor wenigen Jahren eingesetzt. Hierdurch sinkt weltweit die Brustkrebs-Neuerkrankungsrate (5.500 weniger Brustkrebserkrankungen pro Jahr allein in Deutschland) [1]. Doch die Behandlung wird von etlichen ewig gestrigen Verordnern weiterhin durchgeführt, wenn auch teilweise in veränderter Form, zum Beispiel mit pflanzlichen Präparaten mit hormonähnlicher Wirkung („Phytoöstrogene“). Unabhängig davon, ob chemisch definierte oder „natürliche“ Hormonpräparaten eingesetzt werden, steigt deutlich die Gefahr der gastroösophagealen Refluxkrankheit und ihrer Beschwerden wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen, so haben US-Forscher am Boston University Medical Center jetzt gezeigt [2]. Dies liegt die Vermutung nahe, dass das „Hormonkleid“ an der Entstehung der Refluxkrankheit beteiligt ist.

Die Untersuchungsergebnisse stammen aus einer prospektiven Kohortenstudie mit 51.637 postmenopausalen Frauen („Nurses’ Health Study“). Alle Frauen berichteten seit 1976 alle zwei Jahre über die Verwendung von Hormonpräparaten zur Behandlung postmenopausaler Beschwerden (Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Depression, Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit und anderes). Seit 2002 wurden zudem typische Beschwerden der gaströsophagealen Refluxkrankheit erfasst (brennende Schmerzen hinter dem Brustbein, saures Aufstossen, Schluckbeschwerden, Oberbauchschmerzen, Heiserkeit und anderes).

Insgesamt klagten 12.018 Frauen (23%) über mindestens wöchentlich auftretende Refluxbeschwerden. Die Verwendung der Präparate steigert signifikant das Risiko für Sodbrennen und andere Refluxsymptome. Das statistische Chancenverhältnis betrug 1,46 bei Frauen mit zeitlich zurückliegendem Gebrauch von HRT, 1,66 bei Frauen, die aktuell Östrogenpräparate verwendeten und 1,41 bei Frauen, die aktuell kombinierte Östrogen-Progesteronpräparate einnahmen - jeweils im Vergleich zu Frauen, die niemals eine Hormonersatztherapie bekommen hatten. Die Analyse zeigte zudem einen signifikanten Anstieg der Refluxsymptome mit Zunahme der Östrogendosis und/oder zunehmender Dauer der Östrogenverwendung (jeweils p < 0,001). Vergleichbare Effekte wurden auch bei Einnahme von selektiven Östrogenrezeptormodulatoren (Verbindungen mit östrogenartigen Wirkungen, aber ohne Östrogenstruktur, z. B. Raloxifen) sowie freiverkäuflichen Präparaten mit hormonartigen Wirkungen beobachtet (z. B. pflanzliche Heilmittel, Produkte auf Basis von Soja, Yamswurzel und anderen).

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Es ist immer erstaunlich, wie wenig über die Ursachen der Refluxkrankheit bekannt ist! Zwar soll nach derzeitiger Auffassung das weibliche Geschlechtshormon Progesteron am Sodbrennen von Schwangeren schuld sein, weil es auch die Muskulatur des Speiseröhren-Schließmuskels erschlaffen lässt. Die vorgestellte und andere aktuelle Untersuchungen legen jedoch eher nahe, dass es das weibliche Geschlechtshormon Östrogen oder Wirkstoffe mit östrogenartiger Wirkung selbst sind, deren Einnahme die Refluxproblematik nach sich zieht [3]. Unabhängig von der Frage, ob freiverkäufliche Präparate mit hormonartiger Wirkung („Phytohormone“, „Phytoöstrogene“) Krebs auslösen oder nicht, scheinen diese Produkte jedoch zumindest gleichwirksam in Hinsicht auf hormonbedingte Nebenwirkungen wie Reflux, Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Oberbauchschmerzen zu sein. Natürlich sind nebenwirkungsfreie und gleichzeitig gut wirkende Pflanzenheilmittel ein Wunschtraum vieler Ärzte und Verbraucherinnen. Doch sollte diesem Traum nicht der rationale Blick auf die potentiell krebsauslösende Wirkung auch von Phytoöstrogenen geopfert werden [4]. Es bleibt zu hoffen, dass die Tausende von Frauenleben, die alleine in Deutschland durch Verzicht auf chemisch definierte Hormonersatztherapie jährlich gerettet werden, nicht an anderer Stelle aufs Spiel gesetzt werden ...



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Quellen
  1. Katalinic A, Rawal R: Decline in breast cancer incidence after decrease in utilisation of hormone replacement therapy. Breast Cancer Res Treat. 2008 Feb;107(3):427-30 (Medline).
  2. Jacobson BC, Moy B, Colditz GA, Fuchs CS: Postmenopausal hormone use and symptoms of gastroesophageal reflux. Arch Intern Med. 2008 Sep 8;168(16):1798-804 (Medline).
  3. Nordenstedt H, Zheng Z, Cameron AJ, Ye W, Pedersen NL, Lagergren J: Postmenopausal hormone therapy as a risk factor for gastroesophageal reflux symptoms among female twins. Gastroenterology. 2008 Apr;134(4):921-8 (Medline).
  4. Stopper H, Schmitt E, Kobras K: Genotoxicity of phytoestrogens. Mutat Res. 2005 Jul 1;574(1-2):139-55 (Medline).

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